Louis Vuitton Corporate Foundation

Die Stiftung Louis Vuitton (französisch: Fondation d’entreprise Louis Vuitton) ist ein Privatmuseum in Paris inmitten des Bois de Boulogne, im Oktober 2014 nach den Entwürfen des Architekten Frank Gehry eröffnet. Wechselnde Ausstellungen zeigen vornehmlich Kunst des 20. Jahrhunderts.

In elf Galerien auf 11.000 Quadratmetern, in einem Auditorium mit 400 Plätzen für Konzerte und andere Veranstaltungen sowie auf mehreren Dachterrassen mit Blick über Paris finden BesucherInnen eine Erlebniswelt der Superlative.

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Fondation Louis Vuitton Paris, Gelbe Spiegel-Licht-Installation von Ólafur Elíasson © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Mein Kollege Gerd Lorenzen und ich waren nicht nur fasziniert von der Architektur aus Stahl, Holz und Glas, die an Segel erinnert, sondern erfreuten uns auch an der gelben Licht-Spiegel-Installation des dänischen Künstlers Ólafur Elíasson. Das ist nicht nur etwas für Lichtbildner! Im ganzen Haus ist das Fotografieren nicht verboten!

Die Architektur erinnerte mich weniger an ein Segelschiff, als vielmehr an Schalen gepellter hart gekochter Hühnereier, so wie sie am sonntäglichen Frühstückstisch auf dem Teller liegen. In den lichtdurchfluteten Inneräumen beachteten wir das Werk von Jean-Michel Basquiat, einem der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Es erstreckt sich über vier Ebenen des Frank Gehry-Gebäudes – noch bis zum 14. Januar 2019.

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Fondation Louis Vuitton Paris, Ausstellungsansicht „Jean-Michel Basquiat“ © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


Die Ausstellung deckt die gesamte Karriere des Malers von 1980 bis 1988 ab und konzentriert sich auf 120 definierende Werke. Mit den erstmals hier versammelten Heads von 1981-1982 und der Präsentation mehrerer Kollaborationen zwischen Basquiat und Warhol umfasst die Ausstellung Werke, die zuvor in Europa nicht zu sehen waren.

In jungen Jahren verließ Jean-Michel Basquiat die Schule und machte sein erstes Studio in den Straßen von New York. Sehr schnell gelang ihm seine Malerei, die der Künstler suchte und empfand. Seine Arbeit bezieht sich auf den Ausbruch der Moderne, der Expressionisten. Die Schärfe seines Blickes, seine Besuche in Museen und das Lesen einer Reihe von Büchern gaben ihm einen wirklichen Sinn für Kultur. Sein Blick war jedoch gerichtet: Das Fehlen schmerzhafter schwarzer Künstler zwang den Künstler, die afroamerikanische Kultur und Revolten in seiner Arbeit gleichermaßen darzustellen. Der Tod von Basquiat im Jahr 1988 unterbrach eine sehr produktive Arbeit, die in weniger als einem Jahrzehnt mit über tausend Gemälden und noch mehr Zeichnungen ausgeführt wurde.

Informationen über das Museum finden Sie hier  Fondation Louis Vuitton

 


 

PARIS PHOTO 2018

Impressionen der 22. Internationalen Messe für Fotografie im Grand Palais in Paris

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PARIS PHOTO – 22. Internationale Messe für das Medium Fotografie im Grand Palais in Paris, Joel Meyerowitz signiert seine Publikationen © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

PARIS PHOTO, die internationale Messe für das Medium Fotografie, lockte fast 70.000 Besucher in das Grand Palais in Paris. Vom 7. bis 11. November war die Ausstellungshalle aus dem Jahr 1900 Treffpunkt für Künstler, Institutionen, Privatsammler, Profifotografen und anspruchsvolle Fotoliebhaber. Die Messe präsentierte 199 Galerien mit den Arbeiten von 300 Foto-Künstlern aus über 30 Ländern. 31 Verlage zeigten ihre Fach-Publikationen.

Die Podiumsgespräche und die Künstlergespräche waren ebenfalls ein großer Erfolg und präsentierten renommierte Künstler und Kuratoren, darunter Daido Moriyama, Diane Dufour, Joan Lyons, Simon Baker, Antoine d’Agata, David Campany, Noémie Goudal, Roxan Marcoci, Drew Sawyer, Laure Prouvost.

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PARIS PHOTO – 22. Internationale Messe für das Medium Fotografie im Grand Palais in Paris, Frank Horvat signiert seine Publikationen © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Zahlreiche Fotografen signierten auf der PARIS PHOTO ihre Bücher und nahmen am reichhaltigen Vortragsprogramm teil, unter anderem William Klein, Joel Meyerowitz, JR, Daido Moriyama, Harry Gruyaert, Antoine d’Agatha, Sophie Calle, Raymond Depardon, Franck Horvat, Sarah Moon, Sabine Weiss, Sebastia Salgado und James Nachtweiy.

Alle Fotos meines Bildberichts finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter BEGEGNUNGEN

Weitere Informationen zur PARIS PHOTO 2018 unter  PARIS PHOTO 2018


 

 

VOLLES HAUS

Großes Interesse bei der Ausstellungseröffnung LANDUNG AUF EINEM PLANETEN in Essen-Bredeney

Der Laudator Heinz J. Scholz forderte die zahlreichen BesucherInnen auf , in die Bilder von Karl Lang, und somit in die Landschaften der Atacama-Wüste einzutauchen. Und er versprach, wer beim nach Hause gehen Sand in den Schuhen verspüre, habe alles richtig gemacht.  Dieser Einladung folgten alle gerne und machten die Reise mit – nicht auf einen fremden Planeten, sondern mit einer Landung auf der bekannten Erde.

