Die Ausstellung „Planet 58“ zeigt aktuelle Werke von Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben 2018 ihr Studium an der international renommierten Kunsthochschule abgeschlossen und präsentieren nun jeweils eine bis drei Arbeiten im musealen Raum.
Die Schau, die die gesamte Ausstellungsfläche im Untergeschoss des K21 einnimmt, folgt keiner thematischen Vorgabe, sondern zeigt fast 60 künstlerische Positionen in ihrer gesamten Breite. Neben zahlreichen Gemälden sind Skulpturen, Installationen, Fotografien, Grafiken, Videos und Performances zu sehen. Der Titel der Ausstellung ist frei gewählt und geht auf eine Arbeit eines beteiligten Künstlers zurück. „Planet 58“ spielt mit dem Gedanken des Unerforschten, des Zukünftigen und verweist auf den Übergang von der Studienzeit zur eigenständigen, freien künstlerischen Laufbahn. Auch für das Museum stellt „Planet 58“ Neuland dar: Zum ersten Mal öffnet sich das Haus jungen Künstlerinnen und Künstlern in diesem Umfang.
Damit beginnt eine Kooperation zwischen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und der Kunstakademie Düsseldorf: Parallel zum alljährlichen Rundgang der Kunstakademie zeigt die Kunstsammlung im K21 eine Ausstellung mit Werken der Akademie-Absolventinnen und Absolventen des Vorjahres. Mit dieser sich jährlich fortsetzenden Ausstellungsreihe möchte die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen den jungen Künstlerinnen und Künstlern der Akademie eine Plattform und dem Publikum einen Einblick in die aktuellen künstlerischen Entwicklungen in Düsseldorf bieten.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter Kunstsammlung NRW
Alle Bilder der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs im Album BEGEGNUNGEN
In Kooperation mit dem BDA – Bund Deutscher Architekten Düsseldorf präsentiert das Stadtmuseum, Berger Allee 2, von Donnerstag, 7. Februar, bis zum 28. April die Ausstellung „Urbane Parallelen – Düsseldorf/Haifa“. Teams aus Architektinnen und Architekten, Künstlerinnen und Künstlern sowie Fotografinnen und Fotografen untersuchten urbane Parallelen der Partnerstädte Düsseldorf und Haifa. Themen sind: Ökologie, Nachhaltigkeit, Denkmalpflege, Soziale Fragen und Dekonstruktion/Konstruktion in Zeiten der Privatisierung. Die Projekte aus Architektur, Kunst, Fotografie, Video und Malerei werden parallel in den beiden Stadtmuseen in Düsseldorf und Haifa ausgestellt.
Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf – Haifa Die Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Haifa wurde 1988 offiziell geschlossen. Der Prozess des regelmäßigen Austausches führte 2015 auch zur vielfältigen und nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum und den Haifa Museen. Jetzt treffen im Rahmen der gemeinsamen Ausstellung „Urbane Parallelen – Düsseldorf/Haifa“ zum ersten Mal stadttheoretische Projekte beider Städte aufeinander. Geschaffen wurde somit eine Plattform, in der Bürgerinnen und Bürger urbane Prozesse gestalten können.
Destruktion und Konstruktion Dabei scheut man auch in Haifa keine kritischen Statements. Die israelischen Kuratorinnen Dr. Hadas Shadar und Efrat Avni Mazhe betonen, dass die urbane Architektur in Israel eine in sich bunte Mischung darstelle. Neue Bauweisen seien jedoch meist auf Kosten der bereits existierenden Strukturen entweder auf freien Flächen oder ohne Rücksicht auf frühere Baustile entstanden. Dabei sei die potentielle Zerstörung, so die Kuratorinnen, der historischen Strukturen mit ihrer Vielfalt stets präsent. Diese beiden zusammengehörenden und doch gegeneinander stehenden Faktoren Destruktion und Konstruktion sollen künstlerisch zum Ausdruck kommen.
Schönheit und Verfall Ein Beispiel hierfür sind die Arbeiten des Künstlers Yigdal Felix, der sich mit Wadi Salib beschäftigte. Der im unteren Bereich Haifas liegende heute verlassene und verfallene Stadtteil ist geprägt von türkischer und arabischer Architektur. Seine Nachtaufnahmen bringen den Widerspruch zwischen der architektonischen Schönheit und dem gleichzeitigen Verfall zum Ausdruck.
„Vom Ankommen und Bleiben“ Mit der Migration in Düsseldorf beschäftigten sich im Rahmen der Ausstellung Bruno Braun, bis 2017 Vorsitzender des BDA Düsseldorf, Prof. Dr. Heinz-Werner Poelchau, Medienexperte, Barbara Zimmermann, Goldschmiedin und Schriftstellerin, Bernhard Zimmermann, langjähriger Filmer im Rahmen ihrer Videoinstallation „Vom Ankommen und Bleiben“. Dabei liegt die Betonung dieses gemeinschaftlichen Filmprojekts darauf, dass mit neuen Menschen auch neue Ideen, neues Können und neues Wissen in die Stadt kamen, kommen und kommen werden. Die Videoinstallation steht für eine bereichernde Vielfalt, die sich auf vielen Ebenen des städtischen Lebens zeigt.
Alt und Neu Die Konfrontation zwischen Alt und Neu wird auf den Bildern des jungen Architekten Gil Bar deutlich. In seinen Arbeiten möchte er betonen, dass die Stadt als Projekt mit politischer Absicht genutzt wird, wobei die Architektur als Medium fungiert. Gil Bar sagt (übersetzt von Dr. Michael Naor): „Die bebaute Umgebung wird als die physische Vertretung des Kampfes um das historische Gedächtnis und um die Nutzung von Ressourcen wahrgenommen.“
Ähnlich beschäftigten sich Georg Döring, Vorsitzender des BDA Düsseldorf, und Johannes Döring, Bildender Künstler, fotografisch mit der Ambivalenz aus Verdrängung und Erinnerung sowie Alt und Neu. In den Fokus nahmen sie dabei Spolien als wiederverwendete Elemente vergangener Architektur. Während Nachkriegsbauten der Materialität der Spolie angepasst wurden, wird heute der Kontrast zwischen neuer Architektur und alter Spolie inszeniert.
Die Fotos des Projektes „FAMILIA“ der Fotografin und Becher-Schülerin Katharina Mayer zeigen Familien und ihre ganz persönlichen biografischen Geschichten. In jedem der Bilder wird zugleich die Individualitätder einzelnen Personen wie auch die Individualität der Gruppe festgehalten. Für ein Jahr wird „FAMILIA“ nun zu einem wohltätigen Projekt. Zehn Familien haben sich für einen guten Zweck porträtieren lassen: Die Einnahmen gehen als Spende an Familien in besonderen Notlagen. Die Fotos der zehn Familien werden vom 4. bis zum 21. Februar im Düsseldorfer Rathaus ausgestellt.
