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Ich kommuniziere auf meinem Blog nicht nur eigene Fotoprojekte.
Ich informiere über Fotografie und deren Stellenwert in der Kunst und im Kommerz.

Ich möchte Impulse geben für eine differenzierte Aufmerksamkeit für die Fotografie, einem Jahrhunderte alten Medium in unserer digitalen Gesellschaft.

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DUESSELDORF PHOTO WEEKEND 2019 © k.enderlein FOTOGRAFIE

Seit bald fünfzig Jahren beobachte ich Fotografie im öffentlichen Raum – in Museen, in Galerien, auf Kunstmessen, auf Werbeplakaten, auf Foto-Festivals. Welchen Wandel, welche Entwicklung erfährt dieses Medium? Wie verändert sich die Gesellschaft, in der es stattfindet? Wie wechselvoll geht die Gesellschaft mit dem Medium visuelle Kommunikation um? Trotz meiner Voreingenommenheit als Fotoautor, oder gerade deshalb, sind diese Fragen für mich immer wieder spannend, zudem existenziell für mein Wirken und mögliche Antworten immer wieder überraschend. Die Fotografie besteht im Wandel der Zeit. Fotografie wird hoffentlich ein immer spektakuläres Medium sein. Ich werde das in meinem Fotografenleben weiter beobachten! Ich werde versuchen, Antworten zu geben!

Das Foto zeigt eine Außenausstellung von Fotografie-Studierenden der fotobus society auf dem Schadowplatz anl. des DUESSELDORF PHOTO WEEKEND 2019. Wir sehen drei Arbeiten von Felix Kleymann und eine von Martin Lamberty (re.) – © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE



1986 auf Elba

Im Jahre 1986 war ich das erste und bislang zum einzigen Male auf der italienischen Mittelmeerinsel Elba. Die Kamera hatte ich ständig am Hals, die Tasche war gefüllt mit Kodak Ektachrome Diamaterial – 36er. Damals war der Tourismus noch zahm, und ich hatte das Gefühl, an einem exotischen Ort zu sein. Das knackige Licht machte schöne harte Schatten, und die Farbpalette dieses bunten Italiens inspirierte mich zu unbändigem Aktivismus und so zu extensiver Schlagzahl beim Bilder sammeln.

Anlässlich meiner erneuten Reise nach Elba, die ich in diesem Jahr noch starten werde, habe ich die alten Dias von 1986 gescannt. Die Auswahl ergab ein Bild-Potpourri meiner damaligen Reise und schärfte meinen Blick auf die Situationen, die ich damals für würdig hielt, abzulichten: ich beobachtete andere Touristen beim Wahrnehmen der gleichen Situationen, wie ich sie erlebte, ich fokussierte wohl aber auch auf die vielen Begegnungen zwischen Natur und Architektur, zwischen Fassade und Menschen, zwischen Tradition und moderner Skurrilität. So ergaben sich auch inhaltliche Kontraste sowie Vergleichbarkeiten.

Alles in allem durchaus ein Fotografie-Drehbuch für meinen nächsten Besuch der Insel Elba.

1986, als ich diese Bildserie arbeitete, ahnte ich noch nicht, dass ich intuitiv Walker Evans und Luigi Ghirri zu meinen großen Vorbildern für meine Arbeit als Lichtbildner erkoren hatte. ke

Weitere Infos zu meinem Motivator Walker Evans finden Sie hier in meiner Hommage an den 1975 verstorbenen Fotografen.


BRIGITTE KRAEMERS LEBENSWERK

Das Ruhr Museum Essen kauft für seine Fotografische Sammlung das komplette Werk der Fotografin Brigitte Kraemer aus den Jahren 1982 bis 2021.

Die Fotografin Brigitte Kraemer präsentiert Auszüge ihrer Projektarbeiten anl. der Pressekonferenz im Schaudepot des Ruhr Museums auf Zollverein © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE
Das Werk der Fotografin beeindruckte nicht ganz zufällig ausgerechnet die VertreterInnen der visuellen Kommunikation © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE
Maßgeblich mitfinanziert wird der Ankauf des Fotokonvoluts von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Stefanie Grebe (Leiterin der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums), Brigitte Kraemer (Diplom-Designerin und freie Fotografin), Prof. Heinrich Theodor Grütter (Direktor des Ruhr Museums und Mitglied des Vorstands der Stiftung Zollverein), Heike Catherina Mertens (Mitglied des Vorstandes der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung), v.l.n.r. © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

LESESTOFF aus der Pressestelle des Ruhr Museums:

Seit vielen Jahren unterstützt die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung maßgeblich den Ankauf von Fotokonvoluten für die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums. Jüngster Neuzugang ist das komplette fotografische Werk Brigitte Kraemers aus den Jahren 1982 bis 2021, einer Fotografin, die wie keine andere in den letzten vierzig Jahren das soziale Leben im Ruhrgebiet dokumentiert und das Bild vom Ruhrgebiet mitgeprägt hat. Ihre zahlreichen Projekte und Serien zum Alltagsleben, zur Freizeit, zur Migration oder zum religiösen Leben umfassen tausende von hervorragenden Fotografien.
Insgesamt gehen mit dem Ankauf 360.000 Bildeinheiten, darunter Prints, Vintages, Dias, Negative, in die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums über. Hinzu kommen rund 7.000 digitale Datensätze. Das Konvolut beinhaltet Serien, Langzeitprojekte und Reportagen zu den Themen Soziales, Alltag,
Freizeit.
„Ich freue mich sehr und bin der Krupp-Stiftung dankbar, dass sie diesen insgesamt vielleicht bedeutendsten fotografischen Ankauf der Stiftung Ruhr Museum so großzügig unterstützt,“ so Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums. „Die Fotografische Sammlung kann so deutlich erweitert, ihr Profil geschärft und eine wichtige Sammlungslücke geschlossen werden.“
In enger Zusammenarbeit mit Brigitte Kraemer wird ihr Werk nun aufgearbeitet und kommt in den nächsten vier Jahren in vier Tranchen ins Ruhr Museum.
Im Rahmen des Ankaufes werden ausgewählte Fotografien Kraemers voraussichtlich 2025 in einer großen Ausstellung im Ruhr Museum präsentiert.

Die Fotografin Brigitte Kraemer © 2022 k.enderlein FOTOGRFAIE


Die Fotografin Brigitte Kraemer Brigitte Kraemer fotografiert seit mehr als 40 Jahren intensiv und auf ihre ganz spezifische Art und Weise das soziale Leben, nicht nur, aber vor allem im Ruhrgebiet. Sie ist keine distanzierte Betrachterin, sondern durch ihr Einfühlungsvermögen in ihren Fotografien Teil der Szene.

„Ich habe mich seit Mitte der 1980er Jahre mit den Themen des Alltags vor meiner Haustür fotografisch auseinandergesetzt.“, so Brigitte Kraemer. „Ein besonderer Schwerpunkt dabei ist der Blick auf soziale Themen und die Beobachtung der kulturellen Vielfalt im Ruhrgebiet. Im Nachdenken übereinander und im wechselseitigen Respekt vor der Vielfalt der Zugehörigkeiten und
individuellen Einzigartigkeiten können Fotografien versuchen, das Widerfahrene erzählbar zu machen und um Verständnis werben für ein humanes Leben ohne Ausgrenzung und Unterdrückung.“
Brigitte Kraemer wurde 1954 in Hamm geboren. Sie studierte an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen Visuelle Kommunikation und war nach dem Abschluss des Studiums Gesellschafterin der Fotografenagentur „Antrazit“ in Essen. Seit 1982 ist sie als freie Fotografin im Ruhrgebiet tätig. Seit
1984 nimmt Kraemer an Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil und veröffentlichte zahlreiche Fotobände. Seit 1985 kann Brigitte Kraemer regelmäßig bedeutende Auszeichnungen für ihr Werk verzeichnen.


Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
„Die Fotografie gehört zur DNA der Krupp-Stiftung: Wir engagieren uns seit Jahren für die Ausbildung des kuratorischen Nachwuchses, ermöglichen es angehenden Künstlerinnen und Künstlern ihre Wege zu gehen und helfen Museen dabei, ihre Sammlungen auszubauen. Daher freuen wir uns sehr, die be-
währte Zusammenarbeit mit dem Ruhr Museum nun mit dem Ankauf der Fotografien von Brigitte Kraemer fortzusetzen“, so Heike Catherina Mertens, Mitglied des Vorstandes der Krupp-Stiftung.


Die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums
Die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums ist eine der größten Sammlungen zur Dokumentarfotografie in Deutschland. Mittlerweile ist sie das bedeutendste Archiv historischer und zeitgenössischer Fotografien der Region, ihrer Landschaften und Städte, der Menschen, der Arbeit und der Freizeit, des Alltags und der Feste. Zu den Beständen mit etwa vier Millionen Bildeinheiten,
bestehend aus Negativen und einigen zehntausend Abzügen und Dias, zählen umfangreiche Fotografen-Nachlässe und Archive. Der in den Fotografien dokumentierte Zeitraum reicht vom Beginn der Fotografie im 19. Jahrhundert bis heute, mit Schwerpunkten in den fünfziger bis siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in den 1980er Jahren mit Hilfe der Kulturstiftung Ruhr und des Regionalverbandes Ruhr begründet. Teile der Sammlung werden regelmäßig in weit beachteten thematischen und monographischen Ausstellungen im Ruhr Museum auf dem Welterbe Zollverein gezeigt. Darüber hinaus sind im Internet fast eine Million der Fotografien der Sammlung abrufbar, die
mit Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung schon Ende der 1990er Jahre digitalisiert werden konnten.
Mit Hilfe der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung konnten in den letzten Jahren die zentralen Konvolute bedeutender Fotografen wie Henning Christoph (2012), Joachim Schumacher (2016), Dieter Münzberg (2016) und Ergun Çağatay (2020) erworben werden. Diese haben nicht nur die Fotografische Sammlung des Ruhr Museums um wichtige Aspekte, etwa die des Städtebaus und der Urbanität oder die Migration erweitert, sondern auch zu umfangreichen Ausstellungen geführt, die nicht nur in Essen, sondern auch in Hamburg und Berlin, in Istanbul und Ankara und weiteren Städten der Türkei zu sehen waren.

Das Setting bei der Präsentation vor den PressevertreterInnen im Schaudepot Ruhr Museum © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Mehr Informationen zum RUHR MUSEUM finden Sie hier auf seiner Zuhause-Seite.

Alle Fotos der Presseveranstaltung liegen in den SCHUBLADEN meines Archis unter BEGEGNUNGEN.



DIE GROSSE 2022

Die Große Kunstausstellung NRW Düsseldorf 2022 im Kunstpalast und NRW-Forum vom 12. Juni bis 17. Juli

Das Board anl. der Ausstellungsvorbesichtigung für die Presse: Kunstpreisträgerin Norika Nienstedt, Angélique Tracik (Leiterin Kulturamt Stadt Düsseldorf), Michael Kortländer (Ausstellungsleiter), Felix Krämer (Direktor Kunstpalast) und Förderpreisträger Emil Walde (v.l.n.r.) © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Aus den Presseunterlagen des Veranstalters:

Zahlen und Fakten, die immer von Interesse sind:
Für die Ausstellung haben sich insgesamt über 900 Künstlerinnen und Künstler zur Teilnahme beworben. Die siebenköpfige Jury hat sich für 185 Kolleginnen und Kollegen entschieden, 103 Künstlerinnen und 82 Künstler mit über 300 Werken. Die jüngste Teilnehmerin ist Marieangela Pfahler mit 24 Jahren, der älteste Teilnehmer ist Walter Vogel mit 90 Jahren, dann kommen Walter Heuermann mit 88 Jahren und Barbara Grosse mit 84 Jahren. Aus folgenden Ländern sind Künstler*innen vertreten, die alle einen Bezug zu NRW haben:
Niederlande, Österreich, Italien und Frankreich. Gezeigt werden Werke aus folgenden Bereichen:
Malerei 110, Grafik 31, Foto 35, Video 4, Bildhauerei 38, Installation 16, Außenskulpturen 7
Alle Werke werden sowohl im Kunstpalast als auch im NRW-Forum gezeigt. Damit vergrößert sich unsere Ausstellungsfläche deutlich. Mit 7 Außenarbeiten sind wir zum zweiten Mal seit 1904 auch im gesamten Bereich des Ehrenhofs vertreten.

Die Malerin Lilla von Puttkamer ist im Kunstpalast mit ihrer Arbeit Hannahs Höhlengleichnis vertreten (Keramik – Glasur und Engobe © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

In der Ausstellung sind Werke sowohl in einem eher niedrigen als auch in einem durchaus hohen Preissektor zu erwerben. Eine der preiswertesten Arbeiten ist die von Barbara Deblitz mit 300 €. Das teuerste Werk kostet 66.600 € und stammt von Pascal Sender.

DAS KLEINE FORMAT
Hier präsentieren wir Künstler*innen mit ca. 300 Kleinformaten bis 600 Euro, die in der aktuellen Ausstellung vertreten sind oder schon einmal in den vorherigen Ausstellungen waren. Sie haben dadurch die Möglichkeit, in diesen schwierigen Zeiten ihre Werke zu präsentieren und auch zu verkaufen.


SONDERVERANSTALTUNGEN
Wie immer wird es auch wieder Sonderveranstaltungen geben; unsere Donnerhall- und Matinee-
Veranstaltungen. Genaueres dazu findet man in unserem Informationsflyer.


KOOPERATIONEN
Unsere Partnerschule, das Lore-Lorentz-Berufskolleg, hat wieder eine Parallelkampagne erstellt, die in der Ausstellung präsentiert werden wird. In der Woche vom 21.06. – 26.06.2022 werden die Ergebnisse zu sehen sein. In diesem Jahr ist die Klasse von Prof. Lena Newton zu Gast in unserer Ausstellung. Damit setzen wir die Tradition fort, einer Klasse der Kunstakademie Düsseldorf einen künstlerischen Raum zu öffnen.


PREISTRÄGER
Norika Nienstedt erhält den Kunstpreis der Künstler DIE GROSSE 2022.
Emil Walde erhält den Förderpreis DIE GROSSE 2022.
Erstmalig wird ein Publikumspreis, der DIE-GROSSE-EUREF-CAMPUS-KUNSTPREIS, ausgeschrieben.
Als Preis winkt dem Publikumsliebling ein Studienaufenthalt in Paris, gesponsert von EUREF-CAMPUS. Am letzten Tag der Ausstellung, am Sonntag, dem 17. Juli 2022, wird der oder die Künstlerin bekanntgegeben und der DIE-GROSSE-EUREF-CAMPUS-KUNSTPREIS verliehen. An dieser Stelle auch ein Dankeschön für das besondere Engagement.


Besonders zu erwähnen ist, dass die Rheinbahn wieder als Partnerin gewonnen werden konnte. Über den Zeitraum von fünf Wochen wird eine Straßenbahn als Werbemaßmaßnahme durch Düsseldorf fahren. Auch die Stadtwerke Düsseldorf unterstützen uns wieder bei der Präsentation von Skulpturen im Außenbereich.


FÜHRUNGEN
Die Führungen waren in der letzten Ausstellung überaus gefragt. Wir hoffen, dass sich nach den neuen
Perspektiven auch wieder zahlreiche Besucher*innen, Schulen und Institute bei uns melden.


Der Förderpreisträger Emil Walde bespielt mit seiner komplexen Rauminstallation im NRW Forum ein tragisch aktuelles Thema: Private Bunker.


Weitere Informationen zu DER GROSSEN erhalten Sie auf deren Zuhauseseite unter:
https://www.diegrosse.de

Nein – Christo und Jeanne Claude haben nicht zur GROSSEN beigetragen. Ein Teil ihrer Arbeiten sind aber ab September 2022 im Kunstpalast zu sehen.

Alle Fotografien © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs hier.


PHOTOPOPUPFAIR, DIE ACHTE

noch bis 22. Mai 2022 !!