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Ausstellungseröffnung LANDUNG AUF EINEM PLANETEN – Fotografien von KARL LANG, Laudator Heinz J. Scholz bei seiner Ansprache © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Der Fotograf Karl Lang beschrieb seine Arbeit so: „Diese Bilder habe ich aufgenommen in der Chilenischen und Argentinischen Atacama-Wüste. Eine Landschaft, in der 6000 Meter hohe Vulkane Nachbarschaft pflegen. Eine lebensfeindliche Steinwüste – man nennt sie die Wüste der verbrannten Steine – hier ist die Einsamkeit zuhause. Lava, Trockenheit und Wind formen eine uralte bizarre Landschaft – geschätzt 25 Millionen Jahre alt. Hier im Altiplano in Höhen um 4000 Meter hatte ich das Gefühl, bei der Entstehung des Planeten Erde zuzuschauen. Ich spürte seinen langsamen Atem vielleicht auch seine Geschichte. Es sind nicht nur Fotografien sondern auch erlebte Bilder. Ich hoffe, dass ich Sie mitnehmen kann in eine Zeit, die scheinbar stehen geblieben ist!“

Die großformatigen Fotografien der Atacama-Wüste beeindruckten die Gäste und waren Auslöser für zahlreiche Gespräche über die Vielfältigkeit der Erde. Menschen suchen häufig nach Orten, in denen sie Geborgenheit zu finden glauben. Da ist die karge Steinwüste der Atacama vielleicht nicht unbeding der richtige Ort. Trotzdem waren viele BesucherInnen motiviert, der visuellen Reise an diesem Abend eine reale Reise folgen zu lassen. Und es könnte sein, dass so schon der ein oder die andere den Sand in den Schuhen verspürte.

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Die Ausstellung ist am Sonntag, den 4. November 2018 von 15:00 bis 17:00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Weitere Information zu Karl Lang finden Sie unter  Karl Lang Foto


 

FOTOGRAFIE. SKULPTUR. MALEREI

Bernhard Fuchs. Justin Matherly. Tobias Pils im Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop

28. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019

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JOSEF ALBERS MUSEUM QUADRAT, Bernhard Fuchs. Justin Matherly. Tobias Pils – Fotografie. Skulptur. Malerei, Ausstellungsvorbesichtigung, v.l.n.r.: Bernhard Fuchs (mit fünf seiner Portaits im Hintergrund), Justin Matherly (neben seiner Plastik „Äskulap“), Museumsdirektor Dr. Heinz Liesbrock, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

In dieser Ausstellung treten Fotografie, Skulptur und Malerei in einen Dialog. Was sie verbindet ist die Frage nach der menschlichen Figur, im Näheren die Beziehung zwischen Figuration und Abstraktion.

Bernhard Fuchs (Düsseldorf), Justin Matherly (New York) und Tobias Pils (Wien) suchen nach Lösungen jenseits einfacher Narration. Was man hier sieht ist zunächst nur das, was man sieht, und es geht nicht über den visuellen Befund hinaus. Diese Werke kennzeichnet eine dezidiert persönliche Handschrift, die nie auf feststehende Bedeutungen zielt, die umstandslos abrufbar wären. Worum es ihnen geht ist vielmehr die Frage genuiner Bildlichkeit, einer Aussage also, die sich je neu ausbildet, weil sie nicht vom Sichtbaren des Werks und seinem komplexen Wesen zu trennen ist. Alle diese Figurationen entstehen demnach aus einem abstrakten Denken und berühren so auch den Kern der Kunst von Josef Albers, die den Rahmen für diese Ausstellung bildet. Text: © Josef Albers Museum Quadrat Bottrop

Die Serie „Lot“ des österreichischen Fotografen Bernhard Fuchs (geb. 1971) umfasst in der Bottroper Präsentation 12 Portraitaufnahmen. Es ist die zweite Portraitarbeit von Bernhard Fuchs, die, wie alle seiner bisherigen Serien, über mehrere Jahre entstanden ist (2007-2017). Wir sehen Menschen, die mit vorhandenem Licht in Innenräumen aufgenommen wurden und sich oft fragend dem Dialog mit dem Fotografen stellen. Es entsteht dadurch eine eigene Atmosphäre von Nähe und Distanz, wie sie schon in den anderen Serien von Bernhard Fuchs sichtbar wurde. Wie der Kunsthistoriker Gottfried Boehm im kürzlich erschienen Buch schreibt, „geht es nicht darum, das kollektive Bild gewisser Menschen oder Lebensverhältnisse unter Vorzeichen der Gegenwart zu entwerfen. Stattdessen sehen wir Sondierungen, Lotungen eben, im Gang, die mit den Mitteln der Kamera und bildnerischer Intelligenz eine wortlose Frage stellen.“

Bernhard Fuchs lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seine Arbeiten finden sich in wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen und werden international ausgestellt. Das Buch zur Serie ist bei Koenig Books, London, erschienen. Text: © Robert Morat Galerie für Photographie

