Schneeballschlacht auf dem Petersplatz

Petersplatz im Schnee

Foto: © 2018 Reuters

Es gibt Fotografien, die die Traurigkeit besiegen. Die Traurigkeit über das Unheil dieser Welt, über das die Medien täglich zu berichten haben – und das auch weitgehendst unvoreingenommen tun, in einem demokratischen Staat, wie dem unseren.

Zu diesen Fotografien gehört das Reuters-Bild, was oben meinen Artikel einleitet. Es war aber nicht nur Anlass beschaulichen Vergnügens; ich erinnere stark in Bildern, und so erinnere mich an andere Fotografien, die dem aktuellen sehr ähnlich sind. Die aus einer andern Zeit stammen, in der es weniger betrübliche Nachrichten gab. Vielleicht auch deshalb, weil die Informationen der damaligen Krisengebiete noch lange nicht so global und schnell kommunizierbar waren, oder vielleicht auch deshalb, weil diese Informationen mich damals noch nicht so betrübten.

Die Bilder, denen ich mich erinnere, hatten eine ebenso zum Lächeln motivierende Wirkung: es waren die Fotografien von Mario Giacomelli (*1925 – †2000) aus den frühen sechziger Jahren. Ich entdeckte sie für mich 1995 anlässlich einer Ausstellung des Museum Ludwig in Köln. ke

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s/w-Fotos: © Mario Giacomelli/Galleria Photology, Mailand

Auch lange nach dem Tod des Fotografen im November 2000 wird seine offizielle Homepage liebvoll gepflegt – ein Besuch lohnt sich:

http://www.mariogiacomelli.it/

Aus den Off-Räumen der Düsseldorfer Fotoschauen 2018

 

Johanneskirche am Martin-Luther-Platz

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Was heißt eigentlich Off-Raum im Zusammenhang mit einer Fotografie-Ausstellung? Ein Schauraum im öffentlichen Raum an einer mal etwas anderen Stelle als in den etablierten Galerien, in den musealen Institutionen oder in den Hochschulen. Also in einer Kirche zum Beispiel.

Die Johanneskirche in Düsseldorf leistet für Ihre Besucher schon lange mehr, als die für eine Kirche übliche Verbreitung religiöser Botschaften.

Die evangelische Stadt-Kirche aus dem Jahre 1881, in den Jahren 1997 bis 2008 aufwendig saniert, lädt geradezu ein zur Begegnung, zum Gespräch und zur Zeigung von Kunst oder eben auch der Fotografie. Hierfür gibt es im Foyer ein Café.

Aus der Zuhause-Seite der Kirche:

Kirche in der City ist ein Projekt an exponierter Stelle, mitten in der Stadt. In der Johanneskirche werden Angebote für Passanten und religiös Suchende gemacht. Neue Gottesdienstformen wie der Evensong und Sunday Special und Bibelkurse in einer modernen Form bieten auch kirchenfernen und neugierigen Menschen, die auf der Suche nach eigenen Formen gelebter Spiritualität sind, die Möglichkeit, neue und eigene Erfahrungen zu machen.

Schön, dass wir Sie begrüßen dürfen im Café im Foyer der Johanneskirche!
Häufig sind Menschen überrascht, wenn sie beim Betreten der Kirche zunächst ein großes, helles Foyer vorfinden: Hier sitzen Zeitungsleser, Kuchengenießer, Menschen im Gespräch.

Das moderne Café wurde im Jahr 1997 neu gestaltet. Mit geraden und klaren Formen ist es dem Berliner Designer Axel Kufus gelungen, eine offene, und dennoch gemütliche Atmosphäre zu schaffen.

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Die Weithorn Galerie machte anlässlich des DUESSELDORF PHOTO FESTIVAL 2018 den sacralen Raum zu ihrem Außenstandort. Sie präsentiert in der Johanneskirche unter dem Titel Eternity Fotografien von Benedict J. Fernandez und Jürgen Wassmuth.

Mitte der sechziger Jahre fotografierte Ben Fernandez in den Straßen von New York und wurde zu einem der bedeutendsten Straßenfotografen seiner Zeit. Die kraftvollen Fotografien des letzten Lebensjahres von Dr. King mit dem Titel Countdown to Eternity fanden Eingang in die Sammlungen vieler internationaler Museen. Fünfzig Jahre später vermitteln sie immer noch die bei ihrer Entstehung intendierte Botschaft.