Oberbürgermeister Thomas Geisel war der erste, der sich mit seiner Familie an dem Projekt beteiligt hat: „Die Idee hinter dem Projekt ‚Familia‘ hat mich sofort begeistert: Mit dem Kauf seines eigenen Familienfotos unterstützt man andere Familien. So entsteht nicht nur ein einzigartiges Foto, sondern man hilft damit auch anderen, die sich in Notlagen befinden. Unser Familienfoto hat bei mir einen besonderen Platz gefunden: Es hängt in meinem Büro und erfreut mich jeden Tag!“
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation vision:teilen e.V., die in der Stadt mehrere Projekte für Bedürftige betreibt. Die Galerie Asphalt e.V./fiftyfifty unterstützt „Familia hilft Familien“ durch Produktion und Vermarktung zum Selbstkostenpreis.
Sanierungsmaßnahmen – Pressegespräch im Atelierhaus, 04.02.2019
Dank der Finanzierungszusagen der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Nordrhein-Westfalen, des Rhein-Kreises Neuss, der Stadt Neuss und einer privaten Zuwendung der Unternehmerin Susanne Klatten kann die Stiftung Insel Hombroich 2019 mit der Sanierung des Ausstellungspavillons Labyrinth im Museum Insel Hombroich nach ökologischen und konservatorischen Kriterien beginnen. Die Zuwendungen ermöglichen, dass in direktem Anschluss an diese Maßnahmen auch der Ausstellungspavillon Zwölf-Räume-Haus saniert werden kann. Die Ertüchtigung der von Erwin Heerich entworfenen Gebäude ist der wesentliche Teil eines konservatorischen Maßnahmenpaketes, das die Stiftung in wichtigen Punkten bereits umsetzt.
Mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen konnte die Stiftung Insel Hombroich bereits die kleineren Ausstellungspavillons Schnecke und Tadeusz und das Kassenhaus sanieren. Als Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Insel Hombroich setzte sich Isabel Pfeifer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, in Bund und Land für die Zusage der Finanzierungen ein. „Häufig erzählen mir Menschen von ihrer großen Begeisterung für das Museum Insel Hombroich, doch immer öfter wurde diese mit der Sorge um den Zustand der Pavillons verbunden. Ich freue mich, dass wir jetzt die Möglichkeit bekommen, die Zukunft dieses besonderen Ortes zu sichern.“
Für die Unterstützung der Sanierungsarbeiten durch den Bund haben sich auch die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Rhein-Kreis Neuss, Hermann Gröhe und Ansgar Heveling, eingesetzt. Hermann Gröhe betont: „Dank der 6,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln wird das Museum Insel Hombroich nicht nur den Bestand erhalten, sondern auch als Tageslichtmuseum von internationalem Rang zeitgemäß weiterentwickelt. Darüber freue ich mich sehr.“
„Die Zusage der großzügigen finanziellen Zuwendungen ist für uns ein Befreiungsschlag und gleichzeitig eine Verpflichtung“, erklärt Prof. Oliver Kruse, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Insel Hombroich. Nach einer Ausschreibungs- und Planungsphase werden die Bauarbeiten Ende 2019 beginnen. „Das Museum Insel Hombroich wird für die Besucher attraktiv bleiben“, verspricht Kruse. Die neun Pavillons in der weitläufigen Landschaft und die darin präsentierte Sammlung bleiben zugänglich, im Pappelwald wurden neue Wege angelegt, der Park wird durch vielfältige Anpflanzungen verschönert und ab Frühjaghr 2019 wird das Atelierhaus neben dem Kassenhaus für wechselnde Ausstellungen genutzt.
Mein Besuch der Ausstellung „Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien“ auf der Zeche Zollverein in Essen war der Impuls in meinen Schubladen zu wühlen. Ich erinnerte mich an meine Arbeit „Emscherhäuser“ aus dem Jahre 1982. Der Emscherschnellweg, die Autobahn A42, war in Duisburg fast fertig gestellt. Vom Wall, auf dem die Lärmschutzwände montiert wurden, hatte man einen erhöhten Standpunkt und dadurch einen neuen Blick auf die Siedlungshäuser. Zahlreiche alte Straßen waren durch den Autobahnneubau zu neuen Sackgassen geworden. Die Gärten um die Häuser und die Gehwege waren alle befriedet, und so ergab sich eine neue Sichtweise auf die Straßenstümpfe mit den letzten Bebauungen. Die harten Kontraste der Schatten durch knackiges Winterlicht machten die Siedlungsarchitektur aus den zwanzigern und den Nachriegsjahren zu grafisch akkuraten Geometrien. Das machte mich an.
Gut fünfzig Jahren liegen zwischen meinen und den Bildern Renger-Patzschs. Die Faszination der Ästhetisierung des Ruhrgebiet-Raums darf ich offenbar mit meinem großen Vorbild teilen. Hubert Spiegel schrieb zur Ausstellung in Essen vor kurzem in der F.A.Z.: „Renger-Patzsch dokumentierte Ordnung, wo es sie nicht gab.“ Das ist die Beschreibung für einen Impuls, die Kamera in die Hand zu nehmen und Bilder zu arbeiten, die mehr darstellen können, als eine historische Dokumentation.
Die Sonderausstellung des Ruhr Museums »Albert Renger-Patzsch. Die Ruhrgebietsfotografien« zeigt Klassiker und bisher unveröffentlichte Aufnahmen eines der wichtigsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit, der für die Fotografie des Ruhrgebiets stilbildend geworden ist. Die Ausstellung präsentiert erstmals das vielseitige Werk von Albert Renger-Patzsch, das im Ruhrgebiet entstanden ist. Mit etwa 100 Fotografien wird sein größtes freies Projekt, die »Ruhrgebietslandschaften«, aus den Jahren 1927 bis 1935 vorgestellt. Die Aufnahmen stehen für die Entdeckung der Industrielandschaft als künstlerisches Bildmotiv und stammen aus dem Albert Renger-Patzsch Archiv der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München. Ergänzt werden sie durch 200 überwiegend unbekannte Auftragsfotografien aus den 1920er bis 1960er Jahren. Bei den gezeigten Schwarz-Weiß-Fotografien handelt es sich bis auf wenige Ausnahmen um vom Fotografen selbst erstellte Abzüge. Ihre Qualität ist einzigartig und sie stellen einen Höhepunkt in der Präsentation historischer Fotografien im Ruhr Museum dar. Die Ausstellung ist die bislang umfassendste Schau der Ruhrgebietsfotografien von Albert Renger-Patzsch. Die Ausstellung wurde organisiert in besonderer Kooperation und mit wissenschaftlicher Unterstützung der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München. Pressetext Stiftung Zollverein
Am siebten Januar, bei etwa sieben Grad Celsius, war ich für ein paar Fingerübungen mit meiner neuen Z sieben in der Düsseldorfer Innenstadt unterwegs und fühlte mich alles andere als im siebten Himmel.
Die nachweihnachtlichen Auslagen des Einzelhandels in Düsseldorf versprechen uns genussorientierten Konsum im neuen Jahr 2019. Freuen wir uns drauf!?