Und hoffentlich nicht die Letzte. Gründer und Kreativ-Direktor der zum achten Mal stattfindenden Messe für zeitgenössische Fotografie Wolfgang Sohn kündigte das Ende dieser mittlerweile renomierten Veranstaltung zumindest im stilwerk an, weil dort die Räumlichkeiten in andere Nutzung umgestaltet werden. So ist es spannend, wo im nächsten die Nummer neun der #photopopupfair passiert.

Wolfgang Sohn, Gründer und Kreativ-Direktor © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

In diesem Jahr überzeugt die Veranstaltung wieder mit Arbeiten neuer internationaler, zum Beispiel aus der Ukraine, wie auch mit Arbeiten bekannter Gesichter aus dem Rheinischen.

Die junge Fotokünstlerin Anna Kalinichenko aus dem kleinen Dorf Verbki in der Ukraine erzählt uns, dass sie 2020 nach Düsseldorf gezogen ist und sich und ihre innere Künstlerin vor die Herausforderung gestellt hat, ein neues Leben, neue Formen und Farben anzunehmen. Weiter verrät sie uns:

Am 24. Februar 2022 hat sich mein Leben erneut ins Unbekannte verlagert, an einen Ort ohne Form und Farben, wo alles nur grau und kalt ist. Dieser Ort heißt „Krieg“. Die Werke, die Sie in dieser Ausstellung sehen werden, wurden nicht während des Krieges aufgenommen, aber meine Wahrnehmung dieser Schönheit ist nicht mehr dieselbe. Meine Augen sind nicht mehr dieselben wie vor dem 24. Februar, denn alle in der Ukraine lebenden Menschen sind durch ein beängstigendes „Vorher“ und „Nachher“ geteilt worden. Ich sehe jetzt jedes Foto, das ich vor dieser Zeit aufgenommen habe, durch das Prisma des Krieges, was ihnen eine andere Bedeutung verleiht.

Die Fotokünstlerin Anna Kalinichenko vor ihren Werken © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Ihr Werk Interrupted Family Dinner beeindruckt durch den Freiraum, den die Autorin uns Betrachtenden außerhalb des Bildes lässt. Schnell verbindet sich im Kopf das Bekannte mit dem Spekulativen, das man durch unzählige Kriegsbilder aus den Medien zu kennen glaubt. Inspiriert durch die Bilder von Anna denkt man die eigene Geschichte weiter und nähert sich vielleicht auf diese Weise einer grausamen Realität.

Impressionen vom Eröffnungsabend der #8PHOTPOPUPFAIR und Ausstellungsansichten © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE:

Alle meine Fotos von der PHOTOPOPUPFAIR finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.


HG ESCH IN FILS. FINE ARTS GALERIE

Architekturfotogrfaie im Rahmen der duesseldorf photo+ im stilwerk Düsseldorf

Ausstellungsansicht Galerie Fils. Fine Arts in Düsseldorf © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Mittwoch, der 11. Mai 2022, zwei Tage vor der Eröffnung der Fotoausstellung in der Galerie Fils. Fine Arts im stilwerk in Düsseldorf: vier kräftige Menschen sind nötig, die großformatigen Fotografien in edlen Rahmen-Boxen an die Wände der Galerie zu bringen. Die roten Muster eines Kreuzlinien-Lasers blitzen durch den Raum und geben für die Hängung die präzisen Stellen an den noch weißen kahlen Wänden vor – echte Schwerstarbeit. Das passt zu dem Autoren der Fotografien. HG Esch ist ein stattlicher Zweimeter-Mann, dem man gerne zutraut, ein schweres Gitzo-Stativ und die umfangreiche Großbildkamera-Ausrüstung durch die Metropolen dieser Welt zu schleppen. Dort entstehen seine Architekturaufnahmen, von denen jetzt noch mindestens bis Ende Juni einige zu sehen sind.

Ausstellungsansichten vom Eröffnungsabend © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE:

Die aufwendige Hängung hat sich gelohnt, wenn am Eröffnungsabend die wandfüllenden Fotografien präsentiert werden. HG Esch arbeitet in einer höchst präzisen geometrischen Bildsprache: absolut linienorientiert verteilt er auf der Bildfläche die Fassadenausschnitte der Architektur, die er für seine Bildkompositionen ausgesucht hat. Entstehende Linien verlaufen vertikal wie horizontal planparallel zu den das Motiv einrahmenden Bildkanten. Geradeso, als hätte auch er für seine Arbeit den Kreuzlinien-Laser in den Stadtlandschaften verwendet. k.e

Dr. Alexander Fils (links) präsentiert den Architekturfotografen HG Esch im stilwerk in Düsseldorf © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Aus der Internet-Seite der Fils. Fine Arts Galerie:

Kommt die Architektur erst durch die Fotografie zu ihrer ästhetischen Wirkung und kann Architekturfotografie an sich schon Kunst sein?

Neben den heute so populären Selfies mit berühmten Gebäuden im Hintergrund und der Nutzung als Kulisse für Werbeaufnahmen steht die Architektur seit weit über 100 Jahren auch im Fokus der künstlerischen Fotografie, mit pittoresken Motiven in Städten und Landschaften oder bei der sensiblen Erkundung architektonischer Details.

HG Esch (d. i. Hans-Georg Esch, geb. 1964) fotografiert weltweit Bauwerke mit hohem Wiedererkennungswert, ebenso wie anonyme Details. Die Aufnahmen belegen die Bildwürdigkeit ihrer architektonischen Protagonisten, ob in Chongqing, Tokyo, Moskau, Peking oder Düsseldorf selbst, und belassen die Frage nach der Verortung des Künstlerischen in einem Schwebezustand zwischen Architektur und Fotografie.

HG Eschs bekannte Serien wie »Megacities« oder »City and Structure« wurden international ausgestellt und in Büchern veröffentlicht. Im Fokus stehen hier die heutigen Boomcities mit ihren imposanten Kulissen, vor allem die asiatischen.

Im Rahmen des Programms von düsseldorf photo+ sind die Werke von HG Esch erstmals in Düsseldorf zu sehen, einer Stadt, die international zu den Zentren ambitionierter Architektur gehört.

Die Räume von Fils Fine Arts bieten eine seltene Möglichkeit, die bis zu sieben Meter breiten Werke zu zeigen, Teil eines Streifzugs durch sein umfangreiches Œuvre. Hinsichtlich der Wirkungsmacht der Fotografie spricht HG Esch im Sinne einer Anekdote des Medien-Philosophen Marshall McLuhan, der beschreibt, wie eine Frau das Kind ihrer Freundin bewundert, woraufhin dessen Mutter sagt: »Oh, das ist noch gar nichts, sie sollten seine Fotografie sehen.«

Alle meine Fotografien vom Eröffnungsabend finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.


„VOGELFLUG ENTLANG DES RHEINS“

Thomas Ohl (Wissenschaftlicher Referent und Kurator der Ausstellung, LVR-Niederrheinmuseum Wesel), Corinna Endlich (Leiterin des LVR-Niederrheinmuseums Wesel), sowie der Luftbildfotograf und Journalist Hans Blossey bei der Vorstellung am 7. April 2022

Pressetext des LVR-Niederrheinmuseums Wesel:

Ruderboote in der Sonne, Industriehalden sowie prachtvolle Schlösser und Gärten zeigt die neue Sonderausstellung „Blick auf den Niederrhein“ – Luftbilder von Hans Blossey im LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Die Schau ist vom 8. April bis zum 14. August 2022 in dem Museum des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) zu sehen.

Der Fotojournalist Hans Blossey ist seit vielen Jahren im Auftrag von Zeitungen, Agenturen und weiteren Auftraggebern mit seinem Flugzeug über dem Niederrhein unterwegs. Dabei sind Tausende von Fotos entstanden, die vertraute Orte auf eine neue und überraschende Art präsentieren. Mit dem Blick aus der Luft zeigt sich diese Region nun aus einer ganz anderen und unbekannten Perspektive. 