BERNHARD FUCHS
lebt und arbeitet in Düsseldorf
1971 in Haslach an der Mühl, Oberösterreich, geboren
1993–97 Studium der Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf bei Bernd Becher
1997–99 Studium der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Timm Rautert

JUSTIN MATHERLY
lebt und arbeitet in Brooklyn, New York
1972 in West Islip, New York, geboren
2000 Certificate an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Philadelphia
2002 Bachelor of Fine Arts (BFA) an der University of Pennsylvania, Philadelphia
2007 Master of Fine Arts (MFA) am Hunter College, New York

TOBIAS PILS
lebt und arbeitet in Wien
1971 in Linz, Österreich, geboren
1990–94 Akademie der bildenden Künste, Wien

Quadrat Bottrop

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter BEGEGNUNGEN


 

AUF P H O T O W A L K mit der Fotoschule

Düsseldorf-Derendorf, Samstag, 20. Oktober 2018

Unter dem Motto „NEU UND ALT“ hatte die Düsseldorfer Fotoschule DRITTELREGEL via facebook zum Fotografier-Spaziergang eingeladen. Treffpunkt war die Hochschule Düsseldorf an der Münsterstraße. Der nicht enden wollende Sommer hatte sich noch einmal aufgebäumt und verwöhnte die über zwanzig Fotografierenden nicht nur mit spätsommerlichen Temperaturen und mit bayerisch weiß-blauem Himmel, sondern obendrein mit knackigem klaren Licht. Beste Voraussetzungen also, die Kameraverschlüsse surren zu lassen. Ich begleitete die Fotografenschar mit meiner KB-Panoramakamera und ausreichend Color-Negativfilmen. Die hohen Kontraste durch das harte Licht und die dadurch entstehenden Schatten motivierten mich, die Scans für meinen Bildbericht in schwarz-weiß zu rechnen.

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„NEU UND ALT“, Mit der Fotoschule auf P H O T O W A L K durch Derendorf, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Also musste ich zunächst meine Bilder nicht nur im Panoramaformat, sondern auch in schwarz-weiß denken – das oben und das unten und die Farbe weglassen! Nach vier Stunden Fotografier-Spaziergang mit konzentrierter Motivsuche sah ich auch abends noch die Welt im extremen Querformat mit wenig Farbakzenten. Die Bildgestaltung im Kopf hatte sich mal wieder eingebrannt und ihre Nachbilder hinterlassen. Für mich immer ein eindeutiges Indiz dafür, dass Bilder zuerst in meinem Kopf entstehen. Bei Betrachtung der Realität, die dann immerhin Impulsgeber ist, entsteht erst dann im Zusammenspiel mit all den Bildern meiner Erinnerung ein Motiv. Erst danach fällt die bewußte Entscheidung, die akute Beobachtung in einer Fotografie zu verewigen. Geht es beim sogenannten Schnappschuss auch manchmal in Sekundenbruchteilen. Selbstverständlich sind die unzähligen Bilder in meinem Kopf hilfreich, aber häufig auch verstörend für meinen ästhetischen Anspruch an eine Fotografie – immer auf der Suche nach dem „etwas anderen Bild“.

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Mit der Fotoschule auf P H O T O W A L K durch Derendorf, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Ausreichend Beispiele urbaner Architektur, bestehend aus modernen Bürogebäuden und individuellen Wohnhäusern, waren nicht nur Motive, sondern auch Anlass für spannende Gespräche in der Gruppe über Stadtentwicklung im allgemeinen und sozialpolitische Wirklichkeit in diesem Zusammenhang im besonderen. Die dennoch zum Teil attraktiven Bauten des Düsseldorfer Stadtteils Derendorf verlangten von den TeilnehmerInnen zum Teil auch körperliche Höchstleistungen beim Erstellen ihrer Fotomotive.

Ob die Architektur unserer Büro-, Wohn- und Einkaufslandschaften nachhaltig in unserem Stadtbild erhalten bleibt, wage ich leise zu bezweifeln. Ich würde mir mehr Häuser wünschen, von denen man heute schon sagen könnte, dass sie es wert wären, sie in vierzig Jahren mal unter Denkmalschutz zu stellen.

Alle meine Fotografien vom PHOTOWALK finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter  BEGEGNUNGEN


 

AUS MEINEN SCHUBLADEN 09.18

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Bei zunehmender Alterung der Menschen in unserer heutigen Gesellschaft bleibt die Frage, mit was können sich die Alten sinnhaft beschäftigen?

Für mich bleibt die Hoffnung auf weiterhin viele anregende, lebhafte, konstruktive und nachhaltige Gespräche mit FreundInnen.

Ich begreife Alter als Erfahrung und nicht als Resignation vor Schönheit oder Lebhaftigkeit.

Ich wünsche meinen FreundInnen und mir noch lange die Möglichkeit, sich weiter anschlauen zu können, auf dass wir irgendwann irgendwo wieder einmal zusammen sitzen und unser Leben lang weiter lernen können. So ähnlich wie die Herren auf meinen Bildmotiven aus meinen SCHUBLADEN.

