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Ich kommuniziere auf meinem Blog nicht nur eigene Fotoprojekte.
Ich informiere über Fotografie und deren Stellenwert in der Kunst und im Kommerz.

Ich möchte Impulse geben für eine differenzierte Aufmerksamkeit für die Fotografie, einem Jahrhunderte alten Medium in unserer digitalen Gesellschaft.

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DUESSELDORF PHOTO WEEKEND 2019 © k.enderlein FOTOGRAFIE

Seit bald fünfzig Jahren beobachte ich Fotografie im öffentlichen Raum – in Museen, in Galerien, auf Kunstmessen, auf Werbeplakaten, auf Foto-Festivals. Welchen Wandel, welche Entwicklung erfährt dieses Medium? Wie verändert sich die Gesellschaft, in der es stattfindet? Wie wechselvoll geht die Gesellschaft mit dem Medium visuelle Kommunikation um? Trotz meiner Voreingenommenheit als Fotoautor, oder gerade deshalb, sind diese Fragen für mich immer wieder spannend, zudem existenziell für mein Wirken und mögliche Antworten immer wieder überraschend. Die Fotografie besteht im Wandel der Zeit. Fotografie wird hoffentlich ein immer spektakuläres Medium sein. Ich werde das in meinem Fotografenleben weiter beobachten! Ich werde versuchen, Antworten zu geben!

Das Foto zeigt eine Außenausstellung von Fotografie-Studierenden der fotobus society auf dem Schadowplatz anl. des DUESSELDORF PHOTO WEEKEND 2019. Wir sehen drei Arbeiten von Felix Kleymann und eine von Martin Lamberty (re.) – © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

LEBENS(T)RAUM

Fotoausstellung in der Jugendfreizeiteinrichtung Twenty One am 3. Dezember in Düsseldorf-Heerdt eröffnet

Ralf Blankenberg (vorne 3.v.l.) und sein kreatives Projektteam „Foto-Video-Musik-Net“ bei der Ausstellungseröffnung im Jugendtreff Schiessstr. 21 © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Was sie in einer viermonatigen Projektarbeit erarbeitet hatten, präsentierten die Jugendlichen am 3. Dezember stolz und selbstbewusst der Öffentlichkeit unter dem Titel „Lebens (T) Raum“. Die zwischen acht und 17 Jahre alten Jugendlichen nutzen die Fotowerkstatt im Jugendtreff in Düsseldorf-Heerdt unter der Leitung des Pädagogen Ralf Blankenberg für die kreative Reflexion ihrer Lebenswelt in Bezug auf ihre Probleme, Wünsche und Ängste. In der technisch gut ausgerüsteten digitalen Werkstatt bearbeiten sie ihre Projekte von der Fotodatei bis hin zum präsentierfähigen Wandbild.

Hier vier Beispiele aus der Projektarbeit 2018:

Beeindruckend überzeugen sie BesucherInnen davon, dass die neuen Medien bei sinnhafter Nutzung viel mehr sein können, als ein virtuelles Instrument für absolut abstraktes Denken. Bei ihrer fotografischen Arbeit verknüpfen die Jugendlichen wichtige Elemente ihres realen Lebens mit digitalen Werkzeugen der (hier: visuellen) Kommunikation und begreifen so den selbstverständlichen aber durchweg sinnvollen Umgang mit neuer Technik. Wenn sie mal erwachsen sind, haben sie diese Fähigkeit vielen erwachsenen Medien-Intensivnutzern voraus. Das lässt hoffen! k.e


HEIMAT – FOTOGRAFIEN AUS DEM RUHRGEBIET

Cover des Bildbands „Heimat – Fotografien aus dem Ruhrgebiet“, 2019; Copyright: Ruhr Museum

Das Ruhr Museum schreibt über seinen jüngst herausgegebenen Bildband:

Das Thema Heimat ist momentan höchst aktuell und das Ruhrgebiet in diesem Zusammenhang ein Fallbeispiel der besonderen Art: Hier verändert die „alte Heimat“ sich fundamental durch das endgültige Ende des Bergbaus.
„Heimat“ ist ein Bildband, der die immer noch allgegenwärtigen Klischeebilder vom Revier durch überraschende Sichten unterwandert und Räume für individuelle Erinnerungen und Assoziationen öffnet. Das Konzept von „Heimat“ geht von Begriffspaaren aus, die spontan mit dem Revier assoziiert werden. Kapitel wie „dreckig und sauber“, „heiß und kalt“, „oben und unten“ handeln zwar naturgemäß von Bergbau und Industrie, vom Alltag mit Wohnen und Arbeiten, Konsum und Freizeit – aber durch Art, Auswahl und Zusammenstellung der Fotografien werden ganz ungewohnte neue Bildwelten von der vertrauten „alten“ Heimat erzeugt.