Die Ortszentren erhalten so ein neuartiges Antlitz, die Wasserlandschaften bekommen eine andere Dimension und die verästelten Verkehrswege präsentieren sich in manchmal überraschender Struktur. Die Großanlagen von Industrie und Handel werden ebenso ins Bild gerückt wie die weiten Flächen der Tiefebene. Aber auch die Details erzielen eine neue Wirkung: eine ungewöhnliche Baumgruppe und ein kleiner Teich erscheinen aus der Vogelperspektive mit plötzlich veränderten Konturen.

Luftbildner Hans Blossey, mit Fliegeruhr aber ausnahmsweise mal fest am Boden

Hans Blossey zeigt uns auf faszinierende Art den Niederrhein in ganz vielen Facetten und aus ungewohntem Blickwinkel. Die Aufnahmen kommen einem Vogelflug entlang des Rheins gleich und zeigen traumhafte Kulissen sowie Schnappschüsse des Alltags. So haben Sie den Niederrhein noch nie gesehen!

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung im LVR-Niederrheinmuseum Wesel, © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Weitere Informationen zur Ausstellung in Wesel finden Sie hier.

Alle Bilder der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.


WAS LICHT MACHT!

Freitagabend im Lesesessel. Genüssliche Lektüre: Johann Wolfgang von Goethe und Heinz Mack, Taten des Lichts. Den opulenten Katalog über die Ausstellung im Goethe-Museum in Düsseldorf im Jahr 2018 fand ich jüngst endlich im Antiquariat. Fesselnd, wie umfänglich sich der deutsche kunstschaffende Dichter (*1749 †1832) und gut 150 Jahre später der hoch anerkannte bildende Künstler (*1931) mit dem Thema Licht beschäftigten. In der gemeinsamen Ausstellung zeigten die beiden damals ein unerschöfliches künstlerisches Faszinosum aus Farbe, Licht, Schatten, Bildern, Wissenschaft und Kunst. Als Besucher tauchte ich tief ein in die höchst attraktiven Eigenschaften und Darstellungsvarianten des Handwerkszeugs des Fotografen, dem LICHT. Die physikalische Optik war Bestandteil meiner Ausbildung zum Lichtbildner. Wichtig für mein Verständnis, wie ich als Fotograf mit Licht zu zeichnen vermag, und immer wieder rufe ich die Gesetzmäßigkeiten dieser Wissenschaft gedanklich ab, um bei meiner Arbeit Licht zu führen und nicht nur hell zu machen.

Inspiriert durch die Lektüre beobachtete ich die verschiedenen Lichtquellen in meiner Umgebung mit neuerlichem Scharfsinn und griff zur Kamera, um das Zusammenspiel von Licht und Farbe und Schatten und Reflexion zu dokumentieren.

Informationen über Heinz Mack sind hier zu finden. Über die Farbenlehre des Johann Wolfgang von Goethe steht u.v.a. hier einiges.


MACHT! LICHT!

Kunst-Licht-Installationen im Kunstmuseum Wolfsburg

Warren Neidich, Pizzagate Neon, 2017 – Ausstellungsansicht Kunstmuseum Wolfsburg © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Mit dem Handwerkszeug der Fotografie, mit LICHT, beseelen 65 international bekannte KünstlerInnen rund 1500 qm Ausstellungsfläche im Kunstmuseum Wolfsburg. Etwa 80 Lichtkunstwerke strahlen in der komplett verdunkelten Halle des Museums die Betrachtenden an – 80 Botschaften. Die Sonne oder gestreutes Tageslicht findet den Weg nicht ins Innere, so werden BesucherInnen ausschließlich von Kunstlicht erhellt, was dem Begriff Lichtkunst seine Doppeldeutigkeit verleiht. Dem faszinierenden Spektrum an Werken der Lichtkunst steht ein üppiges Spektrum der Farben bei. Allein dadurch fühlen sich BesucherInnen abwechselnd provoziert oder geborgen, gestresst oder behaglich. Die Neonschriften, die wie Leuchtreklame Texte verbreiten, regen spontan zum inne halten an. Themen wie Energieverschwendung, Lichtverschmutzung, Artensterben, Kontrolle, Überwachung und Manipulation sind dabei durchaus negativ besetzt. Alle diese Assoziationen provozieren zum Abschalten – Stecker raus. Aber was wird dann aus den Vorzügen unserer erhellten Welten? Wir brauchen das Licht, zu leben und zum Leben. Und wir Menschen lernen mit akzentuiertem Licht umzugehen und empfinden höheres Wohlbehagen, als wenn wir nur hell machen. Die vielen gesellschaftlichen und politischen Botschaften, die uns die KünstlerInnen vermitteln, lassen uns selbst verschiedene Zusammenhänge im Kopf zurechtrücken. Das macht das Lichtkunst-Erlebnis im Wolfsburger Kunstmuseum zu einem Spaziergang mit abwechslungsreichen Impulsen – nicht nur für FotografInnen.

Hier ist mein BILDBERICHT (und noch mehr Fotografien der Ausstellungsvorbesichtigung gibt es hier):

Aus dem Pressetext des Museums:

Künstliche Lichtquellen sind eine Grundbedingung des modernen globalen Lebens. Elektrisches Licht ermöglicht einerseits kulturelle Events, bietet sozialen Raum und Schutz, kann Menschen, Objekte oder Konsumartikel inszenieren und ihnen dadurch Bedeutung verleihen. Andererseits wird mit dem gezielten Einsatz von elektrischem Licht Macht ausgeübt: Mit ihm kann manipuliert, überwacht, ausgegrenzt oder sogar zerstört werden.

Die Ausstellung Macht! Licht! bietet mit rund 80 Lichtkunstwerken und ‑installationen von 65 international bekannten Künstler*innen erstmals einen Einblick in das faszinierende Spektrum von im weiteren Sinn politischer Lichtkunst. In der abgedunkelten Ausstellungshalle leuchten Ihnen Arbeiten u.a. von Joseph Beuys, Claire Fontaine, Sylvie Fleury, Georg Herold, Brigitte Kowanz, Warren Neidich und Bettina Pousttchi entgegen.

Lori Hersberger, Sunset 164, 2006 – Ausstellungsansicht Kunstmuseum Wolfsburg © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Juli 2022. Die beiden Kuratoren Andreas Beitin und Holger Broeker erhielten tatkräftige Unterstützung von Elena Engelbrechter und Regine Epp.

Alle Fotografien und Text, wenn nicht anders angegeben: © 2022 k.enderlein FOTOGRAFIE

Das ist der Link zur Zuhause-Seite des Museums in Wolfsburg.


Wo ist die Grenze?/Waar is de grens?

Ein deutsch-niederländisches Fotoprojekt und eine Ausstellung

Als ich im August 2021 eingeladen wurde, für das Projekt #woistdiegrenze/#waarisdegrens eine Fotoserie anzufertigen, ahnte ich nicht, wie diese Arbeit meinen eigenen Horizont über die Grenze zu den Niederlanden hinaus erweitern sollte. Als gebürtiger Niederrheiner und Wahl-Düsseldorfer glaubte ich zunächst, ein Heimspiel arbeiten zu können. Erst im Laufe meiner Recherchen und meiner zahlreichen Begegnungen bei der fotografischen Arbeit verstand ich, dass ich die Vorzüge einer grenzenlosen innereuropäischen Nachbarschaft teilweise überschätzt hatte.

„Kultur-Begegnungsstätte im Grenzgebiet, Archäologischer Park Xanten“ © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Es gibt jenseits und diesseits der Grenze unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Ansprüche, unterschiedliche Interpretationen sowohl sozialgesellschaftlicher als auch kultureller Eigenheiten und unterschiedliche Sprachen. All diese Unterschiede prägen auch das Verhalten der NachbarInnen untereinander. Und so erfährt man immer wieder auch von Abgrenzungen und Vorbehalten gegenüber den „anderen“.
Es existieren aber auch in allen Bereichen gleiche Ansprüche, sowohl auf der niederländischen, als auch auf der deutschen Seite einer dadurch nicht immer wahrnehmbaren Grenze.
Was Menschen immer verbindet, sind die Begegnungen bei gleichen Interessen – für ihre Arbeit, für kulturelle und oder sportliche Leidenschaften, für die Landschaft und Tiere in der Natur, für Freizeitaktivitäten jeglicher Art.