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DREI HERREN – Palma de Mallorca 1989, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

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DREI HERREN – Toscana 1980, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

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DREI HERREN – Oslo 1987, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


 

THOMAS SCHÖNAUER

Engelage & Lieder zeigt jüngste Werke des Düsseldorfer Künstlers

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SECRET INGREDIENTS – Thomas Schönauer bei Engelage und Lieder, Düsseldorf – Ausstellungseröffnung Foto: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Die Galerie Engelage & Lieder auf der Ackerstraße in Düsseldorf präsentiert nach 2016 die zweite gemeinsame Ausstellung mit Thomas Schönauer. Noch bis zum 18. November 2018 zeigt die Galerie im Rahmen von Secret Ingredients zum ersten Mal in Düsseldorf Skulpturen aus der neuen Cultivator-Serie sowie aktuelle Malerei der CT-Universe-Reihe.

Schönauer reduziert in den Cultivators sein bisheriges Formenrepertoire auf ein einziges Element: die Linsen, Schnittmengen zweier Kreise, die er in verschiedenen Winkeln zueinander an unterschiedlichen Punkten ihrer Oberflächen verbindet. Aus dieser Vereinfachung der Konzeption entsteht eine ungeahnte Vervielfachung und zugleich Verdichtung der Komplexität des Erscheinungsbildes der Skulpturen. Im Zusammenspiel mit dem Umraum der Skulptur, der für Schönauer mindestens genau so wichtig ist, wie das Objekt selbst, entwickeln sich die einander wechselseitig verdeckenden und freigebenden, je nach Position des Betrachters unterschiedlichste Silhouetten formenden Linsen zu Manipulatoren des Raumes, indem sie durch ihre massive Dynamik mit ihm in Korrespondenz treten. Gleichzeitig lassen sich an der Skulptur die Eigenschaften des Raumes ablesen, die ihn sonst oft unbemerkt ausmachen: Reflexion, Spiegelungen, Schatten- und Formenspiele, Flächigkeit und Tiefe, jeweils in Abhängigkeit von unterschiedlichen Betrachtungskonstellationen.

Thomas Schönauer ist ein Düsseldorfer Künstler, der durch seine großen Skulpturenprojekte und die epoxidharzbasierte Malerei seiner CT-Universe-Reihe internationale Anerkennung gefunden hat. Schönauers Werk zeichnet sich dadurch aus, dass grundlegende kunsttheoretische, soziologische und philosophische Fragestellungen von umfassender Reichweite durch innovative, oft interdisziplinäre Techniken und Konzeptionen eine neue Bearbeitung, Umsetzung und Vermittlung erfahren. Sowohl in der Bildhauerei als auch in seiner Malerei greift er auf unorthodoxe, technisch hochentwickelte Mittel und Materialien zurück, um seine künstlerischen Visionen umzusetzen. Durch das Zusammenspiel beider Disziplinen erleben wir in Schönauers Arbeiten oft eine unmittelbare Faszination, die auf grundlegende Phänomene deutet, in denen sich Denken und Handeln, Freiheit und Vernunft treffen. (Text: © Engelage & Lieder)

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Werk und Künstler:

Engelage & Lieder

Thomas Schönauer

Ab Freitag, den 19. Oktober 2018, bespielt Thomas Schönauer auch das Düsseldorfer Haus der Universität. Diese Präsentation wird begleitet von einer Podiumsdiskussion am 29. November 2018 um 19 Uhr.

Haus der Universität

w/k Zwischen Kunst und Wissenschaft

Einladung Haus der Universität

Meinen kompletten Bildbericht der Ausstellungseröffnung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter  BEGEGNUNGEN

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SECRET INGREDIENTS – Thomas Schönauer, links, im Gespräch mit einem Besucher bei Engelage und Lieder, Düsseldorf – Ausstellungseröffnung Foto: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


 

DIE FASZINATION DER MEERE …

… erfahre ich gleichermaßen an großen Seen. Auf unserer jüngsten Reise durch Norditalien machten wir am Gardasee eine Woche Quartier. In der ehemaligen Villa Grüber wurde schon im September 1913 Gustav Klimt (*14.7.1863 in Baumgarten bei Wien, †6.2.1918 in Wien) die besondere Amtmosphäre am Ufer des Gardasees zum Erlebnis. Er malte von den Balkonen des Hauses seine Werke „Veduta di Malcesine“ und „La Chiesa di Cassone“. Das heutige Hotel Bellevue San Lorenzo war also alleine durch die Spuren Klimts Motivation für mich, sich inspirieren zu lassen. Weniger das mittlerweile touristisch überlaufene Örtchen Malcesine als viel mehr das bleierne Wasser des Alpensees in der Abendstimmung waren Anlass, zur Kamera zu greifen.

Ölbäume, Zypressen und Magnolien, von Dichtern besungener Lorbeer und duftende Myrten – südliches Licht, Landschaften, wie sie Goethe schon liebte. Zurück versetzt in eine Zeit, in der Künstler solche Stätten durch ihre Reisen beseelten, fühlte ich an diesem Ort die Stimmung des Lebenstils der Belle Epoche nach. Nahe liegender war es noch, die Aufbruchsstimmung und Reiselust der fünfziger Jahre nachzuspüren. Schließlich habe ich davon als 56er Jahrgang noch selber etwas mitbekommen, obwohl ich erst 1973 mit meinen Eltern zum ersten Mal die Alpen überquerte. Der nicht mehr trockenen Fusses erreichbare Steg im See bei Brenzone ist ein Beleg dafür, dass wir Menschen uns nicht damit begnügen, nur die Uferlandschaft zu erobern, sondern dass wir gerne auch noch ein Stückchen darüber hinaus das Wasser in Besitz nehmen wollen. Wenn man geduldig wartet, kommt irgendwann vielleicht doch noch ein Riva Boot – nur sicher ohne „Gina“ Lollobrigida.