Trotz Fahrverbot: Dicke Diesel-SUV sind Bestseller! (Focus-Online) – Und wer oder was schützt uns vor dem sauren Regen?
In Deutschland wurden 2017
785.000 Kinder geboren, wie das statistische Bundesamt im Oktober
mitteilte. Demnach ist die Zahl der Neugeborenen im Vergleich zum
Vorjahr um 0,9 Prozent zurückgegangen. 2016 hatte sich Deutschland mit
792.000 Neugeborenen über einen Baby-Boom gefreut – im Vergleich zu 2015
waren es nämlich 7,4 Prozent mehr gewesen. Am demografischen Wandel hat
dies nichts geändert. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr Menschen
als neue geboren werden. Diese Entwicklung gibt es seit 1972. Im
vergangenen Jahr stieg die Zahl der Sterbefälle um 2,4 Prozent auf
933.000. (dpa)
Viele Automodelle werden seit Jahren immer größer. Das verschärft das Problem des Zuparkens noch. Stellplätze sollen zwar stets mindestens 2,30 bis 2,50 Meter breit sein, doch dieser Platz reicht für wuchtige Fahrzeuge kaum. So war der erste VW Golf ohne Spiegel noch 1,61 Meter breit, das Modell Golf 7 braucht mit 1,80 Meter (ohne Spiegel) viel mehr Platz. Ein BMW X5 ist mit Spiegeln sogar 2,20 Meter breit. (ZEIT ONLINE) – Vielleicht hilft da „WC-Mobilität“?
Zum Ende des Jahres 2018 aus gegebenem Anlass ein ungewöhnlich umfangreicher Auszug aus den SCHUBLADEN meines Archivs: fünf Fotografien aus den Jahren 1978 bis 2015 flankieren die Vorschau auf das Ausstellungsprogramm der Museen der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf.
In diesem Zusammenhang möchte ich nicht versäumen, meinen FreundInnen, KollegInnen und allen anderen LeserInnen meines Blogs eine vernehmlich GUTE ZEIT in 2019 zu wünschen.
Angeregt durch die Vorschau auf das Düsseldorfer Ausstellungsprogramm 2019, konkret durch das Foto des Künstlers Ai Weiwei, erinnerte ich mich an meine Portraitserie von Tün Schneiderath aus dem Jahre 1979. Tün war damals Tennislehrer in meiner Heimatstadt Wesel, in dem Club, in dem auch ich mich im Tennis übte. Tün war aber nicht mein Trainer. Meine Eltern hätte sein 3/4-Stunden-Honorar finanziell überfordert. Ich trainierte deshalb an der grünen Wand. Oder mit Freunden, wenn mal der vierte Mann zum Doppel fehlte. Was neben mir nicht viele wussten: Tün war neben seinem Brot-und-Butter-Job Dichter und Aphoristiker. Seine nieder geschriebenen Gedanken unter dem Pseudonym „Art van Rheyn“ waren zwar stets wohlüberlegt, aber auch ziemlich geradeaus. Vermutlich war gerade dies der Grund, dass die kurzen, manchmal spitzen, aber nie verletzenden Aussagen, so gut ankamen. Der Dichter bezeichnete sich leicht selbstironisch als „optimistischer Nichtschwimmer, geselliger Menschenfreund und sich nicht ganz ernst nehmender Lebenskünstler”. Meine Begegnungen mit Tün waren keine vielen, aber immer intensive, interessante und lehrreiche.
„Everything is art. Everything is politics“ „Alles ist Kunst, alles ist Politik“: Mit diesem Motto brachte der international bekannte Gegenwartskünstler Ai Weiwei das Grundprinzip seiner Arbeitsweise auf den Punkt. Es ist auch das Leitmotiv der umfangreichen Ausstellung, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab Frühjahr 2019 zeigt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit Ai Weiweis. Die Ausstellung mit raumfüllenden Installationen und Werken aus den vergangenen zehn Jahren ist in den beiden Häusern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 und K21, vom 18. Mai bis zum 1. September 2019 zu sehen. Mit seinen regimekritischen Äußerungen gegenüber der Regierung in China und als lange verfolgter Dissident wird Ai Weiwei zumeist als politischer Kunst-Aktivist wahrgenommen, der sich in seinen jüngsten Arbeiten mit Migration als Massenphänomen und Beispiel einer grundsätzlichen menschlichen Krise beschäftigt.
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20, Grabbeplatz 5 www.kunstsammlung.de Bis 10. März 2019: „museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne„; bis 24. März 2019 (verlängert): „museum global. Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen„; 18. Mai 2019 bis 1. September 2019: „Ai Weiwei“ (auch im K21); 8. Juni 2019 bis 7. Juli 2019: „In aller Freundschaft„; 12. Oktober 2019 bis Ende Februar 2020: „Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård“ (Arbeitstitel).
Seit ich in Bildern denke, erinnere und arbeite sind mir Bauhaus-Themen vertraut. Ich beobachte sie seit jeher mit Bewunderung und immer wieder aufflammender Begeisterung. Diese linienorientierte Art zu bauen, zu gestalten und zu fotografieren hat mich immer fasziniert. Ich gestehe, ich habe mich in meiner Fotografie immer auch ein wenig an den großen Meistern der zwanziger Jahre orientieren wollen. Längst bin ich überzeugt, dass das nie ein Fehler war.
100 Jahre Bauhaus Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums zeigt das NRW-Forum Düsseldorf noch bis zum 10. März 2019 die Fotografieausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst„. Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch in der Fotografie des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung bringt Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Bauhaus“ und verbindet unter anderem Arbeiten von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans mit Künstlerinnen und Künstlern der Gegenwart wie Antje Hanebeck, Douglas Gordon, Kris Scholz, Stefanie Seufert, Thomas Ruff, Viviane Sassen oder Wolfgang Tillmans.
NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2 www.nrw-forum.de Bis 10. März 2019: „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst„; 15. bis 17. März 2019: „META MARATHON 2019“ (Digitalfestival); 29. März 2019 bis 7. Juli 2019: „Two Rivers: Joachim Brohm/Alec Soth„; 29. März 2019 bis 5. Mai 2019: „Körperwende – von Nam June Paik bis Hiroshi Ishiguro„; 19. Juli 2019 bis 10. November 2019: „Martin Parr. Retrospektive„; 19. Juli 2019 bis 10. November 2019: „White Out“ (VR-Performance-Ausstellung); 22. November 2019 bis 16. Februar 2020: „Bieke Depoorter„; 22. November 2019 bis 16. Feburar 2020: „gute aussichten – junge deutsche fotografie 2019/2020„.
Auch ich hatte in meinem Fotografenleben die Gelegenheit, der Brutalität, den Wirren und der Gnadenlosigkeit eines Kriegs unvernüfntig nahe zu kommen. Im Mai machte ich als Ingenieur getarnt eine Reise in den Iraq, um bei Kerbala eine Fabrik zu fotografieren. 1982 dachte ich wirklich noch, es gäbe ausschließlich männliche Kriegsfotografinnen.