„Sport und Jugendkultur, Gronau-Epe“ © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

So wurden die Menschen, oder auch ihre Spuren, die sie hinterlassen, das Hauptmotiv meiner fotografischen Arbeit.
Ich vermeide, die einzelnen Themeninhalte zu bewerten, da es bei allem nicht nur Vorteile sondern durchaus auch Nachteile gibt. Nicht nur nationale oder europäische Gesetze und Regeln machen den Unterschied oder die Gemeinsamkeit der Nachbarschaft aus, sondern die Einstellung der Menschen zu einzelnen Begebenheiten und Situationen.

„Einkaufen in Venlo“ © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Zunächst suchte ich bei meiner Konzeptionsarbeit nach einer einheitlichen formalen Bildsprache. Die Transluzenz ist das, was alle Bildmotive gemein haben. Beim Betrachten meiner Fotografien erfährt man zwei oder mehrere Situationen, die gleichzeitig nicht stattfinden oder die nicht an einem Ort sein können. Und die Menschen und die Fahrzeuge werden austauschbar, weil sie nicht eindeutig identifizierbar sind.
Durch Doppel- oder Mehrfachbelichtungen und durch transparente Bildteile entsteht der Eindruck einer Unwirklichkeit. Nach möglicher anfänglicher Irritation der Betrachtenden möchte ich auf diese Art genügend Spielraum für eine eigene Interpretation des jeweils untertitelten Themas provozieren und den Dialog fördern.

„Busverkehr Bocholt-Aalten“ © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Es wäre im Höchstmaß unbescheiden, würde ich die Ausstellung in Wesel mit meinen Bildern als sehr gelungen beschreiben. Ein wenig kann ich das aber so tun, weil mein niederländischer Kollege aus Maastricht, Chris Keulen, seine attraktiven Bildmotive in der anderen Hälfte des gemeinsamen Fotoprojekts präsentiert. Am Anfang nur in Videokonferenzen, später dann auch bei physischen Begegnungen, freundeten wir Kollegen uns bei der gemeinsamen Aufgabe schnell an. Von Anfang an war allen Beteiligten klar, dass am Ende zwei völlig verschiedene Arbeiten in die Ausstellung kommen sollten: zwei unterschiedlich denkende und arbeitende Autoren, zwei unterschiedliche Bildsprachen in den jeweiligen Motivgruppen, zwei unterschiedliche Arten der Präsentation, und dennoch fließen die beiden Arbeiten in der Ausstellungsgalerie des LVR-Niederrheinmuseums in Wesel zusammen.

Die beiden Fotoserien vereinen den Anspruch der Autoren, Betrachtende auch zum Nachdenken über mögliche Grenzen in unseren Köpfen zu motivieren, persönliche Einstellungen über die Nachbarn auf den Prüfstand zu stellen, zu überdenken und zu verändern, um auf diese Art tradierte aber auch neue Vorbehalte abzubauen – hüben wie drüben.

Ausstellungsansicht Fotoausstellung im LVR-Niederrheinmuseum Wesel © k.enderlein FOTOGRAFIE
Ausstellungsansicht Fotoausstellung im LVR-Niederrheinmuseum Wesel © k.enderlein FOTOGRAFIE

Aus der Pressemeldung des LVR-Niederrheinmuseum Wesel:

In dem Projekt #waarisdegrens #woistdiegrenze haben sich zwei Fotokünstler dem Thema der Grenze zwischen NRW und den Niederlanden unter verschiedenen Aspekten gewidmet. Das Projekt zielte darauf ab, sowohl die Erfolge als auch die noch immer bestehenden Hemmnisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu visualisieren. Die fotografischen Kunstwerke setzen sich vor allem mit Themen auseinander, die einen direkten Einfluss auf das tägliche Leben der Bevölkerung in der Grenzregion haben und die eine Interpretation der Grenzthemen zeigt.

Die beiden Fotografen aus Deutschland (Karsten Enderlein) und aus den Niederlanden (Chris Keulen) haben jeweils ihren eigenen Stil, was eine Spannung in der Ausstellung erzeugt. Ein Roll-up-Banner mit einer Karte des Grenzgebiets zwischen NRW und den Niederlanden und den Orten, an denen die Fotos entstanden sind, wird die Ausstellung begleiten, so wie ein zweisprachiges Video, in dem beide Fotografen ihre Arbeitsmethoden und die entstandenen Kunstwerke kommentieren.

Hintergrundinformationen

Nationale und europäische Entscheidungsprozesse berücksichtigen selten die direkten Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf die Grenzregionen. Viele Entscheidungen stellen die Menschen des Grenzgebiets regelmäßig vor große Herausforderungen. Andererseits gibt es auch Entscheidungen, bei denen sie von Unterschieden profitieren. Das Projekt will die besondere Situation im Grenzgebiet und den Umgang der Bevölkerung damit künstlerisch aufarbeiten. Die entstandenen Kunstwerke sollen Akteur*innen, Entscheidungsträger*innen und Bürger*innen für die Grenzsituation sensibilisieren. Der Schwerpunkt liegt auf den Erfolgen der Zusammenarbeit, aber auch auf den noch bestehenden Schwierigkeiten. Dies sollte dazu beitragen, die erfolgreiche Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Hindernisse abzubauen.

Die Ausstellung ist vom 24. Februar bis 27. März im LVR-Niederrheinmuseum Wesel zu sehen.

Das Projekt wurde als Interreg-Projekt aus dem „people to people“-Budget der Euregio Rhein-Waal eingereicht und genehmigt. Die Sponsoren des Projekts sind:
– Interreg
– Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und internationale Angelegenheiten des Landes NRW (Staatskanzlei)
– LVR-Niederrheinmuseum Wesel/Landschaftsverband Rheinland
– Die Provinzen Overijssel, Gelderland und Limburg


DER KÜNSTLER IST ANWESEND

ANDREAS GURSKY – Fotografien aus vier Jahrzehnten

Vom 9. September 2021 bis zum 30. Januar 2022 zeigt das Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg eine Werkschau des Fotokünstlers Andreas Gursky (*1955).

MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien, Andreas Gursky
MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien, Andreas Gursky vor seinem Bild „Bauhaus“ von 2020, © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Auch wenn der Erweiterungsbau des Museums erst Ende September eröffnet wird, hat das Museum Küppersmühle im Innenhafen in Duisburg ausreichend Platz in seinen großzügigen Sälen für die zum Teil großformatigen Bilder des deutschen Fotokünstlers. Für eine Gursky-Zeigung braucht es schon eine Menge Raum, nicht zuletzt, um mit genügendem Abstand die Fotografien als ganzes zu erfassen, ehe man sich dann im Lesemodus an die Holzrahmen heran traut, um die Details zu identifizieren. Erst die Summe beider Lesarten hilft, die besondere Objektsprache seiner Bilder zu begreifen. Jetzt sind rund sechzig Arbeiten aus vierzig Jahren Schaffenszeit zu begutachten.

  • MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
  • MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
  • MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
  • MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
  • MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
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Nach eigener Aussage zeigt Gursky dieses Mal nicht seine „wichtigen Bilder“. Das ist gut für die BesucherInnen, weil die mit vielen seiner frühen und mit seinen jüngsten Werken einen neuen Blick auf seine fotografische Arbeit erfahren können. So wirkt die Ausstellung wie eine Retrospektive, und wir können gespannt sein, welche Botschaften der Fotokünstler Gursky in Zukunft noch mitzuteilen hat.