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SEESTUECK Val di Sogno #1, Gardasee © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

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SEESTUECK Brenzone #1, Gardasee © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle SEESTUECKE vom Gardsee finden Sie in meinem Archiv  SEESTUECKE


 

MALEREI VON BERTRAM RUTZ

noch bis zum 28. Oktober 2018 im COELNER ZIMMER in Düsseldorf

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Bildbericht zur Ausstellungseröffnung am 7. September

Mehr Informationen zur Galerie   COELNER ZIMMER

Hier geht´s zur Webseite von  BERTRAM RUTZ

Alle Fotos zur Ausstellungseröffnung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter  BEGEGNUNGEN


 

 

SCHULZ-DORNBURG UND SALVADORI

Die Stiftung Insel Hombroich zeigt Werke der Fotografin und des Plastikers

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Stiftung Insel Hombroich, Remo Salvadori im Siza Pavillon, mit Ursula Schulz-Dornburg (links) vor seiner Installation „Alveare, 19967-2018“, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Die Stiftung Insel Hombroich präsentiert ab Sonntag, den 9. September 2018, auf der Raketenstation Hombroich die erste Einzelausstellung des italienischen Künsters Remo Salvadori in Deutschland. Gezeigt werden ausgewählte Werke aus vier Jahrzehnten sowie mehrere ortsspezifisch entwickelte Skulpturen.

Zeitgleich sind in den Räumen für Fotografie im Siza Pavillon die ersten Werkgruppen der Fotografin Ursula Schulz-Dornburg zu sehen. Die beiden Projekte Palace Pier, Brighton 1976 und Vorhänge am Markusplatz in Venedig 1973 leiten ihre Beschäftigung mit architektonischen Strukturen und räumlichen Zusammenhängen ein, deren Fortbestehen ungewiss ist.

Alle Fotos der Ausstellungspräsentation finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter  BEGEGNUNGEN

Weitere Informationen zum Kulturraum Hombroich finden Sie unter  INSEL HOMBROICH


 

KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN

Re-Opening K21

Nach der Schließzeit (bis 31. August) wird am 6. September das K21 als rundumerneuertes Museum für Gegenwartskunst wiedereröffnet. In der Bel Etage eröffnet an diesem Abend die Ausstellung der geheimnisumwobenen Künstlerin Lutz Bacher. Die Sammlungspräsentation in der 2. und 3. Etage zeigt künftig Kunst seit den späten 1980er Jahren (Marina Abramovic, Paul McCarthy, Robert Gober, Maria Lassnig, Rosemarie Trockel, Thomas Ruff, Thomas Schütte, Wael Shawky, Ana Torfs u.v.a.). Nach einer umfassenden Restaurierung wird Reinhard Muchas Schlüsselwerk „Das Deutschlandgerät“ wieder zu sehen sein. Das 1. Obergeschoss begegnet den Besucher/innen als ein offener Ort der Vertiefung und des Austauschs, unter anderm mit dem dauerhaft eingerichteten Archiv von Dorothee und Konrad Fischer.

Alle Fotos der Ausstellungsvorstellung vom 06.09.2018 finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs unter  BEGEGNUNGEN

Weitere Informationen zum Ausstellungsprogramm finden Sie unter  KUNSTSAMMLUNG


 

ANTHONY CRAGG IM EHRENHOF

ALLES IN BEWEGUNG

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Anthony Cragg im Museum Kunstpalast, hier vor seinen Skulpturen „Early Form“, 2014 (links) und „Woman´s Head“, 2007, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Das Museum Kunspalast in Düsseldorf zeigt noch bis zum 10. Februar 2019 großformatige Skulpturen des englischen Bildhauers Anthony Cragg (*1949).

Im Herbst beginnt das Ausstellungsprogramm des Kunstpalasts mit einer Präsentation
großformatiger Skulpturen des englischen Bildhauers Anthony Cragg (*1949). Seit langer
Zeit wird erstmals wieder der Außenbereich des Ehrenhofs bespielt. Die Besucher erwarten bis zu 6,50 Meter hohe Skulpturen, in denen sich Illusionismus und statuarische Monumentalität auf einzigartige Weise mischen. Eine Kabinettausstellung im Kunstpalast widmet sich Craggs Arbeiten auf Papier.
„Mit der Präsentation im Ehrenhof geben wir diesen einmaligen städtischen Raum als
großartige Bühne für Skulpturen-Ausstellungen und temporären Installationen frei. Ich
freue mich besonders, dass wir Anthony Cragg dafür gewinnen konnten, den Auftakt zu
machen.“ betont Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast.
Craggs Werk spiegelt eine große Vielfalt an Materialien und Formen wider. Sein künstlerisches Verfahren ist ebenso ungewöhnlich wie unmittelbar. Er geht nicht vom Modellieren aus, sondern vom Zusammenstellen bereits existieren der, oft gefundener Formen. Aus einfachen Bestandteilen wie runden oder ovalen Scheiben erschafft Cragg in einer unverwechselbaren Formensprache Skulpturen, die zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit oszillieren. Blieben in seinen frühen Skulpturen die Ausgangsmaterialien sichtbar, so zeigen die –aktuellen, in Bronze, Fiberglas und Edelstahl ausgeführten bildhauerischen Arbeiten im Ehrenhof keinen Hinweis auf die Ursprungsformen.
„Die großformatigen Skulpturen von Anthony Cragg faszinieren durch ihr Wechselspiel
zwischen dem sinnlichen Reiz ihrer makellosen Oberflächen und ihrer rationalen, genau
geplanten konzeptuellen Basis“, erläutert Kay Heymer, Leiter Moderne Kunst, Kunstpalast.
Kuratiert wird die Ausstellung gemeinsam von Anthony Cragg und Kay Heymer, Leiter
Moderne Kunst, Kunstpalast. Text © Presse Museum Kunstpalast