Vielfalt der Fotografie Im Jahr 2019 kommen alle Fotografiebegeisterten auf ihre Kosten. Der Kunstpalast präsentiert mit der Ausstellung „Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus“ rund 140 Arbeiten von acht Fotografinnen aus den letzten 80 Jahren. Denn entgegen der weitläufigen Vorstellung, die Kriegsfotografie sei ein von Männern dominiertes Berufsfeld, gibt es eine lange Tradition von in Kriegsgebieten tätigen Fotografinnen. Unter den Aufnahmen finden sich neben intimen Einblicken in den Kriegsalltag und Zeugnissen erschütternder Gräueltaten auch Werke, die die Absurdität des Krieges und seiner Konsequenzen aufzeigen.
Kunstpalast, Ehrenhof 4-5 www.smkp.de Bis 13. Januar 2019: „Walter Ophey. Farbe bekennen!“; bis 10. Februar 2019: „PS: Ich liebe Dich. Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre„; bis 10. Februar 2019: „Anthony Cragg im Ehrenhof“; 7. Februar 2019 bis 2. Juni 2019: „‚Zu schön, um wahr zu sein‘ – Das Junge Rheinland„; 8. März 2019 bis 10. Juni 2019: „Fotografinnen an der Front. Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus„; 28. März bis 16. Juni 2019: „Pia Fries. Fabelfakt„; 30. Juni 2019 bis 4. August 2019: „DIE GROSSE Kunstausstellung NRW„; 29. August 2019 bis 5. Januar 2020: „Norbert Tadeusz„; 5. September 2019 bis 26. Januar 2020: „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR„; 19. September 2019 bis 5. Januar 2020: „Pierre Cardin„.
Florale Porträtinszenierungen von Fabio Borquez sind vom 18. September 2019 bis zum 5. Januar 2020 bei der Ausstellung „Flores del Mal“ im Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath zu sehen. Der argentinische Fotograf Borquez geht in seiner Serie über klassische Porträts hinaus. Dank ausgefallener Pflanzenarrangements verschmilzt er Natur, Mensch und Kunst miteinander. Wie in Ovids Metamorphosen scheinen sich die Porträtierten in den aufwändigen Bildinszenierungen zu verwandeln und bieten den Betrachtern neue Formen der Sinnlichkeit.
Stiftung Schloss und Park Benrath, Benrather Schlossallee 100-106 www.schloss-benrath.de Bis 13. Januar 2019: „Japanische Gärten in Deutschland„; 10. April 2019 bis 23. Juni 2019: „Mein allerliebster Ort“ Weiblicher Adel auf Schloss Benrath vom 17. bis zum 19. Jahrhundert; 18. September 2019 bis 5. Januar 2020: „Fabio Borquez. Flores del Mal. Fotografie„.
2015 arbeitete ich die Serie „DA IST KUNST DRIN“, motiviert durch die vielen Besuche in den Düsseldorfer Kulturstätten. Kunst bewegt was – bei mir immer. Und so setzte ich die Zeigehäuser der Landeshauptstadt fotografisch durch Langzeitbelichtungen aus der Hand in Bewegung.
Fotos der Künstlerinnen und Künstler Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey, alle Absolventen oder Studierende der Kunstakademie Düsseldorf, sind in der Ausstellung „Von mir aus“ im KIT – Kunst im Tunnel zu sehen. Ihre Fotografien, Filme und Installationen werden im KIT so inszeniert, dass sie sich mit der Architektur des Raumes auseinandersetzen und einen begehbaren Bildraum schaffen. Sie laden dazu ein, sich mit dem ständig veränderndem Terrain der Fotografie auseinanderzusetzen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie sie die Wirklichkeit formt.
KIT-Kunst im Tunnel, Mannesmannufer 1b www.kunst-im-tunnel.de Bis 10. Februar 2019: „Words don’t come easy – money doesn’t either„; 18. bis 27. Februar 2019: „Zu Gast im KIT: Concrete Delusion„; 16. März 2019 bis 16. Juni 2019: „Von mir aus“ Eine Foto-Ausstellung mit Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey; 29. Juni 2019 bis 6. Oktober 2019: „N.N.“ Performance-Ausstellung mit Ji Hyung Song (Klasse Gregor Schneider) und anderen; 12. bis 20. Oktober 2019: „INSERT: Kinder-Künstler-Vermittlungs-Projekt in den Herbstferien„; 31. Oktober 2019 bis Ende Januar 2020: „Taking Root (Wurzeln schlagen) – Eine Malerei-Ausstellung„.
Der Kunstpalast erwirbt über 3000 Fotografien aus der Bestandssammlung der Galerie Kicken. Der Rat der Stadt Düsseldorf hat am Donnerstag, 13. Dezember 2018, einstimmig die Erwerbung der Bestandssammlung der Galerie Kicken für die städtische Sammlung des Kunstpalastes beschlossen. Von den insgesamt 3039 Fotografien werden 1823 Fotos angekauft, zusätzlich schenkt Annette Kicken der Landeshauptstadt 1216 Aufnahmen. Mit der Erwerbung der Bestandssammlung der Galerie Kicken wird die historisch einmalige Möglichkeit genutzt, einen überaus hochwertigen und umfangreichen Fotografiebestand zu sichern, der Düsseldorfs Status als Stadt der Fotografie entspricht.
„Durch den Ankauf wird Düsseldorf schlagartig einer der bedeutenden Standorte für Fotografie in Deutschland und damit seiner Rolle und seinem Anspruch als Fotostadt gerecht.“, kommentiert Thomas Geisel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Erwerbung. „Die herausragende Qualität der Aufnahmen, die Vielseitigkeit der mit großer Kennerschaft zusammengetragenen Sammlung sowie der einwandfreie Erhaltungszustand der Fotografien sind einzigartig. Dass Annette Kicken sich großzügigerweise bereit erklärt hat, zusätzlich einen beachtlichen Teil der Arbeiten zu schenken, freut und ehrt uns ausdrücklich.“
Die Sammlung bildet die wichtigsten Tendenzen der europäischen Fotokunst des 19. und 20. Jahrhunderts ab und enthält Ikonen der Fotografiegeschichte, darunter Werke von Leopold Ahrendts, Gertrud Arndt, Bernd und Hilla Becher, Sibylle Bergemann, Robert Capa, Hugo Erfurth, Horst P. Horst, Lotte Jacobi, Rudolf Koppitz, Heinrich Kühn, André Kertész, Lázsló Moholy-Nagy und Lucia Moholy, Helmut Newton, Man Ray, Albert Renger-Patzsch, Franz Roh, August Sander, Otto Steinert und Edward Weston. Das über 3000 Werke umfassende Konvolut beinhaltet Originalabzüge („Vintage Prints“), von den Fotografen selbst angefertigte, autorisierte spätere Abzüge sowie Portfolios und Alben. Sammlungsschwerpunkte sind die Fotografie des 19. Jahrhunderts (540 Werke), der Bereich des Neuen Sehens und der Neuen Sachlichkeit (1001 Werke), die Bauhaus-Fotografie (194 Werke), die Subjektive Fotografie (214 Werke) und die New Topographics-Autorenfotografie (342 Werke). Darüber hinaus umfasst die Sammlung wesentliche Arbeiten aus der Frühzeit der Fotografie, des Piktorialismus sowie der Presse- und Modefotografie. Der Schwerpunkt des Konvoluts liegt auf Arbeiten von Fotografen aus Europa und den USA, welche in dem Entstehungszeitraum der Bilder die führenden Regionen für die Entwicklung des Mediums darstellen.