Trotz möglicher Schnappschüsse, die auch Gursky trotz qualitativ hochwertiger Ansprüche häufig macht, entstehen und entwickeln sich seine Bildmotive sehr langsam zu dem, was dann Galerie- und Museumswände schmückt. Seine Impulse für seine Bildideen sind sowohl formaler als auch ideologischer Art. Alle seine wichtigen Bilder haben eine politische Botschaft, die sich aber auch immer in bestechender Formalästhetik wiederspiegelt. Auf die Frage, was zuerst die Motivation ein Bild zu arbeiten ausmacht, beantworte Gursky in der Ausstellungsvorbesichtigung mit einem aktuellen Beispiel, dessen Ergebnis wir vielleicht demnächst zu sehen bekommen, ein Sonnenuntergang auf Ibiza. Die Sonne ist in heutigen Zeiten mehr als nur ein Symbol für geselligen Small Talk im After Work-Modus, sie ist Sinnbild für eine sich dramatisch verändernde Lebenssituation auf unserer Erde. Aber nicht allein diese politische Assoziation ist es Gursky wert, daraus ein Bild zu arbeiten, sondern auch die formale Ästhetik, in der er sein Bildmotiv verankern will.

MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien, Andreas Gursky und Walter Smerling, Direktor MKM © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Wenn wir uns einlassen auf die sowohl kleinen als auch großen Formate, auf die wechselhafte Darstellung von einerseits großflächigen andererseits komplexen detailreichen Inhalten, dann lernen wir Gurskys Bilsprache zu verstehen. Und wir bekommen das Gefühl, mit ihm über seine Themen zu reden – so ist der Künstler im Museum dauerhaft anwesend, zumidest für die Zeit der Ausstellung bis Ende Januar 2022.

MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien
MKM Duisburg, Andreas Gursky Fotografien, Ausstellungsvorbesichtigung © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alles über das Museum Küppersmühle finden Sie hier.

Andreas Gurskys Zuhause-Seite bietet ein großes Spektrum seiner fotografischen Arbeit.

Alle Bilder der Ausstellungsvorbesichtigung können Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs hier sehen.


ALL TOMORROW’S PARTIES

Ausstellung Fotografie im Künstlerhaus Dortmund – 19. Juni-25. Juli 2021

Constantin Grolig (Mitte) mit zwei Protagonisten seiner Fotoarbeit RAVEN

Thaddé Comar, Constantin Grolig, Lois Hechenblaikner, Sabine Springer, Julia Steinigeweg, Miron Zownir – sechs individuelle FotografInnen, die mit unterschiedlichen Medien, unterschiedlichen Formaten, unterschiedlichen Bildsprachen ein gemeinsames Thema visualisiert haben:

Die Ausstellung versucht, Aspekte des Gestern, die unsere Zukunft füllen und bereichern sollen, vorzustellen und auf Tauglichkeit zu befragen. Formen körperlicher Nähe, gemeinschaftliche Unternehmungen und ausschweifendes Leben ebenso wie politisches Engagement für eine bessere Zukunft: Die neue alte Nähe steht auf dem Prüfstand. Die Auswahl der AutorInnen, das Konzept und die Organisation der heterogenen Fotoschau besorgten die Künstlerhaus Dortmund Veranstalter Peter Schmieder und Jens Sundheim.

Zur Finissage traf ich den jüngsten Teilnehmer, Constantin Grolig, Absolvent der Fachhochschule Dortmund. In seiner Arbeit zeigt er Raves im Ruhrgebiet vor und während der Pandemie an verborgenen Orten. Feiern beschreibt es nicht, Rave ist die Möglichkeit des meditativen Kontrollverlustes, der Identitätsaufgabe und der Transzendenz. Die Suche nach einem anderen Dasein wird an Orten gelebt, die vergessen wurden, umschichtig und temporär leergeräumt sind wie beispielsweise ein Hafengelände oder an Orten, die vor einer Umgestaltung stehen. Insofern stehen in den Fotografien dieser Raves Ort und Ziel in einem innigen Verhältnis – in between. In dämmerigem Licht lässt Grolig seine Protagonisten zwischen Hoffnung und Vergessen in den Morgen tanzen. Details, Körperteile, Material und Licht lassen den Sound spürbar werden, der wie ein Dröhnen über den Szenen liegt, aber auch ein beredtes Rauschen zwischen den Tracks oder bei der Vorbereitung. ©Text aus dem Ausstellungsflyer des Künstlerhaus Dortmund.

Mehr Informationen zum Künstlerhaus Dortmund finden Sie hier.

Constantin Grolig ist auf Instagram.

Alle Bilder der Finissage finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.


LIEBE KINDER

Bald beginnen die großen Sommerferien. Und dann werden vielleicht viele von euch mit ihren Eltern in den Urlaub fahren. Aber es werden auch viele von euch zuhause bleiben. Weil das lebensbedrohliche Corona-Virus noch überall auf der Welt die Menschen krank machen kann. Und dann ist es vielleicht doch besser, zuhause zu bleiben, damit man sich oder andere nicht ansteckt. Für alle, die also zuhause bleiben wollen oder aber nach einem Urlaub trotzdem noch Lust haben, etwas tolles zu unternehmen, habe ich hier eine gute Idee:

Da gibt es mitten im Ruhrgebiet ein tolles Museum. Im Ruhrgebiet gab es früher nur Hochöfen, Bergwerke, Fabriken und rauchende Schornsteine. Aber heute gibt es dort viele grüne Parks. Einen besonders schönen hat die Stadt Bottrop. Der heißt Stadtgarten, und da sieht es aus wie im Urwald, und man kann da wirklich toll spielen. Und mitten in diesem Park steht ein großes Museumszentrum. Das sieht aus wie große Würfel und heißt auch deshalb QUADRAT, weil Würfel immer quadratisch sind.

So sieht der schöne Stadtgarten mit dem Museum in Bottrop aus.

Es gab mal einen Künstler, der in Bottrop geboren wurde, und der hatte ganz, ganz viele bunte Quadrate mit Ölfarben auf Leinwände gemalt. Alle seine Bilder sind später in diesem Museum zusammen getragen worden. Ihm zu Ehren wird das Museum heute Josef Albers Museum.Quadrat Bottrop genannt.

Hier seht ihr eins von ganz vielen Quadrat-Bildern, die der Josef Albers früher gemalt hat.

Josef Albers, Study for Homage to the Square, 1973 | © The Josef and Anni Albers Foundation / Foto: Werner J. Hannappel, VG Bild-Kunst, Bonn
Josef Albers, Study for Homage to the Square, 1973 | © The Josef and Anni Albers Foundation / Foto: Werner J. Hannappel, VG Bild-Kunst, Bonn

Vor kurzem bin ich in das Museum eingeladen worden, weil ein toller Fotograf ganz viele seiner Fotografien dort ausstellen darf. Dann kommen ganz viele Journalisten für Zeitungen, Fernseh- und Rundfunksender zu einer Vorbesichtigung. Ich war auch dabei, weil ich im Internet auf meiner Internetseite darüber berichten will.

Der Fotograf, der seine Fotos im Quadrat ausstellt, heißt Patrick Faigenbaum. Er kommt aus Paris, der Hauptstadt von Frankreich, ist schon 67 Jahre alt, aber er arbeitet immer noch sehr fleißig. Patrick hat schon ganz lange in seinem Leben Fotos gemacht. Ein paar davon werden jetzt bis zum 24. Oktober im museum QUADRAT ausgestellt.

Das ist der Patrick.

Der Direktor des Museums ist Dr. Heinz Liesbrock. Er ist dafür verantwortlich, Künstler und ihre Werke, oder eben Fotografen und ihre Fotografien, auszuwählen. Dann muss er immer mit seinem Team überlegen, in welcher Reihenfolge und in welchen Räumen die Fotografien gezeigt werden sollen. Dabei geholfen haben ihm diesmal auch der Patrick und dessen Freund Jean-François Chevrier. Jean-François Chevrier ist auch Franzose und ein Kunsthistoriker, der auch schon für andere Künstler Ausstellungen gemacht hat und der viel von Kunstfotografie versteht.

Bei der Vorbesichtigung stellen die beiden den JournalistInnen den Fotogafen und sein Werk vor.

Ich habe Patrick fotografiert, als er den vielen Jounalisten seine Arbeit erklärt hat. Er hat dabei Englisch gesprochen. Weil er aber Franzose ist, konnte ich sein Englisch gut verstehen.