 

BEWEGUNG

steht im Werk des in England geborenen Bildhauers im Zentrum. Seine Skulpturen werden oft aus vorgefundenen Formen wie Flaschen, Vasen oder anderen Gefäßen entwickelt, die in BEWEGUNG versetzt werden. Fünf große Beispiele sind nun im Ehrenhof zu besichtigen. Graggs Arbeiten auf Papier sind ähnlich vielfältig wie die Skulpturen – es gibt vorbereitende Zeichnungen ebenso wie völlig autonome Aquarelle. Bleistiftzeichnungen aus der Werkgruppe der „Vessels“ (Gefäße) zeigen ineinandergestellte, bewegte Vasen, die mögliche Konstellationen für die Skulpturen andeuten. In Aquarellen wie jenen aus der Serie „Microstructures“ erprobt Cragg dagegen die Gestaltung von Oberflächen durch zahlreiche nebeneinander gelegte, nummerierte Felder. Diese lassen sich auch in den strukturierten Oberflächen anderer Skulpturen aus Serien wie „Profiles“ oder „Secretions“ (Absonderungen) wiederfinden. Die Aquarelle aus der Serie der „Chromosomes“ zeigen hingegen frei erfundene Figuren und Hände, die von einem vereinheitlichten Muster überzogen und in bisweilen schnelle BEWEGUNG versetzt sind. Die für die Darstellung dieser Formen genutzte flüssige Technik passt perfekt: Sie verweist auf das fließende Leben der Formen, das frei zwischen den Sphären von Materie, Raum und Geist changiert. Craggs Arbeiten auf Papier ergänzen und vertiefen das, was er in seinen Skulpturen erzielt – eine Kraft, die sich ganz wesentlich aus Neugier, Experimentierfreude und Humor speist.

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Anthony Cragg im Museum Kunstpalast, hier seine Fiberglas-Skulptur „Mean Average, 2018“ (Ausschnitt), © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle Fotos zur der Ausstellungsvorstellung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs in dem Album  BEGEGNUNGEN

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter   MUSEUM KUNSTPALAST


 

SONNEN|ZEICHEN

51º14´04.93″ N – 6º47´17.05″ O

© 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


 

BOUCHRA KHALILI IM MUSEUM FOLKWANG

The Tempest Society / Twenty-Two Hours

24. August – 21. Oktober 2018

In Kooperation mit der Ruhrtriennale 2018 zeigt die französisch-marokkanische Künstlerin Bouchra Khalili (*1975, in Casablanca) aktuelle Videoarbeiten im Museum Folkwang in Essen.

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Museum Folkwang Essen, Eine der beiden Videoinstallationen von Bouchra Khalili © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Bouchra Khalilis Arbeiten widmen sich politischen Themen; sie portraitieren Mitglieder verschiedener politischer Minderheiten und deren Strategien von Widerstand. Die Künstlerin formuliert die Zusammenhänge von Subjektivität und kollektiver Geschichte immer wieder neu aus und untersucht die komplexen Beziehungen zwischen dem Einzelnen, seinen Pflichten als Bürger und der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft. Khalili ruft eine (neue) kollektive Stimme der Akteure ins Leben.

Die beiden Videoinstallationen sind noch bis zum 21. Oktober in Essen zu sehen. Der Eintritt ist frei.

alle Fotos der Ausstellungsvorstellung finden Sie in meinen  SCHUBLADEN

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie unter  Ruhrtriennale 2018

und  MUSEUM FOLKWANG


 

SOMMER IM MUSEUM

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NRW Forum Düsseldorf © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Es droht ein weiteres Hitzewellchen in Deutschland. Da empfehle ich einen Besuch in gut klimatisierten Museen. Und für Jungs in jedem Fall einen Gang zur Herrentoilette im NRW Forum Düsseldorf – mit erfrischender Aussicht. Die macht Durst auf ein kühles Biermixgetränk.

Und wer bei dem schönen Wetter draußen bleiben will, kriegt auch in der 1925/26 erbauten Ehrenhof-Anlage am Museum Kunstpalast einiges zu sehen.

alle Fotos: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


 

AUS MEINEN SCHUBLADEN 08.2018

Ein ganz normales Gruppenfoto?

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IRAQ 1982 © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Getarnt als Ingenieur reiste ich 1982 für eine Fotoserie über eine Gießerei in Al Taji und Baustoffanlagen bei Karbala und Najaf in den Iraq. Was für mich damals als Nachkriegskind in Deutschland exotisch und unwirklich beängstigend wirkte ist heutzutage in den Medien beiläufige Selbstverständlichkeit geworden: Männer mit Waffen, die sich offensichtlich gerne fotografieren lassen.