„Mit dem Erwerb der Bestandssammlung Kicken wird etwas Bleibendes geschaffen, wovon auch zukünftige Generationen profitieren werden.“, freut sich Hans-Georg Lohe, Kulturdezernent der Landeshauptstadt Düsseldorf: „Es ist ein großartiges Invest in die Kultur unserer Stadt.“ Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast, betont: „Die Fotografie als das bedeutendste Bildmedium des 20. Jahrhunderts ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit von Museen. Diese Erwerbung ermöglicht der städtischen Kunstsammlung, eine wesentliche Lücke in ihren Beständen zu schließen.“ Krämer führt weiter aus: „Das Konvolut, das sowohl Spitzenwerke als auch umfassende Werkgruppen beinhaltet, integriert sich perfekt in die Gattungen übergreifende Sammlung des Kunstpalastes und wird in Dialog mit dieser treten. Durch diese Erwerbung kann die Vielfalt unserer Bestände, welche die besondere Stärke der Kunstpalast-Sammlung darstellt, signifikant ausgebaut werden.“
Zusätzlich zu der Teilschenkung der Sammlung hat sich Annette Kicken bereit erklärt, die Stelle für eine/n wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in über die nächsten fünf Jahre zu finanzieren, der/die die Fotosammlung fachlich betreut. Für Anfang 2020 ist eine Ausstellung angedacht, die einen Überblick über die Fotosammlung ermöglicht. Mit der Neueröffnung der Sammlungspräsentation des Kunstpalastes werden die Fotografien in den Rundgang integriert und Seite an Seite mit Malerei, Skulptur, Graphik und Angewandter Kunst gezeigt. „Ich freue mich außerordentlich, insbesondere für meinen verstorbenen Mann, dass mit dem Kunstpalast ein Ort für die Bestandssammlung unserer Galerie gefunden werden konnte, an dem die Fotografie als gleichberechtigtes künstlerisches Medium behandelt wird.“, erklärt Annette Kicken. „Es war immer unser Anliegen, dass die Künste einer Epoche gemeinsam miteinander präsentiert werden und somit die gegenseitigen Einflüsse veranschaulicht werden können.“
In Düsseldorf findet sich eine für Deutschland einmalige Fotografieszene, die seit den späten 1970er-Jahren getragen wird von den bedeutendsten deutschen Fotografen: Bernd und Hilla Becher, Katharina Sieverding und Hans-Peter Feldmann sowie die Vertreter der sogenannten Düsseldorfer Schule – die ehemaligen Studierenden des Ehepaars Becher an der Düsseldorfer Akademie, darunter Andreas Gursky und Thomas Ruff. Obwohl es im Kunstpalast einige monographische Ausstellungen gegeben hat, in denen Fotografen wie Candida Höfer und Axel Hütte gewürdigt wurden, hat es parallel dazu keine umfassende Erwerbungsstrategie gegeben, um Fotografie als zentralen Teil der Sammlung aufzubauen. Folglich gibt es bisher weder im Kunstpalast noch in anderen musealen Institutionen der Stadt die Möglichkeit, einen Überblick über die Geschichte der Fotografie und ihre wichtigsten Positionen und Strömungen zu erhalten. Die Bestandssammlung der Galerie Kicken, bei der ein enzyklopädischer Ansatz verfolgt wurde und die für die Vermittlung im Museum ideal wäre, ist in Europa einmalig – sowohl unter qualitativen Aspekten als auch unter Berücksichtigung des Umfangs der Sammlung. Wie einer der beiden Gutachter des Konvolutes, Professor Thomas Weski, bestätigt, ist der eigene Aufbau einer derartigen, musealen Ansprüchen entsprechenden Fotosammlung selbst mit unbegrenzten finanziellen Mitteln heute nicht mehr denkbar. Die Erwerbung bedeutet, dass am Kunstpalast eine fundierte Auseinandersetzung zwischen der historischen Fotografie und der in Düsseldorf besonders präsenten Gegenwartsfotografie ermöglicht wird.
Eadweard Muybridge (1830–1904), Animal Locomotion, Females (Nude), Plate 81, Ascending and incline with a bucket of water in each hand; from: Animal Locomotion, An Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Animal Movements, 1872–1885 (Abzug ca. 1887), Lichtdruck, 48 x 61 cm, Kunstpalast, Düsseldorf
Galerie Kicken Der 2014 verstorbene Rudolf Kicken zählt zu den Pionieren der Fotogaleristen in Europa. Als der gebürtige Aachener seine Galerie 1974, damals gemeinsam mit Wilhelm Schürmann, gründete, war Fotografie als Kunstgattung noch nicht etabliert. Zunächst in Kickens Heimatstadt und anschließend in Köln angesiedelt, hat sich die Galerie schnell zu einer der führenden Fotogalerien in der internationalen Szene entwickelt. Seit 2000 hat Rudolf Kicken die Galerie gemeinsam mit seiner in Duisburg geborenen Frau Annette in Berlin geleitet. Heute ist die Galerie Kicken die wichtigste Fotogalerie in Europa. Die unzähligen von Annette und Rudolf Kicken organisierten Ausstellungen und Publikationen haben erheblich dazu beigetragen, dass Fotografie neben Malerei, Bildhauerei und Graphischen Arbeiten heute als Kunstform anerkannt wird. Bei der angebotenen Sammlung handelt es sich um den Bestand der Galerie Kicken. Seit der Gründung der Galerie Kicken 1974 war es Ziel von Annette und Rudolf Kicken, das Medium Fotografie in seiner ganzen Bandbreite im öffentlichen Bewusstsein sichtbar zu machen und zu verankern. Aus diesem nachhaltigen Verantwortungsgefühl für die visuelle Kultur unserer Zeit heraus hat die Galerie jahrzehntelang wichtige OEuvres der Fotografiegeschichte vermittelt und bewahrt. In der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast schließt sich nun der Kreis. Die Bestandssammlung der Galerie Kicken wird als umfassende Ergänzung der Düsseldorfer städtischen Sammlungen im Rheinland eine bleibende Heimat finden.