Der Fundus im Fotoarchiv des Ruhr Museums spielt dabei eine wesentliche Rolle: Neben journalistischer Fotografie finden sich Auftragsarbeiten zur Dokumentation von Stadt-, Industrie- und Firmengeschichte ebenso wie Werbeaufnahmen für verschiedenste Produkte. Hier sind deshalb nicht nur die gängigen Motive der Ruhrgebietsgeschichte überliefert, sondern es sind auch viele spannende Entdeckungen zu machen. Dafür liefert „Heimat“ zahlreiche Beispiele.

Dr. Sigrid Schneider war nach Universitäts- und Rundfunktätigkeit bis 2012 für den Aufbau und die Leitung der Fotografischen Sammlung im Ruhr Museum in Essen zuständig. Neben Projekten und Publikationen zur Fotografie hat sie zahlreiche Ausstellungen kuratiert, unter anderem zur Nachkriegsfotografie, zu den 1960er Jahren, zur Ikonographie des Ruhrgebiets, zum Verhältnis von Realität und Abbild, außerdem mit einer CD und einem Katalog erste systematische Überblicke über die Sammlung des Fotoarchivs vorgelegt.

In der heutigen Zeit fast schon überstrapaziert, dennoch gerne bemüht: das Wort „Heimat„. „Wir wollten bewusst diesen Begriff nicht dem dunklen rechten Spektrum unserer Gesellschaft alleine überlassen.“ deshalb, so der Direktor des Ruhr Museum Theodor Grütter, der dieses Wort als „kontaminiert“ in den Nachkriegsjahrzehnten Deutschlands bezeichnet, habe man den Titel des Bildbands so gewählt. Dass das opulente Buch noch rechtzeitig vor Weihnachten den Weg in den Handel gefunden hat, freut Grütter ebenso wie die Herausgeberin Sigrid Schneider und selbstverständlich den Verleger vom Klartext Verlag Achim Nöllenheit.

So sah ich mein Revier Anfang der achtziger Jahre. „Weihnachten im Werk, Duisburg-Hamborn“ © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

227 Bilder aus einem Zeitraum von 1867 bis 2009 von insgesamt 53 zum Teil renommierten FotografInnen zeichnen das Bild vom Revier in diesem Band. Dass ich die zeitgenössischen Werke nicht sofort als zeitgenössisch identifiziere, liegt vielleicht auch an meiner voreingenommenen Sehweise aufs Revier. Chargesheimer ist tot, es lebe Chargesheimer, so dämmerts mir im Unterbewusstsein bei der Suche nach einem neuen und zeitgemäßen Bild des Ruhrgebiets. Nun ist es nicht Aufgabe einer historischen Sammlung, und so nennt sich das Fotoarchiv im Ruhr Museum zu Recht, tagesaktuelle Bildmotive oder aktuelle Arbeiten von Fotokünstlern dieser Region zu veröffentlichen. Es wird zwar von einem Brückenschlag zwischen den allzu vertrauten Motiven und möglichen modernen Bildinterpretationen einer keineswegs einheitlichen Region gesprochen, der Verweis auf das stetig wachsende Nachbar-Archiv „Pixelprojekt Ruhrgebiet“ befriedigt meine Erwartung allerdings nicht. Diese lobenswerte Initiative, 2003 von Fotograf Peter Liedtke gegründet, beschreibt zwar auch einen Wandel der Fotografie adäquat zum Wandel des Reviers. Es finden sich allerdings auch hier viel zu viele Klischee-Bilder á la Chargesheimer, ob nun von älteren oder jungen FotokollegInnen. Die allzu vertrauten Motive von Taubenzüchtern, Fußballvereinen, Kinderhilfsorganisationen, Migrationsfamilien, verstauten Schnellstraßen und einer vermeintlich zeitlosen Büdchenkultur reißen nicht ab und zeichnen immer noch ein Bild vom Revier, das längst überholt scheint. Da helfen auch wenig die Bilder anderer Publikationen der Hamborn-Bruckhausener Brautläden oder die Straßenfotografie nächtlicher Handyfotos mit vermeintlichen Clanstrukturen. Genau so wenig, wie die Bilder von Till Brönner (MELTING POTT).

So ist mein Revier, wie ich es heute begreife! „An der Nord-Süd-Achse in Duisburg“ © 2017 k.enderlein FOTOGRAFIE

Um nicht das immer Gleiche abbilden zu müssen, sind die Fotografen gezwungen, eigene innovative Sichtweisen zur Repräsentation des gegenwärtigen Ruhrgebiets zu finden, wenn sie nicht im Dilemma des Selbstreferentiellen, der endlosen Wiederholung der bekannten Bildmuster verharren wollen.“ betont Sigrid Schneider im spärlichen Nachwort. Das empfehle ich allen Foto-KollegInnen auch, nicht ganz sicher, ob dieses Dilemma in dem vorliegenden Bildband behoben ist. So ist es nun an uns, so wir das Buch Heiligabend unter dem Christbaum finden, zu entscheiden, ob wir uns mit diesem Bild vom Ruhrgebiet identifizieren können und ob wir einen Wandel im Ruhrgebiet jetzt besser begreifen. Und dabei sollte es keine Rolle spielen, ob wir das Ruhrgebiet kennen oder nicht. Es wäre ja vielleicht auch ein passendes Weihnachtsgeschenk für meine Freunde in Berlin oder München, die wiederum ihr gänzlich eigenes Verständnis von Heimat haben. k.e