 

ANALOG-FOTOGRAFIE

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weisseTasse © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

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LichtWanne © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

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weisseWolken © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Konzentriertes Arbeiten

Acht Bilder passen auf den Film (ein Rollfilm Ilford FP 4 Plus mit 125 ASA). Im Format ungefähr so 6×9 cm. Die AGFA CLACK lässt technisch kaum Einstellvarianten zu. Ich kann unterscheiden zwischen „B“ für Dauerbelichtung (solange ich den Auslöser halte) und „M“ für Momentaufnahme, irgendetwas zwischen 1/25 und 1/90 Sekunde. Die Blendeneinstellung bietet drei Varianten: 1. „1 bis 3 Meter“ (da schiebt sich wohl eine Lupe vor die Linse), 2. ein Symbol mit zwei Wolken über Bergen und 3. ein Symbol mit einer Sonne über Bergen. Damit ich keinen Platz auf dem Film verschwende und keine Überlappungen einzelner Motive verursache, bietet mir auf der Rückseite der Kamera ein etwa Cent-großes Blech zum wegschwenken den Blick durch eine dunkelrote Kunststoffscheibe auf die bedruckte Papierrolle, in die der Negativstreifen eingewickelt ist. Dort sind Zahlen aufgedruckt, die mir beim händischen Vorspulen die Negativ-Nummern und somit auch die exakte Postion des Filmstreifen anzeigen. Unbeabsichtigte Doppelbelichtungen sind somit garantiert.

Farbe im Kopf abschalten. Kontratsreiche Motive finden. Konzentration. Entschleunigtes arbeiten. Jedes auslösen ist nicht wiederrufbar. Der s/w-Film kostet zwischen fünf und acht Euro, ohne Entwicklung. Die kostet im Fachlabor 5,30 Euro. Und um meine Motive x-fach posten zu können, müsste ich zunächst Scans machen – sehr aufwendig. Also: höchste Konzentration! Das Belichten geht dann schnell. Der hebelartige Auslöser in Front rechts vom Objektiv gleitet geräuschvoll herunter, bietet Wiederstand, und verführt geradzu zum verreissen des Motives. Deshalb beim nächsten Schuß: aufgepasst, Konzentration.

Ich erinnere mich zurück an die lange analoge Zeit in meinem Fotografenleben. Schnell bin ich wieder drin, in dem workflow, der höchste Konzentration erfoderte, um sich ein Bild von dem zu machen, was im Kopf wichtig und bewahrungswürdig geworden war. So ist FOTOGRAFIE.

Text © 2018 k.enderlein

„weisseTasse“ auf weißem Grund, „LichtWanne“ – nur einmal im Jahr ensteht dieser Reflex in unserer Badewanne, wenn der Lichtstrahl den schmalen Spalt in der Fenster-Jalousie findet, „weisseWolken“ vor blauem Himmel, sieht immer irgendwie bayersich aus, wenn´s in Farbe wär

alle Fotos: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE


 

AUS MEINEN SCHUBLADEN 07.2018

My beautiful picture
Karsten Enderlein, Mallorca 1993, © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Urlaubszeit – MALLORCA 1993

An dieser Stelle heute eine ganze Serie aus meinen Schubladen:

Im Herbst 1993 flog ich mit sieben Freunden für eine Woche auf die Ferieninsel im Mittelmeer. Wir hatten unsere Mountainbikes in Kartons verpackt und waren als Sportler-Horde im Direktflug auf der Insel eingefallen. Für damalige Verhältnisse gerade zu eine Art Expedition, da wir kein präzises Kartenmaterial hatten, wie es zur Verfügung stand, als wir Rheinländer mit unseren Fahrrädern die Hochalpen eroberten, in den Jahren davor. Unsere gemietete Finka in den Bergen oberhalb Sóller war täglicher Start- und Zielpunkt unserer Touren. So führten uns die Tagesrouten entweder auf stark befahrene Autostraßen oder über Zäune im unwegsamen Weidegebiet der mallorquinischen Schafe. Nach unserer Zeitrechnung in den frühen Abendstunden – in Spanien fiel das durchaus noch in die Mittagszeit – suchten wir daher, früher als geplant, Einkehr zur entspannten Aufnahme von Nahrung und Getränken.

Und so entwickelte sich aus einer anspruchsvollen Fahrrad-Tour ein ganz normaler Urlaub, der tatsächlich einer gewissen Erholung zuträglich war. Heute – nach 25 Jahren – erinnere ich mich noch gut an die im Herbst mäßig frequentierten Restaurants und Bars, an den damals schon sanierungsbedürftigen Flughafen, an eine Finca, die noch vom Geist möglicher Künstler und Schriftsteller beseelt war, an die Wachstischdecken auf den Tischen des Fischrestaurants am Meer, an durchaus bequeme Plastikstühle im Sand, an „Gabys Bar“am Ballermann, an die heimischen Rentner im Stammlokal im Ort.

Mit meiner Nikkormat FT aus den frühen siebziger Jahren und niedrig empfindlichem Kodak-Dia-Material war ich in der Lage, diese Erinnerungen nachhaltig in Bildern zu bewahren.