Annette Kicken unterstreicht: „Düsseldorf als signifikantes Zentrum zeitgenössischer Fotografie ist ein idealer Ort für die Bestandssammlung unserer Galerie. Künftig werden unsere Bilder in weit größerem Maßstab als bisher öffentliche Wirkung entfalten können, und das sehe ich auch vor dem Hintergrund unserer engen persönlichen Verbundenheit mit dem Rheinland mit großer Freude und Dankbarkeit, besonders im Gedenken an meinen Mann und sein Lebenswerk. Die bisherige Galerietätigkeit wird sich dahingehend verändern, dass die aktive Teilhabe am Kunsthandel mit Messeteilnahmen und Wechselausstellungen reduziert wird zugunsten einer stärkeren Konzentration auf die Kunstvermittlung und den Wissenstransfer mit Ausstellungsprojekten, Vortragsreihen, Kooperationen und Publikationen zur deutschen und internationalen Fotografie des 19. und 20. Jahrhunderts. Hier werden wir einen starken Fokus auf die Zusammenarbeit mit alten und neuen institutionellen und privaten Partnern legen.“
Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Vom 7. Dezember 2018 bis 10. März 2019 bringt die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ im NRW-Forum Düsseldorf Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen KünstlerInnen. Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 jahre bauhaus“.
Wie tragen die Neuerungen durch das Bauhaus auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen bei? Welche Rolle spielt die Foto-Avantgarde um 1930 für zeitgenössische KünstlerInnen? Die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ verbindet Arbeiten des Neuen Sehens, wie sie von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans bekannt sind, mit KünstlerInnen der Gegenwart wie Antje Hanebeck, Daniel T. Braun, Dominique Teufen, Doug Fogelson, Corina Gertz, Douglas Gordon, Kris Scholz, Max de Esteban, Stefanie Seufert, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Thomas Ruff, Viviane Sassen und Wolfgang Tillmans. Zeitgenössische Fotografien, Skulpturen und Videoinstallationen treten in einen Dialog mit der Sachlichen Fotografie im Jahrzehnt des Bauhauses.
Analog oder digital? Diese immer wiederkehrende Frage bei Präsentation von Fotografie im öffentlichen Raum muss nicht unbedingt beantwortet werden! Es zählt, was an der Wang hängt, unabhängig von dem bevorzugten Workflow der AutorInnen, der jeweils die Entstehung einer fotografischen Arbeit beschreiben würde. Auch ohne weitere Erklärungen tragen die Neuerungen durch das Bauhaus heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen bei.
Das erinnert ein wenig an die Zukunft – Der Geist des Bauhauses, der durch die Köpfe der Fotografie-AutorInnen weht, bringt weit mehr als nur „weiße Kisten und Freischwinger“ oder Fotogramm ähnliche Montagen hervor: Bauhaus in der Fotografie aus heutiger Sicht präsentiert uns in der Ausstellung vielfältige Visualisierungen – alle in einfachem und klarem Stil. Wir erinnern uns gerne an Vorlagen von László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans, deren Arbeiten die FotografInnen der Gegenwart für ihre Werke inspiriert haben müssen. So begreifen wir durch Sehen, was vor einhundert Jahren die revolutionäre Kunstschule an Seh- und Sichtweisen nachhaltig geprägt hat.
Zur Ausstellung erscheint Ende Januar 2019 ein umfangreicher Katalog im Kerber Verlag
Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter BEGEGNUNGEN
„100 jahre bauhaus im westen“ – 2019 jährt sich zum 100. Mal die Gründung der Bauhaus-Reformschule, der wohl berühmtesten Kulturinstitution Deutschlands. Der unmittelbare Anlass steht im Osten: In Weimar wurde die Schule gegründet, nach Dessau musste sie ziehen, um sich zu entfalten, in Berlin versuchte sie schließlich vergeblich weiterzubestehen. Die Nazis machten eine Vision des Gestaltens und Zusammenlebens zunichte, die auf Rationalität und Internationalität setzte und versuchte, den ästhetischen und sozialpolitischen Ansprüchen der Zeit nicht nur gerecht zu werden, sondern sie in ein harmonisches, wenn nicht sogar heiteres Verhältnis zueinander zu bringen.
Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Flächenland, beteiligt sich unter der Schirmherrschaft der Ministerien für Kultur und Wissenschaft Isabel Pfeiffer-Poensgen mit nahezu vierzig Projekten am bundesweiten Jubiläum. Das Ministerium und die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe haben zu einer Kooperation gefunden, die es in dieser Größenordnung und Reichweite noch nicht zu einem kulturellen Ereignis gegeben hat.
NRW ist Bauhaus-Land – „Bauhaus“, das war nicht nur Weimar, Dessau, Berlin. Auch im Rheinland und in Westfalen sind bedeutende Zeugnisse der „berühmtesten Reformschule“ zu finden. Hier drei Beispiele linienorientierter Architektur aus dem Revier:
Ehe der November zu Ende geht, noch schnell ein Foto aus den Schubladen meines Archivs zu der monatlichen Rubrik auf meinem BLOG.
Warten auf den Helikopter? Mitnichten! Warum begibt sich der Mensch freiwillig in Gefahr – an den Rand des Abgrunds? Weil er dort die beste Übersicht hat. Klar, das war auch mein Grund, den höchsten Berg der Insel Elba, den Monte Capanne, zu besteigen. Der Aussicht wegen. Die Sicht war gar nicht gut an diesem sommerlichen Ferientag. Aber ich war über den Wolken. Das macht immer frei auf eine eigentümliche Art. Der Hubschrauberlandeplatz liegt etwa 975 Meter über dem Meer. Schön, dass ich da oben nicht alleine war. So ergab sich das Motiv mit den Touristen mit Kind und Kamera und Sack und Pack. k.e
… reißt nicht ab. Ich war mal wieder ans Meer gereist. An die Küste der Bretagne. Mein Freund und Kollege Gerd Lorenzen war mit dabei. So gibt es von dieser Reise eine Menge Bilder von mir, bei meiner Arbeit zu einigen neuen SEESTUECKEN. Viel Zeit verbrachte ich unter meinem Schirm, geschützt hauptsächlich vor Wind und manchmal auch vor Regen. Die in Reiseführern immer wieder beschriebene „raue Atlantik- und Kanalküste“ der französischen Bretagne machte ihrem Ruf im November alle Ehre.
Die Fahrt zum äußersten Westen der französichen Republik, der Insel Ouessant, war ein faszinierendes Erlebnis. Nicht nur das passende Becherlicht für meine Belichtungen machte die Begegnung im Atlantik am Eingang zum Ärmelkanal zu etwas sehr besonderem, auch die Gewissheit – beim Blick über die Wassermassen -, dass zwischen diesem Ort und der Insel mit der Freiheitsstatue vor Manhatten kein Meter Land mehr liegt, machte mich als Mensch auf dieser Erde klein und durchaus sentimental.