AUS MEINEN SCHUBLADEN 09.19

Haus Feininger (Detail), Meisterhäuser Dessau © 2014 k.enderlein FOTOGRAFIE

Nun neigt sich das 100ste Jubiläumsjahr des BAUHAUS dem Ende. Ich bin ganz froh. Unzählige Veranstaltungen, massenweise Werbung, kommerzielle Produkte – alle unter dem Deckmäntelchen, mit der bedeutsamen und folgenreichsten kulturellen Erscheinung des 20. Jahrhunderts (1919-1933) auf irgendeine Weise verbandelt zu sein, nervten mich auf die Dauer dann doch. Anfangs schreckte ich erfreut auf, las oder sah ich irgend etwas aus dem Zusammenhang dieser Kunstschule, doch zu oft waren es dann profane Zusammenhänge, mit denen die Protagonisten zahlreicher Kultur- und Kommerzinstitutionen auf sich aufmerksam machen wollten. So stumpfte mein tradiertes Interesse am BAUHAUS in diesem Jahr allmählich ab. Nächstes Jahr will ich wieder hinsehen und hinhören, wenn der Name BAUHAUS auftaucht. Ich werde auch die neuen Museen in Weimar und Dessau besuchen. Doch für dieses Jahr ist mein Bedarf gründlich gedeckt.

Bauhausgebäude Dessau, Flur im Erdgeschoss © 2014 k.enderlein FOTOGRAFIE

Das BAUHAUS, seine Lehrmethoden und seine Produkte, bleiben nun einmal zeitlos. Die Arbeiten zahlreicher Bauhaus-Künstler werden heute noch bewundert und schmücken Galerien und Museen auf der ganzen Welt. Die Bauhaus-Architekten und -Designer schufen Produkte, die nicht nur schön, sondern auch haltbar, nützlich und erschwinglich waren. Heute werden diese noch häufig kopiert – selten erreicht – und teuer vermarktet. BAUHAUS ist trotzdem zu einer, wenn auch geschützten, Marke geworden, die die Ästhetik ihrer Produkte nachhaltig bewahrt.

Als stark linienorientiert denkender und arbeitender Fotograf kann ich gar nicht umhin, bei den Bildern, die zunächst in meinem Kopf entstehen, immer eine „BAUAHUS-Schere“ anzusetzen. Gewiss, rund kann auch schön sein, ist manchmal unumgänglich, durchaus aber auch teurer. Aber so, wie unsere runde Erde wunderschön auf zahllose Seiten eines Atlas rechteckigen Formates passt, lese ich die Welt für meine Bilder – bestenfalls passt alles in ein Quadrat oder ein Rechteck.

So danke ich meinen zahlreichen Vorbildern, meinen Meistern im Geiste: Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Hannes Meier, Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Gerhard Marcks, László Moholy-Nagy und deren Studierenden Josef Albers, Marcel Breuer, Herbert Bayer, Gunta Stölzl, Anni Albers und Joost Schmidt.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH 100 Jahre BAUHAUS 2019


GUTE AUSSICHTEN – JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE 2019/2020

Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation – Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf bis zum 16. Februar 2020

NRW-Forum Düsseldorf, gute aussichten – junge deutsche fotografie 2019/2020, Ausstellungsvorbesichtigung, GA-Gründerin Josefine Raab, Bildmitte vorne © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Mit der Ausstellung „gute aussichten 2019/2020“ präsentiert das NRW-Forum Düsseldorf wieder die Auftaktausstellung des renommierten Nachwuchspreises. Im 16. Jahr von „gute aussichten“ wählte die Jury aus 82 Einreichungen von 36 Hochschulen neun Preisträgerinnen aus: „Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation“ ist der rote Faden, der sich durch die Ausstellung 2019/2020 zieht und die Werke der PreisträgerInnen miteinander verknüpft.

Die PreisträgerInnen sind:

Lukas van Bentum (Fachhochschule Bielefeld)
Ricarda Fallenbacher (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Lisa Hoffmann (Muthesius Kunsthochschule Kiel)
Juliane Jaschnow (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig)
Johannes Kuczera (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg)
Larissa Rosa Lackner (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig)
Marco Mehringer (Bauhaus Universität Weimar)
Markus Seibel (Hochschule Darmstadt)
Victoria Vogel (Fachhochschule Bielefeld)

„gute aussichten GRANT“: Malte Sänger (gute aussichten-Preisträger 2018/2019)

NRW-Forum Düsseldorf, gute aussichten – junge deutsche fotografie 2019/2020, GA GRANT-Gewinner Malte Sänger © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Die Bilder der PreisträgerInnen zeigen die Protagonisten aus Sicht unserer Kinder. Und wenn die groß sind, begegnen sie vielleicht dann der deutschen Fotografier-Elite auf Augenhöhe! Dem Foto-Nachwuchs viel Erfolg weiterhin.“ k.enderlein