Hier sind ein paar von Patricks Fotografien, die er in Paris, Bremen, Italien und Kalkutta von 1987 bis 2015 gemacht hat und die ihr im Museum großformatig an den Wänden sehen könnt. Fotografien Patrick Faigenbaum: © Patrick Faigenbaum, Paris 2021

Wenn er nicht selber fotografiert, arbeitet er als Lehrer an einer Kunstschule in Paris. Dort unterrichtet er junge Menschen, die später auch einmal Fotokünstler oder Künstler werden wollen.

Mir haben am besten die Fotografien gefallen, die Patrick nach dem Tod seiner Mutter in ihrer Wohnung in Paris gemacht hat. Da hat er in allen Räumen und in der Küche Fotos gemacht, hat sogar in ihren Kleiderschrank fotografiert und hat die Plätze, an denen seine Mutter gesessen und geschlafen hat, auch fotografiert. Er war damals bestimmt sehr traurig. Beim fotografieren konnte er sich gut an die Zeit erinnern, als seine Mutter noch lebte, und da hatte er bestimmt schöne Erinnerungen.

66 Fotografien aus der Wohnung von Patricks Mutter, nachdem sie gestorben war.

Hier seht ihr ein paar Ansichten von Patricks Fotografien, wie sie in der Ausstellung präsentiert sind.

Ich kann euch nur raten, dass ihr euch einmal die tollen Fotografien von Patrick in Bottrop anschaut. Ihr könnt auch wunderbar im Stadtgarten spielen und vielleicht auch selber tolle Fotos machen. Fragt eure Eltern oder andere erwachsene Kinder, die ihr gut kennt, ob sie mit euch mal nach Bottrop fahren. Und dann könnt ihr sie gleich mit in die Ausstellung nehmen.

Hier findet ihr noch mehr Informationen zum Josef Albers Museum Quadrat Bottrop.

Und hier findet ihr alle Fotos, die ich bei der Vorbesichtigung und bei der Begegnung mit Patrick gemacht habe.


#7PHOTOPOPUPFAIR

Vom 26. Juni bis zum 4. Juli findet die siebte Ausgabe der PHOTO POPUP FAIR im stilwerk in Düsseldorf statt.

Acht Monate Wartezeit sind vorbei, die PHOTO POPUP FAIR No 7 wird endlich am
26.6.2021, um 12h, im stilwerk an der Düsseldorfer Königsallee eröffnet.


Wir freuen uns sehr, nach dieser langen Durststrecke die über 40 herausragenden
nationalen und internationalen Photograph:innen und Künstler:innen unseren Besuchern
präsentieren zu können. Natürlich unter Anwendung eines aktuellen Hygienekonzeptes
und unter Berücksichtigung aller dann notwendigen Hygiene und Gesundheitsmassnahmen
, so ein erstes Statement von Founder und Creative Director Wolfgang Sohn.

Wolfgang Sohn, Founder & Creative Director PHOTO POPUP FAIR


Wieder präsentiert die PHOTO POPUP FAIR viele junge wie etablierte Stars aus der
nationalen und internationalen Photokunstwelt. Jens Koch und Robert Schlesinger
wurden im vergangen Jahr vom Magazin Stern zu den 10 besten Photographen
Deutschlands gez hlt.
Der Berliner Fotograf Robert Schlesinger begann seine Karriere als Foto-Journalist der
Deutschen Presse-Agentur (dpa), etablierte sich dann unter eigenem Namen als
Automobil- & Lifestyle-Fotograf und ist heute vielgebuchter Fotokünstler für Produkte,
Marken und Persönlichkeiten verschiedener Branchen.
Jens Koch hatte schon Berühmtheiten wie Udo Lindenberg, Johnny Depp, Gerard Butler
und Lady Gaga vor der Linse. Mit seinen Portraitfotografien regt Koch den Betrachter
zum Staunen und Nachdenken an: Die Portraits wirken frech, befreiend und erstaunlich
vertraut. Jens Koch begreift seine Werke als eine Art Weltanschauung, als Pop und
Spektakel – immer in Bewegung und voller Überraschungen.


Flóra Borsi aus Budapest ist eine weltweit gefeierte junge Künstlerin. Borsi nutzt
exquisite Fotomanipulationen zur Produktion von surrealen Bildern, die sich thematisch
mit Identität, Beziehungen, Emotionen und Träumen auseinandersetzen. In ihren Arbeiten
beschäftigt sie sich oftmals mit dem weiblichen Körper, häufig handelt es sich um surreal
anmutende, fototechnisch verfremdete Selbstbildnisse.


Simone Mack, die Tochter des Zero Künstler Heinz Mack ist ebenso dabei wie der
Starphotograph Frank Dursthoff, Hartmut Ahlers aus Düsseldorf und Fabio Borquez
aus Argentinien.

Lorenz Holder ist als renommierter Action-Sport-Fotograf bekannt und hat sich in den
letzten Jahren auf internationaler Ebene etabliert. Seine Arbeiten zeichnen sich durch
einen hohen konzeptionellen Aufwand und ungewöhnliche Aufnahmetechniken aus.
Holder verwendet unter anderem Infrarotkameras sowie großformatige Fachkameras, um
seine Vorstellungen in beeindruckenden Werken zu visualisieren.


Eine Sonderausstellung auf CCSStyle LED Wänden im neuen BlackRoom zeigt unter
anderem auch Stefan Rappo (Rappo hat 13 Jahre eng mit Peter Lindbergh zusammen
gearbeitet) aus Paris und den CANON Ambassador Sascha Hüttenhain.


Gezeigt werden ebenfalls aussergewöhnliche Arbeiten von Sarp Kerem Yavuz aus NY
mit seinen lebensgroßen Neonarbeiten, den ́Wächtern ́.


Der international renommierte ProfiFoto New Talent Award – powered by Canon – (NTA)
präsentiert auf der PHOTO POPUP FAIR No 7 Bilder aus 15 aktuell ausgezeichneten
Siegerprojekte in einer Ausstellung.


Seit 14 Jahren bietet der NTA als Wettbewerb, der zweimal jährlich von Canon und dem
Magazin ProfiFoto in Kooperation mit der Bildagentur Laif und dem Fotolabor WhiteWall
ausgeschrieben wird, aufstrebenden Fotografinnen und Fotografen die Chance, bei der
Umsetzung ihrer „Bilder im Kopf“ Unterstützung zu finden.


Die zunehmende Internationalität des Wettbewerbs bewiesen Einreichungen unter
anderem aus der Mongolei, Australien, der Ukraine, Finnland und Peru. Die Bandbreite
der ausgezeichneten Projekte reicht von harten Reportagen, über am Computer
konstruierte Sujets und aufwändige Inszenierungen bis hin zu sehr persönlichen
Einblicken in die Lebens- und Gedankenwelt der Fotoprofis. Allen gemeinsam ist die
jeweils unverwechselbare Bildsprache der Teilnehmer.


Wolfgang Sohn ergänzt: Kunst jetzt wieder erlebbar zu machen und unter
Berücksichtigung aller wichtigen Hygienemassnahmen den Menschen wieder Normalität
und die Möglichkeit der Ablenkung zu geben und gleichzeitig die Präsenz von Kunst und
Kultur darzustellen und zu fördern, ist auch ein wesentlich wichtiger Faktor dieser
besonderen Zeiten!

Text: © Pressetext Wolfgang Sohn,

Fotos Ausstellungsansichten: © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle Fotos der Vorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.

Alle neuen Termine erfahren Sie unter www.photopopupfair.de
Öffnungszeiten: 26.6. bis 4.7.2021
Täglich: 12h – 19h
Eintritt (Hygienepauschale): 5 €
Kinder bis 12 Jahre frei


AUS MEINEN SCHUBLADEN 03.2021

Die Lippe bei Wesel am Niederrhein
Die Lippe bei Wesel am Niederrhein #01, Okt. 1975 © k.enderlein FOTOGRAFIE

Durch die momentane Lebenssituation begünstigt wühle ich zur Zeit wieder viel in meinen SCHUBLADEN. Bei meinem jüngsten Projekt HEIM | KEHR bin ich ständig auf der Suche nach Inspiration, um das Fotoprojekt weiter in Bilder umzudenken. Ich nutze jeden Impuls in diesem Zusamnnemhang, Bildideen zu prüfen und vorhandenes Bildmaterial auf mögliche Verwendung zu sichten. Dabei entdeckte ich eine meiner ersten und somit ältesten Landschaftsaufnahmen meiner fotografischen Arbeit: „Die Lippe bei Wesel am Niederrhein #01“ vom Oktober 1975.