Ich glaube, dass ich so schnell nicht genug bekomme von Fotografien aus diesem besonderen Raum zwischen einer natürlichen Urgewalt in Form endlos scheinender Wassermassen und den Spuren menschlicher Zivilisation. Diese ganz besondere Landschaft, eine Art Zwischenraum an der Nahtstelle von Wasser und Land, eine Art Begegnung der Horizotalen mit den Vertikalen, zieht mich immer wieder in ihren Bann. Große Vorbilder und Impulsgeber meiner Arbeit fühlten sich seit Jahrhunderten zutiefst von Seelandschaften berührt. Ich auch, seit über fünfundvierzig Jahren.
Ich habe schon die nächsten Bilder vom Meer im Kopf. k.e, November 2018
Paris, im November 2018 – Die Ausstellungshalle Grand Palais fertig gestellt zur Weltausstellung 1900 – das Museum Fondation Louis Vuitton eröffnet im Oktober 2014. Beide verbindet mehr als die Nutzung, Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude in der Kulturstadt an der Seine zu sein: jeweils zu ihrer Zeit wollten Architekten mit ihren Entwürfen die modernen technischen Möglichkeiten für Gebäudegestaltung umsetzen. Der eine, Charles-Louis Girault (1851–1932), schuf an der Avenue des Champs-Élysées einen Ingenieurbau aus Stahl und Glas. Der andere, Frank Gehry (*1929), bescherte der französichen Hauptstadt mitten im Bois de Boulogne eine „Wolke“ aus Glas, Beton und Holz.
Über einhundert Jahre liegen zwischen den beiden Konstruktionen, die in ihrer Zeit jeweils geradezu futuristisch anmuten. Und dennoch, oder gerade deshalb, finden wir Ähnlichkeiten in ihrer Grundgestaltungsform: Die gläsernen Dachkonstruktionen lenken Tageslicht in das Innere der Ausstellungshallen. Die Säulen sind nicht nur notwendig tragend, sondern auch offen gestaltet und fördern dadurch eine ästhetische Wirkung.
Die BesucherInnen flanieren unter und durch warmfarbige, weich geschwungene tragende Elemente.
Ich muss nicht Fotograf sein, um die Ähnlichkeiten beider Gebäude bemerkenswert zu finden. Und ich muss kein Fantast sein, um mir zu wünschen, dass beide Bauwerke auch in 50 oder gar 100 Jahren noch unter Denkmalschutz stehen sollten. k.e
Alle Fotos beider Bildberichte finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter BEGEGNUNGEN
Die Stiftung Louis Vuitton (französisch: Fondation d’entreprise Louis Vuitton) ist ein Privatmuseum in Paris inmitten des Bois de Boulogne, im Oktober 2014 nach den Entwürfen des Architekten Frank Gehry eröffnet. Wechselnde Ausstellungen zeigen vornehmlich Kunst des 20. Jahrhunderts.
In elf Galerien auf 11.000 Quadratmetern, in einem Auditorium mit 400 Plätzen für Konzerte und andere Veranstaltungen sowie auf mehreren Dachterrassen mit Blick über Paris finden BesucherInnen eine Erlebniswelt der Superlative.
Mein Kollege Gerd Lorenzen und ich waren nicht nur fasziniert von der Architektur aus Stahl, Holz und Glas, die an Segel erinnert, sondern erfreuten uns auch an der gelben Licht-Spiegel-Installation des dänischen Künstlers Ólafur Elíasson. Das ist nicht nur etwas für Lichtbildner! Im ganzen Haus ist das Fotografieren nicht verboten!
Die Architektur erinnerte mich weniger an ein Segelschiff, als vielmehr an Schalen gepellter hart gekochter Hühnereier, so wie sie am sonntäglichen Frühstückstisch auf dem Teller liegen. In den lichtdurchfluteten Inneräumen beachteten wir das Werk von Jean-Michel Basquiat, einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Es erstreckt sich über vier Ebenen des Frank Gehry-Gebäudes – noch bis zum 14. Januar 2019.
Die Ausstellung deckt die gesamte Karriere des Malers von 1980 bis 1988 ab und konzentriert sich auf 120 definierende Werke. Mit den erstmals hier versammelten Heads von 1981-1982 und der Präsentation mehrerer Kollaborationen zwischen Basquiat und Warhol umfasst die Ausstellung Werke, die zuvor in Europa nicht zu sehen waren.
In jungen Jahren verließ Jean-Michel Basquiat die Schule und machte sein erstes Studio in den Straßen von New York. Sehr schnell gelang ihm seine Malerei, die der Künstler suchte und empfand. Seine Arbeit bezieht sich auf den Ausbruch der Moderne, der Expressionisten. Die Schärfe seines Blickes, seine Besuche in Museen und das Lesen einer Reihe von Büchern gaben ihm einen wirklichen Sinn für Kultur. Sein Blick war jedoch gerichtet: Das Fehlen schmerzhafter schwarzer Künstler zwang den Künstler, die afroamerikanische Kultur und Revolten in seiner Arbeit gleichermaßen darzustellen. Der Tod von Basquiat im Jahr 1988 unterbrach eine sehr produktive Arbeit, die in weniger als einem Jahrzehnt mit über tausend Gemälden und noch mehr Zeichnungen ausgeführt wurde.
PARIS PHOTO, die internationale Messe für das Medium Fotografie, lockte fast 70.000 Besucher in das Grand Palais in Paris. Vom 7. bis 11. November war die Ausstellungshalle aus dem Jahr 1900 Treffpunkt für Künstler, Institutionen, Privatsammler, Profifotografen und anspruchsvolle Fotoliebhaber. Die Messe präsentierte 199 Galerien mit den Arbeiten von 300 Foto-Künstlern aus über 30 Ländern. 31 Verlage zeigten ihre Fach-Publikationen.
Die Podiumsgespräche und die Künstlergespräche waren ebenfalls ein großer Erfolg und präsentierten renommierte Künstler und Kuratoren, darunter Daido Moriyama, Diane Dufour, Joan Lyons, Simon Baker, Antoine d’Agata, David Campany, Noémie Goudal, Roxan Marcoci, Drew Sawyer, Laure Prouvost.
Zahlreiche Fotografen signierten auf der PARIS PHOTO ihre Bücher und nahmen am reichhaltigen Vortragsprogramm teil, unter anderem William Klein, Joel Meyerowitz, JR, Daido Moriyama, Harry Gruyaert, Antoine d’Agatha, Sophie Calle, Raymond Depardon, Franck Horvat, Sarah Moon, Sabine Weiss, Sebastia Salgado und James Nachtweiy.
Alle Fotos meines Bildberichts finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter BEGEGNUNGEN
Weitere Informationen zur PARIS PHOTO 2018 unter PARIS PHOTO 2018
Großes Interesse bei der Ausstellungseröffnung LANDUNG AUF EINEM PLANETEN in Essen-Bredeney
Der Laudator Heinz J. Scholz forderte die zahlreichen BesucherInnen auf , in die Bilder von Karl Lang, und somit in die Landschaften der Atacama-Wüste einzutauchen. Und er versprach, wer beim nach Hause gehen Sand in den Schuhen verspüre, habe alles richtig gemacht. Dieser Einladung folgten alle gerne und machten die Reise mit – nicht auf einen fremden Planeten, sondern mit einer Landung auf der bekannten Erde.