Weitere Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs in dem Album NRWFORUM

Alle Infos zur Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite des NRW-Forum


BIEKE DEPOORTER 2015-2019

Ausstellung der belgischen Magnum-Fotografin im NRW-Forum Düsseldorf – noch bis zum 16. Februar 2020

NRW-Forum Düsseldorf, Bieke Depoorter 2015-2019, Die Fotografin Bieke Depoorter vor ihrer Arbeit Michael © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Anfangspunkt der Ausstellung sind Arbeiten von 2015, kurz bevor Bieke Depoorter als zu der Zeit jüngste Fotografin zum Vollmitglied der renommierten Agentur Magnum Photo ernannt wurde. Die Ausstellung zeigt auf, wie sich ihre Arbeitsweise in dieser Zeit und bis heute fortlaufend und dramatisch verändert hat. Wichtige Sujets sind nach wie vor die Nacht und Momente, in denen niemand zu beobachten scheint. Im Vordergrund stehen heute aber vermehrt ästhetische, ethische und soziale Fragen sowie Depoorters nie abgeschlossene Suche nach Antworten. Die aktuellen Serien sind eine Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Wesenhaften ihrer Arbeit und eine Suche nach ihrer Rolle als Fotografin, nach Dialog und Kooperation mit den Menschen, die sie porträtiert. Sie versteht sich als Fotografin immer mehr als Außenseiterin, aber auch als Künstlerin, die nach Wegen sucht, die Lücke zwischen ihr und den Menschen, die sie fotografiert, zu schließen. Oft sind es am Ende gemeinsame Erzählungen von Fotografin und Porträtierten, die in die Arbeiten eingehen.

Bieke Depoorter wurde 1986 in Kortrijk, Belgien, geboren. Sie hat Fotografie an der Royal Academy of Fine Arts in Gent studiert, wo sie 2009 den Master-Abschluss erwarb. Drei Jahre später, im Alter von nur 25 Jahren, wurde sie von Magnum Photos nominiert, 2016 zum ordentlichen Mitglied ernannt.

Weitere Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs in dem Album NRWFORUM

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NATASCHA SCHMITTEN/WOLFGANG TILLMANS

Made in Düsseldorf #2 – Ausstellung im NRW-FORUM noch bis zum 6. Januar 2020

NRW-Forum Düsseldorf, Made in Düsseldorf #2, die Künstlerin Natascha Schmitten vor ihrem Werk Kryosphere, 2019 © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Dreidimensionale Wahrnehmung und deren Transformation ins Zweidimensionale ist Inhalt der Arbeiten von Natascha Schmitten. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion. Sie zeichnen sich durch halbtransparente Farbschichten aus, die auf Nylon aufgetragen sind. Im Spannungsfeld zwischen dem realen Raum und dem Bildraum entwickelt sie ihre Werke. Schmitten erfasst – so wie auch Wolfgang Tillmans (*1968 in Remscheid) – das, was sie umgibt. Sie nimmt das Sichtbare und das Geschehene als Ausgangspunkt, um es auf dem Bildträger umzusetzen. „Meine Bilder sind häufig ein Ausschnitt aus einem ungleich größeren Zusammenhang, ein Moment“, so die Künstlerin in einem Interview 2019. Die Dynamik der Bilder entsteht im Spannungsfeld zwischen der Nicht-Erkennbarkeit eines Motivs und der Tatsache, dass die Bilder offensichtlich aus der Welt des Sichtbaren stammen.

Natascha Schmitten wurde 1986 in Bonn geboren, sie lebt und arbeitet in Köln. Sie besuchte von 2006 bis 2014 die Kunstakademie Düsseldorf und war 2012 Meisterschülerin von Prof. Anzinger. 2018 war sie Artist in Residence in Los Angeles und erhielt 2017 den Douglas Swan Förderpreis in Bonn.

NRW-Forum Düsseldorf, Made in Düsseldorf #2, die Künstlerin Natascha Schmitten (links) vor Wolfgang Tillmans Plant life, 2005 © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Weitere Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs in dem Album NRWFORUM

Alle Infos zur Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite des NRW-Forum


FARBE ABSOLUT

KATHARINA GROSSE X GOTTHARD GRAUBNER IM MKM MUSEUM FÜR MODERNE KUNST, DUISBURG

Die Künstlerin Katharina Grosse, Walter Smerling (Direktor des MKM) und die Kuratorin Eva Schmidt bei der Ausstellungsvorbesichtigung vor Grosses Werk aus dem Jahre 2018 © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Farbe absolut: Aus der Perspektive der international gefeierten Malerin Katharina Grosse (geb. 1961) sehen wir auf die legendären „Farbraumkörper“ Gotthard Graubners (1930-2013) und umgekehrt. In den 1980er-Jahren hatte Grosse einige Jahre lang die Klasse Graubners an der Düsseldorfer Akademie besucht, wo sie später selbst unterrichtete. Im Zentrum der Ausstellung steht der Dialog der Werke – und damit die Auseinandersetzung mit dem Wesen und den Möglichkeiten der Farbmalerei. Gemeinsamer Ausgangspunkt beider Künstler ist die Überzeugung von der überzeitlichen, existenziellen Kraft der Farbe, die sich unmittelbar auf den Betrachter überträgt und physisch erfahrbar wird. Umso überraschender ist es zu erleben, zu welch unterschiedlichen malerischen Ergebnissen Katharina Grosse und Gotthard Graubner gelangen, mit denen beide ihre jeweilige Zeit künstlerisch prägen.