Nur eine Erinnerung bleibt ausschließlich diskret im Kopf: die Begegnung mit  Michael Douglas  an der Theke in der Bar Abaco  in Palma und einem unaufgeregten Gespräch über die Bar im allgemeinen und den Bacardi Cola, den wir zufällig beide bestellt hatten, im besonderen. Im Ort sprach man tags drauf davon, dass Michael Douglas auf der Insel sei, um mit einer befreundeten Immobilienmaklerin aus Madrid, die ihn an diesem Abend auch begleitete, nach einem Seegründstück mit Wohnhaus Ausschau hielt. Wie heute alle Mollorca-BesucherInnen wissen, hat sich seit den neunziger Jahren nicht nur auf der Insel das Urlaubsleben drastisch verändert. Und auch der Plastikmüll ist mehr geworden. Wie schön wirken da doch die Bilder in meinem Kopf. Ich möchte meine Erinnerungen teilen und veröffentliche deshalb einen Teil der Motive an dieser Stelle:

Text: Karsten Enderlein – Alle Fotos: © k.enderlein FOTOGRAFIE


 

SAGT EIN FOTO MEHR ALS TAUSEND WORTE?

Tausend Worte sind nämlich verdammt viel. Und gerade in der deutschen Sprache können tausend Worte eine gewaltige Aussagekraft haben. Was aber macht eine Fotografie so wirksam und attraktiv in Bezug auf eine Aussage und auf eine Meinung? Es ist der geistige Spielraum, den der Betrachter hat und die Fantasie, die ein Bild in jedem Menschen provoziert. Und je mehr ein Foto verbirgt, desto intensiver interpretieren wir Betrachter dieses Bild aufgrund unserer eigenen Erfahrungen, Geschichten und Erinnerungen. Erst auf diese Weise und ausschließlich in unserem Kopf entstehen die umfangreichen Geschichten, die durchaus mehr als tausend Worte haben können.

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Werbetafel in Wesel, 80er Jahre, Foto: © 2018 Gerd Lorenzen, Essen

Mein Fotografenkollege und Freund Gerd Lorenzen schickte mir neulich dieses wirklich gelungene Foto-Exemplar aus den 80er Jahren. Dieses ach so zeitlose Bildmotiv beschreibt so aktuell wie selten den Zustand einer Asylpolitik in Europa, die unsere Bundesregierung der heutigen Zeit dicht an den Abgrund bringt. Das Foto zeigt mir Begrifflichkeiten wie „REINHEIT“, „GEBOT“, „GARANTIE“ und eine Zahl „BIS 60“. Und es zeigt ein zerrissenes Kragenhemd, wie unserer Politiker es tragen könnten, und ein Portrait eines hoffnungsvollen Kindes, wie es an der „AUSSENGRENZE“  Europas aufgenommen sein könnte.

Beim weiteren Betrachten dieses Bildes denke ich an solch verstörende Begrifflichkeiten, wie sie in den letzten Tagen in Funk und Fernsehen zu hören und auf den Titelseiten der Zeitungen zu lesen waren:

„OBERGRENZE“, „AUSSENGRENZE“, „ASYLTOURISMUS“, „TRANSFERVERFAHREN“, „ERSTEINREISELAND“, „MASTERPLAN“, „SCHNELLVERFAHREN“, „TRANSITZENTREN“, „BALKANROUTE“, „BAYERISCHE GRENZPOLIZEI“, „CHRISTLICH-SOZIALE UNION“, „MITTELMEERROUTE“, „REGIERUNGSKRISE“, „ASYLWENDE“ usw.

und dann auch noch eine Zahl: „60“!

Das sind ausschließlich meine subjektiven Assoziationen. Jedem anderen Betrachter fallen andere Dinge zu diesem Foto ein, und genau das macht das Foto zu einem Impulsgeber für die individuelle Betrachtungsweise.

Zu den Fakten hinter dem Bildmotiv könnte ich sagen: In den 80er Jahren war es üblich, dass die Agenturen für ihre Werbetreibenden auf den Plakatwänden einen Zehn-Tages-Zeitraum buchten. Erst nach etwa vier bis sieben Dekaden wurden die mehrfach überklebten Papierbahnen von der Werbetafel entfernt. Starker Wind nach ausgiebigem Regen war schon immer der Feind der Außenwerber. Immer wieder entstanden so skurrile Plakatmotive durch ausgerissene Papierbahnen, die die vorangegangenen Motive der letzten Dekaden teilweise frei legten. Auf der einen Seite reduzierte sich so die beabsichtigte Werbewirksamkeit, die dadurch entstandenen „Reißbilder“ waren aber auf der anderen Seite teilweise echte Hingucker.

Etwa Anfang der 80er Jahre fotografierte Gerd Lorenzen, der als Fotojournalist der NRZ (WAZ-Mediengruppe) immer eine Hand am Auslöser hatte, die Werbetafel in Wesel auf der Brüner Landstraße. An der Weseler Maschinenbau GmbH (WESMAG) gab´s damals noch ein Büdchen kurz vor dem „Katzenbuckel“, der steilen Theodor-Heuss-Brücke über die Bahngleise. Wir sehen die zerrissenen Papierbahnen einer Waschmittel-Werbung, die das darunter liegende Motiv einer Hilfsorganisation-Kampagne teilweise frei legt. Ein Photoshop-Artist der jüngsten Generation hätte eine solch aussagekräftige Bildidee nicht besser realisieren können. Gerd Lorenzen musste damals lediglich „sehen“ können und das Gesehene fototechnisch umsetzen.

ke – der obige Text hat 464 Worte