Der Fotograf Karl Lang beschrieb seine Arbeit so: „Diese Bilder habe ich aufgenommen in der Chilenischen und Argentinischen Atacama-Wüste. Eine Landschaft, in der 6000 Meter hohe Vulkane Nachbarschaft pflegen. Eine lebensfeindliche Steinwüste – man nennt sie die Wüste der verbrannten Steine – hier ist die Einsamkeit zuhause. Lava, Trockenheit und Wind formen eine uralte bizarre Landschaft – geschätzt 25 Millionen Jahre alt. Hier im Altiplano in Höhen um 4000 Meter hatte ich das Gefühl, bei der Entstehung des Planeten Erde zuzuschauen. Ich spürte seinen langsamen Atem vielleicht auch seine Geschichte. Es sind nicht nur Fotografien sondern auch erlebte Bilder. Ich hoffe, dass ich Sie mitnehmen kann in eine Zeit, die scheinbar stehen geblieben ist!“
Die großformatigen Fotografien der Atacama-Wüste beeindruckten die Gäste und waren Auslöser für zahlreiche Gespräche über die Vielfältigkeit der Erde. Menschen suchen häufig nach Orten, in denen sie Geborgenheit zu finden glauben. Da ist die karge Steinwüste der Atacama vielleicht nicht unbeding der richtige Ort. Trotzdem waren viele BesucherInnen motiviert, der visuellen Reise an diesem Abend eine reale Reise folgen zu lassen. Und es könnte sein, dass so schon der ein oder die andere den Sand in den Schuhen verspürte.
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Die Ausstellung ist am Sonntag, den 4. November 2018 von 15:00 bis 17:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.
Weitere Information zu Karl Lang finden Sie unter Karl Lang Foto
In dieser Ausstellung treten Fotografie, Skulptur und Malerei in einen Dialog. Was sie verbindet ist die Frage nach der menschlichen Figur, im Näheren die Beziehung zwischen Figuration und Abstraktion.
Die Serie „Lot“ des österreichischen Fotografen Bernhard Fuchs (geb. 1971) umfasst in der Bottroper Präsentation 12 Portraitaufnahmen. Es ist die zweite Portraitarbeit von Bernhard Fuchs, die, wie alle seiner bisherigen Serien, über mehrere Jahre entstanden ist (2007-2017). Wir sehen Menschen, die mit vorhandenem Licht in Innenräumen aufgenommen wurden und sich oft fragend dem Dialog mit dem Fotografen stellen. Es entsteht dadurch eine eigene Atmosphäre von Nähe und Distanz, wie sie schon in den anderen Serien von Bernhard Fuchs sichtbar wurde. Wie der Kunsthistoriker Gottfried Boehm im kürzlich erschienen Buch schreibt, „geht es nicht darum, das kollektive Bild gewisser Menschen oder Lebensverhältnisse unter Vorzeichen der Gegenwart zu entwerfen. Stattdessen sehen wir Sondierungen, Lotungen eben, im Gang, die mit den Mitteln der Kamera und bildnerischer Intelligenz eine wortlose Frage stellen.“
BERNHARD FUCHS
lebt und arbeitet in Düsseldorf
1971 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich, geboren
1993–97 Studium der Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher
1997–99 Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Timm Rautert
JUSTIN MATHERLY
lebt und arbeitet in Brooklyn, New York
1972 in West Islip, New York, geboren
2000 Certificate an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Philadelphia
2002 Bachelor of Fine Arts (BFA) an der University of Pennsylvania, Philadelphia
2007 Master of Fine Arts (MFA) am Hunter College, New York
TOBIAS PILS
lebt und arbeitet in Wien
1971 in Linz, Österreich, geboren
1990–94 Akademie der bildenden Künste, Wien
Unter dem Motto „NEU UND ALT“ hatte die Düsseldorfer Fotoschule DRITTELREGEL via facebook zum Fotografier-Spaziergang eingeladen. Treffpunkt war die Hochschule Düsseldorf an der Münsterstraße. Der nicht enden wollende Sommer hatte sich noch einmal aufgebäumt und verwöhnte die über zwanzig Fotografierenden nicht nur mit spätsommerlichen Temperaturen und mit bayerisch weiß-blauem Himmel, sondern obendrein mit knackigem klaren Licht. Beste Voraussetzungen also, die Kameraverschlüsse surren zu lassen. Ich begleitete die Fotografenschar mit meiner KB-Panoramakamera und ausreichend Color-Negativfilmen. Die hohen Kontraste durch das harte Licht und die dadurch entstehenden Schatten motivierten mich, die Scans für meinen Bildbericht in schwarz-weiß zu rechnen.
Also musste ich zunächst meine Bilder nicht nur im Panoramaformat, sondern auch in schwarz-weiß denken – das oben und das unten und die Farbe weglassen! Nach vier Stunden Fotografier-Spaziergang mit konzentrierter Motivsuche sah ich auch abends noch die Welt im extremen Querformat mit wenig Farbakzenten. Die Bildgestaltung im Kopf hatte sich mal wieder eingebrannt und ihre Nachbilder hinterlassen. Für mich immer ein eindeutiges Indiz dafür, dass Bilder zuerst in meinem Kopf entstehen. Bei Betrachtung der Realität, die dann immerhin Impulsgeber ist, entsteht erst dann im Zusammenspiel mit all den Bildern meiner Erinnerung ein Motiv. Erst danach fällt die bewußte Entscheidung, die akute Beobachtung in einer Fotografie zu verewigen. Geht es beim sogenannten Schnappschuss auch manchmal in Sekundenbruchteilen. Selbstverständlich sind die unzähligen Bilder in meinem Kopf hilfreich, aber häufig auch verstörend für meinen ästhetischen Anspruch an eine Fotografie – immer auf der Suche nach dem „etwas anderen Bild“.
Ausreichend Beispiele urbaner Architektur, bestehend aus modernen Bürogebäuden und individuellen Wohnhäusern, waren nicht nur Motive, sondern auch Anlass für spannende Gespräche in der Gruppe über Stadtentwicklung im allgemeinen und sozialpolitische Wirklichkeit in diesem Zusammenhang im besonderen. Die dennoch zum Teil attraktiven Bauten des Düsseldorfer Stadtteils Derendorf verlangten von den TeilnehmerInnen zum Teil auch körperliche Höchstleistungen beim Erstellen ihrer Fotomotive.
Ob die Architektur unserer Büro-, Wohn- und Einkaufslandschaften nachhaltig in unserem Stadtbild erhalten bleibt, wage ich leise zu bezweifeln. Ich würde mir mehr Häuser wünschen, von denen man heute schon sagen könnte, dass sie es wert wären, sie in vierzig Jahren mal unter Denkmalschutz zu stellen.