Katharina Grosse malt ihre großformatigen Werke, wie sie sagt, „mit Leichtigkeit“. Ihre Arbeiten korrespondieren mit den kissenartigen „Farbraumkörpern“ von Gotthard Graubner. Graubner deckt die Kraft der Farbe zu und lässt uns denken, was im Innern der Farbkissen explodiert, Grosse deckt die Farben auf und legt sie für uns in großformatigen Installationen aus. Dieser vermeintliche Gegensatz erzielt die Spannung der Werke in der Ausstellung. Der Dialog unter den Arbeiten der beiden Künstler funktioniert aber nur durch visuelles Zuhören der BesucherInnen der großformatigen Ausstellung in Duisburg. Wenn man aber diese Sprache versteht, erfährt man einen Rausch absoluter Farbe.

Noch bis 26. Januar 2020 in Duisburg!

MKM Duisburg – FARBE ABSOLUT, Katharina Grosse X Gotthard Graubner, Direktor Walter Smerling und K. Grosse © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archives im Ordner BEGEGNUNGEN

Viel mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite des MKM


EDVARD MUNCH –

GESEHEN VON KARL OVE KNAUSGåRD

Rund 140 noch nie in Deutschland gezeigte Werke in der Kunstsammlung NRW im K20 in Düsseldorf – 12.10.2019 – 1.3.2020

Auf der Ausstellungsvorbesichtigung erklärt der norwegische Autor Karl Ove Knausgård (*1968) den anwesenden JournalistInnen wie er die Bilder von Edvard Munch (*1863 †1944) bergreift.
Edvard Munch im K20 – Pressekonferenz, Prof. Dr. Susanne Gaensheimer und Karl Ove Knausgård (v.l.) vor Edvard Munchs „Die Sonne“ aus dem Jahr 1912 © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Edvard Munch (1863–1944) gehört zu den bedeutendsten Künstlern des frühen 20. Jahrhunderts. Er war ein Wegbereiter des Expressionismus und einzigartig in seinen stilistischen und technischen Erfindungen im Bereich der Druckgrafik. Zu seinen wichtigsten Schöpfungen gehören weltweit bekannte Bilder wie „Der Schrei“ oder „Das kranke Kind“ – Werke, die der Norweger ab den 1880er Jahren schuf. Nach längeren Aufenthalten in Paris und Berlin zog sich Munch ab 1909 nach Oslo zurück. Von diesem Zeitpunkt an entstanden winterliche Landschaften, Blumengärten und lebensgroße Porträts voll überraschender Heiterkeit.

Karl Ove Knausgård wurde 1968 geboren. Er gilt als wichtigster norwegischer Autor der Gegenwart. Die Romane seines sechsbändigen, autobiografischen Projektes „Min Kamp“ wurden weltweit zur Sensation und setzten neue literarische Maßstäbe. Sie sind in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt. 2015 erhielt Knausgård den WELT-Literaturpreis, 2017 den Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft. Im selben Jahr wurde ihm auch der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur verliehen. Karl Ove Knausgård lebt mit seiner Familie in London.

Mit rund 140 selten oder noch nie in Deutschland gezeigten Werken präsentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im K20 einen „unbekannten“ Edvard Munch. Ausgewählt hat die Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen Karl Ove Knausgård. Der international gefeierte Schriftsteller, Norweger wie Munch, erlangte Weltruhm mit seinem sechsbändigen autobiografischen Roman, der in über dreißig Sprachen übersetzt und vielfach preisgekrönt wurde. Sein sehr persönlicher Blick eröffnet eine frische Perspektive auf den wohl bedeutendsten Künstler der skandinavischen Avantgarde um 1900 und legt dar, wie aktuell Munchs Beschäftigung mit der Einbettung des Individuums in die Gesellschaft auch heute noch ist.

„Die Ausstellung mit Werken eines historischen Künstlers folgt dem Leitgedanken der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, unter neuen Blickwinkeln Erkenntnisse für die Schwerpunkte unserer Sammlung zu gewinnen“, erklärt Susanne Gaensheimer, Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, und begründet ihr besonderes Interesse an diesem Projekt damit: „Die europäische Moderne des frühen 20. Jahrhunderts ist das Herzstück unserer Sammlung und es ist uns ein Anliegen, mit unseren Ausstellungen und Programmen diesen wertvollen Bestand in einen Reflexionsprozess einzubinden“.