Die Lippe bei Wesel am Niederrhein
Die Lippe bei Wesel am Niederrhein #02, Okt. 1975 © k.enderlein FOTOGRAFIE

Als gebürtiger Weseler hatte dieses Motiv für mich nie eine besondere Bedeutung. Die Lippe, der niedrrheinische Nebel mit der verschleierten Sonne, die feuchten Auen mit weidenden Kühen – alles gewohnte und hinlänglich bekannte Eindrücke. Erst heute, im Nachhinein nach über vierzig Jahren in meinem Fotografenleben, bekommt dieses Bild einen Extraplatz – in meiner Wahrnehmung und an einer Wand in unserem Appartement.

Die Lippe bei Wesel am Niederrhein
Die Lippe bei Wesel am Niederrhein, 1982 © k.enderlein FOTOGRAFIE

Immer wieder fand ich ähnliche Motive längst verstorbener und/oder höchst berühmter Fotografie-Persönlichkeiten. Immer wieder nebelige Fluss- oder Seelandschaften in hohen Kontrasten in schwarz und weiß oder mit monochromen Farbeffekten. Ich war mit solchen realen Eindrücken von Landschaften im Kopf aufgewachsen und empfand deshalb die gesehenen Fotografien als wenig aufregend. Ich hatte ja auch erst den Rhein, der seit meiner Kindheit ständiger – wenn auch meist nur optischer – Begleiter war, als nichts besonderes empfunden. Erst als ich die japanischen Touristen in Düsseldorf mit ihren Fotoapparaten auf die Brücken flitzen sah, um den Rhein im Bild als Attraktion mit nach Hause zu nehmen, schärfte sich meine Wahrnehmung, dass ich seit der Kindheit ein höchst beeindruckendes Naturschauspiel in Form eines gewaltigen, durch halb Europa fließenden Stroms vor meiner Tür hatte. Daraufhin begann ich nicht ganz zufällig mein Fotoprojekt RHEIN | LAND.

CD 501_03#814,2 aus der Serie RHEIN|LAND © 2016 k.enderlein FOTOGRAFIE

Impuls für mein neustes Fotoprojekt HEIM | KEHR waren Meldungen aus den Weseler Medien, dass die NIEDERRHEINHALLE WESEL im Jahre 2022 abgerissen werden soll. Das inspirierte mich zu der fotografischen Arbeit um diese aus meiner Jugend bestens bekannten Location. Ich werde das Projekt gerne zum Zeitpunkt des Abrisses fertig stellen wollen. Den Anfang meiner Projektarbeit machte die Studioaufnahme eines Sektkühlers aus der damaligen Sektbar der Veranstaltungshalle.

Sektkübel NIEDERRHEINHALLE WESEL
Sektkübel NIEDERRHEINHALLE WESEL, Aus der Serie HEIM|KEHR © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

HOFGARTEN IM WINTER

Eine Huldigung für HEINRICH HEINE – und die Fotografie des 19. Jahrhunderts

Heinrich Heine, *13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf, Herzogtum Berg; †17. Februar 1856 in Paris, einer der wichtigsten deutschen Dichter, Journalisten und Schriftsteller.

Ich bemühe das Pathos nur ungern, aber er passt mal wieder wie Faust aufs Auge:

Alles im Leben hat zwei Seiten!

Bei allen Widrigkeiten, die mir die bald einjährige Coronapandemie beschert, hat sie auch eine A-Seite, ein gutes. Bestimmt werden meine Gedanken eher vom einsamen Sterben, von bedrohten Existenzen, von lebensbedrohlicher Krankheit, von sozialer Vereinsamung verbunden mit depressiven Stimmungen, von mangelnder Bewegungsfreiheit, von Verboten erholsamen Reisens.

HOFGARTEN IM WINTER

Und doch bringt mir diese höchst ungewohnte Art der Entschleunigung mit ein wenig guten Willen auch längst vergessene Vorzüge. Denn auch am sonnenreichen Wochenende sind die Parks in der Stadt nur mäßig besucht. Der übliche Trubel bleibt unspürbar. Begegnungen mit anderen Menschen sind rar. Die tradierte Ablenkung in Form von Straßenlärm, Gedrängel mit Fußgängern, E-Roller-Rasern, Alt-Herren-Bikern, Kinderwagen-Korsi. Alles lässt sich gut vermissen. Und so finde ich wieder mehr zu mir selbst, finde gar längst verborgene Begehrlichkeiten und kann diese ungeniert hervorholen und ausleben.

HOFGARTEN IM WINTER

Ich kann auf einmal wieder gern erinnern, ich gestatte mir, kreativ zu sein, ich komme zur Besinnung. Was für wunderbare Gedanken, die ich fast verloren hatte. Und so erfahre ich die Chance, meine Welt ein wenig neu, ein wenig wieder zu entdecken. Und ich kriege Bilder in den Kopf, die ich nur noch aus alten Fotoalben in Erinnerung habe. Aber jetzt sind sie auf einmal real. Ich spüre Kälte im Schatten, aber auch Wärme in der winterlichen Sonne, ich rieche den Wald und die Natur auf eine Weise, die ich fast nicht mehr kannte. Der Schnee knirscht laut unter den Schuhen, und lange Schatten der Wintersonne zeichnen Bilder in den Schnee, die meine Phantasie beflügeln.

HOFGARTEN IM WINTER

Die Aufmerksamkeit für die Vögel im Park, die ungestört nach Nahrung suchen, lässt mich zum Kind werden, das neugierig seine Welt begreifen lernt. Ich möchte die Vögel anfassen und stolpere unbeholfen hinter den flüchtenden Enten her. Und dann nehme ich meine Kamera und möchte diese Erfahrung einfangen, einfrieren, vielleicht für den nächsten heißen Sommer, um mich dann an den eisigen Erinnerungen besser erfrischen zu können. Und ich denke auf einmal an die vielen Bilder in meinem Kopf die ich erfahren hatte, als ich mich Mitte der siebziger Jahre für die Fotografie erwärmte.

HOFGARTEN IM WINTER

Schwarzweißaufnahmen, schattenreich, mit hohen Kontrasten, unwirklichen Formen, durch Ausschnitt ästhetisierte Bilder von Parks, zumeist aus Paris. Dabei denke ich an die längst vergangenen Zeiten, die ich selber gar nicht miterleben konnte. Das war lange vor meiner Zeit. Diese Bilder, die mir jetzt durch den Kopf gehen, stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wie muss das damals gewesen sein? Vielleicht genauso, wie heute, beim winterlichen Spaziergang im Hofgarten.

HOFGARTEN IM WINTER

Und zuletzt kommt mir Heinrich Heine in den Sinn. Der schafft es häufig, mir beim lesen seiner Gedichte und Erzählungen ein Lächeln abzuringen, auch wenn ich nicht immer die Intention seiner Prosa verstehe. Sein kleines Wintergedicht aus dem Jahre 1851 bringt meine Phantasien und Gedanken in nur wenigen Zeilen in eine genüssliche Form. Und ich fühle mich auch lange nach meinem Spaziergang für einen Moment in eine längst vergessene Zeit zurückversetzt.

Das alles kann die gute Seite der Pandemie bewirken, wenn ich das zulasse.


Winter (1851)

Die Kälte kann wahrlich brennen
Wie Feuer. Die Menschenkinder
Im Schneegestöber rennen
Und laufen immer geschwinder.

Oh, bittre Winterhärte!
Die Nasen sind erfroren,
Und die Klavierkonzerte
Zerreißen uns die Ohren.

Weit besser ist es im Summer,
Da kann ich im Walde spazieren,
Allein mit meinem Kummer,
Und Liebeslieder skandieren.

HOFGARTEN IM WINTER – Huldigung für Heinrich Heine, Fotos: © 2021 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle vertikalen Sehbilder aus dem Düsseldorfer Hofgarten finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs hier.