Edvard Munch im K20 – Pressekonferenz, Karl Ove Knausgård (ganz rechts) © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Knausgård erkundet die Innenwelt des Malers und spürt den künstlerischen Überlegungen nach, die Munch beschäftigten. Dem subjektiven Zugang des Autors folgend gliedert sich die Ausstellung in vier Themenbereiche: „Licht und Landschaft“ präsentiert Küsten und Gärten, aber auch Szenen mit Menschen bei der Arbeit auf dem Feld. Es folgt „Der Wald“ mit Ansichten von Bäumen und Feldern – einer Natur, die die Oberhand über das menschliche Handeln gewinnt. „Chaos und Kraft“ gewährt Einblick in die emotionalen und psychischen Triebkräfte der Malerei Munchs und dessen Ringen um jedes Werk. Nach dieser Konzentration auf das Innere bilden den Abschluss „Die Anderen“ – Bildnisse von Freunden und Gefährten, an denen abzulesen ist, wie das Individuum die Kontrolle über die Wirklichkeit zurückerlangt.

Edvard Munch im K20 – Ausstellungsansicht © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Für die Ausstellung durchforstete Knausgård die Sammlungsmagazine im Munch Museum auf der Jagd nach Werken, die Munch in neuem Licht erscheinen lassen“, beschreibt Stein Olav Henrichsen, Direktor des Munch Museums in Oslo, das Entstehen der Ausstellung im Herbst 2017 ebendort. Gemeinsam mit Karl Ove Knausgård konnte die Ausstellung in Düsseldorf um einige wichtige Bilder erweitert werden. Mit „Edvard Munch – gesehen von Karl Ove Knausgård“ ist es gelungen, eine neue Perspektive auf einen der bedeutendsten Künstler an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu eröffnen.

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archives im Ordner BEGEGNUNGEN

Mehr Informationen über die Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite der KUNSTSAMMLUNG


UNSEEN AMSTERDAM

Foto-Spektakel in Amsterdam am Wochenende 20 – 22 Sept 2019

unseen AMSTERDAM 2019 © k.enderlein FOTOGRAFIE

unseen ist eine internationale Plattform, die sich der zeitgenössischen Fotografie widmet. unseen konzentriert sich auf das Neue in der internationalen Kunstszene und entdeckt und präsentiert Kunstwerke von aufstrebenden Künstlern und hilft dabei, deren Praxis zu entwickeln. Ebenso werden die neuesten Arbeiten von etablierten Künstlern präsentiert. Der Schwerpunkt der Fotoschau in Amsterdam liegt auf künstlerischen Interpretationen mit dem Medium Fotografie.

unseen schafft einen einzigartigen Raum für den Austausch von Ideen und Wissen, das Hören verschiedener Stimmen, die Sensibilisierung für die brennenden Themen von heute und die Erweiterung der internationalen Gemeinschaft. Kommunikative Peripherie-Veranstaltungen im Umfeld der Messe laden zum sehen, erleben und diskutieren.

Alle Informationen zu der Amsterdamer Foto-Schau finden Sie hier.


PIERRE CARDIN.FASHION FUTURIST

Der Kunstpalast in Düsseldorf bittet zur Modenschau – Ausstellung mit Werken des Mode-Futuristen Pierre Cardin noch bis zum 5. Januar 2020

DIE BEATLES – George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon – Photo by V&A Images – © 1963 Harry Hammond – Image courtesy – gettyimages.com

Die BEATLES? – Ja, auch diese Anzüge der noch jungen Popgruppe sind nach Entwürfen von Pierre Cardin geschneidert. Und das waren lange nicht die ersten Kleider, die den umtriebigen Couturier, Designer und Pionier des Prèt-à-porter berühmt machten. Bereits 1950 gründete Pierre Cardin (*1922 in Italien) sein eigenes Modelabel. Jetzt widmet der Kunstpalast dem französischen Modeschöpfer die erste umfangreiche Ausstellung in Deutschland. Mehr als 80 Haute-Couture-Kleider und Accessoires für Damen und Herren sowie Fotos und Filmmaterial geben einen faszinierenden Einblick in Cardins kreativen Kosmos.

Nach der Autoschau im letzten Jahr unterstreicht der Kunstpalast mit einer Art Modenschau nun einmal mehr seinen Anspruch, den klassischen Kunstbegriff um einige Facetten zu erweitern. Und das in Düsseldorf, hoffentlich nie Autostadt, sondern eher Medien- und Modestadt, und mit der dazu gehörigen Königsallee. Das passt doch.

PIERRE CARDIN.FASHION FUTURIST, Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf, v.l.n.r.: Kuratorin Barbara Til, Generaldirektor Felix Krämer und Rodrigo Basilicati Cardin (Neffe von Pierre Cardin und Generaldirektor des Unternehmens Pierre Cardin © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Mit dieser Mode-Ausstellung widmet sich der Kunstpalast im Kontext seiner Sammlung Angewandte Kunst abermals einem Projekt, das für einen erweiterten Kunst- und Designbegriff steht.“, betont Felix Krämer. „Zudem verstehen wir die in der international bekannten Modestadt Düsseldorf präsentierte Schau als eine Verbeugung gegenüber dem bis heuten aktiven 97-jährigen Modeschöpfer.“

PIERRE CARDIN.FASHION FUTURIST, Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf, oben v.l.n.r.: die Kuratorinnen Barbara Til und Maria Zinser © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Cardin, der mit seiner geometrisierenden Formensprache eine unverwechselbare Ästhetik geschaffen hat, zeichnet wenig und kreiert seine skulptural anmutende Mode meist am Modell.“, hebt die Kuratorin Barbara Til hervor. „Er arbeitet geradezu plastisch, wie ein Bildhauer, mit einer direkt am Körper entwickelten und dem verwendeten Stoff gemäßen Schnittführung.“

„Cardins Mode verschafft Frauen, aber auch Männern in einer Zeit der politischen und sexuellen Umwälzungen große modische Freiheiten“, so Kuratorin Maria Zinser. „Mit Looks aus Minirock, flachen Stiefeln und helmartigem Hut kreiert er eine Mode des Protests: jung, sexy und mutig zugleich.“

PIERRE CARDIN.FASHION FUTURIST, Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf, Rodrigo Basilicati Cardin, Neffe von Pierre Cardin und Generaldirektor des Unternehmens Pierre Cardin © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Pierre Cardin sieht seine Mode als Kunst am Körper, in der sich die Person wohl fühlen muss. Dabei spielt die Wahl der Materialien eine untergeordnete Rolle.“, zitiert Rodrigo Basilicati Cardin seinen Onkel. Cardin kombiniere oft sehr leichte synthetische Materialien mit festen wollenen Stoffen.

PIERRE CARDIN.FASHION FUTURIST, Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf, v.l.n.r.: Generaldirektor Felix Krämer, Rodrigo Basilicati Cardin (Neffe von Pierre Cardin und Generaldirektor des Unternehmens Pierre Cardin), Dr. Stella A. Ahlers (Vorstandssitzende Ahlers AG) © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

Die Ahlers AG, Linzennehmerin seit 27 Jahren, fertigt eine umfangreiche Herrenkonfektion nach Absprache mit dem Pariser Haus Cardin zu durchaus erschwinglichen Preisen. Bei dem Erwerb eines Pierre Cardin handgenähten Haute-Couture-Kleides auf der Rue du Faubourg Saint-Honoré 59 in Paris muss man dagegen mit fünfstelligen Euro-Beträgen rechnen. Da empfiehlt sich zunächst ein Besuch im Kunstpalast, der ein unvergleichliches Seherlebnis der Haute-Couture liefert – für vergleichsweise kleines Eintrittsgeld.

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs im Album BEGEGNUNGEN.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Zuhause-Seite des KUNSTPALAST.


#6 PHOTO POPUP FAIR

Düsseldorf vom 8. bis 17. November 2019 – sechste Ausgabe der Messe für zeitgenössische Photographie

Wolfgang Sohn, Creative Director & Founder der PHOTO POPUP FAIR, bei der Pressekonferenz im „me and all Hotel“ auf der Immermannstraße © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Es ist unglaublich wichtig, hochwertige Kunstveranstaltungen in Düsseldorf auch live in der Stadt erlebbar zu machen und die Düsseldorfer ganz gezielt abzuholen. Düsseldorf als Kunst- und Medienstadt ist dafür absolut prädestiniert, besonders mit ihrer exponiertesten und international bekannten Straße, der Königsallee.“ So interpretiert Wolfgang Sohn seine Aktion, anlässlich der Präsentation der sechsten Düsseldorfer PHOTO POPUP FAIR vor der Presse, ausgewählte Exponate von Models über die Königsallee zum Veranstaltungsort im Stilwerk tragen zu lassen. Dieses Guerilla-Marketing steht auch für die unkonventionelle Vermarktungsstrategie der Veranstalter.

#6 PHOTO POPUP FAIR, Düsseldorf, „Walking Gallery“ zur Königsallee © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

PARIS PHOTO in Paris, photobasel in Basel, unseen in Amsterdam, FOTO WIEN in Wien, photo london in London, PHOTOFAIRS in Shanghai, photo Kyiv in der Ukraine, PHOTOLA in Santa Monica, CA, seien hier nur beispielsweise genannt für die neuen großen Foto-Präsentationen, die mittlerweile alljährlich weltweit für das jahrhunderte alte Medium Fotografie einen Marktplatz bieten. Was die Capitals in aller Welt leisten, schafft die PHOTO POPUP FAIR in Düsseldorf, initiiert vom Gründer Wolfgang Sohn, so langsam auch. Sie ist vielleicht noch nicht so groß wie ihre Schwester-Veranstaltungen, aber angepasst an die veränderten Ansprüche visueller Medien, wird auch die Messe in der NRW-Landeshauptstadt durchaus noch wachsen wollen. Die momentan überschaubare Größe der Veranstaltung hat außerdem den Scharm, die zahlreichen Exponate internationaler Fotokünstler und Fotografen zentral auf 2000 qm unter einem Dach präsentieren zu können.

Und das passiert ab dem 8. November 2019 in den großzügigen Räumen des Stilwerk. Zahlreiche zusätzliche Einzelveranstaltungen rahmen das Seherlebnis ein. Detailinformationen gibt es hier.

Alle Fotos der Pressekonferenz zur Ausstellung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs im Album BEGEGNUNGEN.


KUNST IN DER DDR

UTOPIE UND UNTERGANG – Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf

KUNSTPALAST DÜSSELDORF – „Kunst in der DDR“, v.l.n.r.: Kurator Steffen Krautzig, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Generaldirektor Felix Krämer © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Als Museum mit Bildungsauftrag hat der Kunstpalast die Pflicht, Impulse für das Nachdenken über unsere gesamtdeutsche Kunstgeschichte zu geben, um damit eine Diskussion über die vielfach unbekannte junge Vergangenheit im Kunstbetrieb der DDR zu erwirken.“ So interpretiert Felix Krämer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, die aktuelle Ausstellung „UTOPIE UND UNTERGANG – Kunst in der DDR“, die noch bis zum 5. Januar 2020 in Düsseldorf zu sehen ist.

Diesen Anspruch mag auch das Bundespräsidialamt in Berlin überzeugt haben, weshalb die Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Eröffnungsansprache im Robert-Schumann-Saal anlässlich der Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“, Foto: © Foto: Anne Orthen

„30 Jahre nach der Friedlichen Revolution mit dem Fall der Mauer und der Grenzen innerhalb Deutschlands wird die Ausstellung einen wesentlichen Beitrag leisten zu einem vertieften Verständnis zwischen Ost und West.“, so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort für den Ausstellungskatalog. „Es gilt einen neuen, gerechten Blick auf die Kunst der DDR zu werfen, es gilt auch einen selbstkritischen Blick auf die westdeutsche Aufnahme dieser Kunst zu werfen. Für beides sollten wir Betrachter zuallererst eine große Neugier mitbringen. Dann werden uns neue und überraschende Kenntnisse geschenkt werden.“

Einen Überraschungseffekt, eine bisher nicht gekannte Sehweise der DDR-Kunst für sich entdecken können, erhoffen sich auch der Kurator Steffen Krautzig und Generaldirektor Felix Kämer nicht nur bei den nach 1989 geborenen BesucherInnen, sondern auch bei den MitarbeiterInnen von Kultur- und Bildungsinstitutionen, die die gezeigten mehr als 130 Werke für eine kunstgeschichtliche gesamtdeutsche Betrachtungweise nutzen können.

Wir sehen in der Ausstellung im Kunstpalast Arbeiten von den Nachkriegsjahren bis zum Mauerfall von Gerhard Altenbourg (1926–1989), Carlfriedrich Claus (1930–1998), Hermann Glöckner (1889–1987), Angela Hampel (*1956), Bernhard Heisig (1925–2011), Wilhelm Lachnit (1899–1962), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Michael Morgner (*1942), A.R. Penck (1939–2017), Cornelia Schleime (*1953), Willi Sitte (1921–2013), Werner Tübke (1929–2004) und Elisabeth Voigt (1893–1977).

– Die Veröffentlichungsfreigabe der hier bisher gezeigten Reproduktionen der Werke ist leider abgelaufen. k.e –

Die drei noch lebenden vertretenen KünstelerInnen leben und arbeiten noch heute in den neuen Ländern.

KUNSTPALAST DÜSSELDORF – „Kunst in der DDR“, Die Künstlerin Cornelia Schleime © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Sie nahmen mir die Freiheit zur Kunst, deshalb habe ich mich völlig entblößt. Ich machte mich nackt, weil man mich auch nackt machte. Die DDR ließ nichts von mir übrig.“ so die Künstlerin in einem Gespräch 2016 mit Oliver Koerner von Gustdorf. (Hier das ganze Interview.)

„In der Ausstellung wird sichtbar, dass Kategorisierungen wie systemkonforme ,Staatskunst‘ und nonkonforme Untergrundkunst zu kurz greifen.“, hebt der Kurator Steffen Krautzig hervor. „Mit dem Untergang der DDR verloren die damals entstandenen Kunstwerke ihre politischen Funktionen – auch die Werke, die sich bewusst von politischen Vereinnahmungen abgrenzten. Schon immer haben sich in der Kunstgeschichte Funktionen und Bedeutungen gewandelt. Wir wollen mit unserer Schau – ohne Entstehungszusammenhänge und kulturpolitische Hintergründe zu verschweigen – die Kunstwerke in den Mittelpunkt rücken und ihre Bedeutung für unsere Gegenwart vorstellen.“

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung im Kunstpalast finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs im Album BEGEGNUNGEN.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite des KUNSTPALAST.