Jürgen Wassmuth präsentiert einen Auszug seiner Arbeiten aus dem Projekt Moments for Eternity, beobachtete Momente mit einem humanistischen Blick auf das Besondere im Alltäglichen. Beide Fotografen pflegten jahrzehntelang einen regen Austausch. Hier werden ihre Bilder erstmals in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert.

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alle Fotos: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

alle Fotos zum thema DUESSELDORF PHOTOWEEKEND/PHOTOFESTIVAL 2018 finden Sie unter PhotoAlbum k.enderlein

 

Die Ausstellung ist bis zum 17. Marz zu besichtigen.

Weitere Informationen unter

http://www.johanneskirche.org/

http://www.duesseldorfphotoweekend.de/

http://www.weithorn-galerie.de/

 

Duesseldorf Photoweekend/Photofestival 2018

Ganz Düsseldorf ist ab dem 16. Februar ein einziger

FOTO-SCHAURAUM

Zwei Großveranstaltungen bescheeren den Fotografie-Liebhabern gleich zwei Fotoschauen im Februar in NRWs Landeshauptstadt:

DUESSELDORF PHOTO 2018 und

Duesseldorf Photo Weekend 2018

Insgesamt finden die BesucherInnen in über 100 Museen, Kulturinstitutionen, Hochschulen, Galerien und Projekträumen die fotografischen Arbeiten von über 150 Foto-AutorInnen. Ein breites Spektrum jeglicher bildhafter Darstellung ist zu besehen. So gibt es neben viel zeitgenössischer Fotografie und Fotokunst auch unvergängliche Dokumente vergangener Zeiten und einige Arbeiten interessanter Künstler, die sich des Mediums Fotografie bedienen.

Über die schier unübersichtliche Zahl an fotografischen Hotspots sollte man sich in den jeweiligen Programmheften der zwei Veranstalter anschlauen.

http://www.duesseldorfphotoweekend.de/

http://www.duesseldorfphoto.de/

Ich möchte kontinuierlich mit meinen Bildberichten ein paar Impulse meiner Beobachtungen der Fotografie im öffentlichen (Düsseldorfer) Raum geben.

15.02.2018  V O R B E S I C H T I G U N G:

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Neue BFF-Preisträgerin Herlinde Koelbl (links) freut sich über eine Retrospektive ihres umfänglichen Schaffens im Obergeschoß des NRW-Forums.

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Wunderschöne Modefotografien und Portraits der dreißiger bis fünfziger Jahre ebenfalls von einer Frau (!) namens Louise Dahl-Wolfe (*1895, †1989) füllen die großzügigen Hallen des NRW-Forums.

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Paul Barsch, Mikkel Carl als Co-Kuratoren und Alain Bieber als Künstlerischer Direktor freuen sich über und auf Pizza in der fast gleichnamigen Ausstellung „Pizza is God“im NRW-Forum.

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Noch im Aufbau: In der schön sanierten Akademie-Galerie am Burgplatz hängen auch fotografische Abstraktionen des niederländischen Konzeptkünstlers Jan Dibbets.

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„EINE SCHIFFFAHRT“ – Leere Wände, Projekte – nur zu hören über Audioguides, dennoch ein „gemeinsames Erlebnis“ musealer Art in der Alten Kämmerei am Markt

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„Crazy Horse“ als vielseitige Interpretation fotografischer Darstellung von Timm Rautert in der Galerie Rupert Pfab.

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In der Konrad Fischer Galerie warten Louisa Clement (an der Tür) und ihre Arbeiten auf BesucherInnen.

 

16.02.2018  E R Ö F F N U N G S A B E N D:

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Fotograf Horst Schäfer (*1932), Bildmitte, im Gespräch bei und mit seinem Galeristen Alexander Fils, Art Edition-Fils Galerie im Stilwerk.

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Die Galerie Clara Maria Sels beeindruckt ihre BesucherInnen mit einer Arbeit von Andrej Krementschouk (*1973 in Gorki), der mit seinen Fotografien einen unverstellten Blick auf das heutige Russland gewährt.

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Für und mit (?) OLYMPUS bereiste der Wiener Andreas H. Bitesnich die Metropolen dieser Welt. „Deeper Shades“ – auf schwarz und weiß hinter Glas – zu sehen bei TZR Galerie in der Carlstadt.

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Die Fotografien aus der Serie „Die Kehrseite“ von Markus Luigs (hinten rechts) präsentiert Conzen am Carlsplatz in antiken Rahmen – Friedrich G. Conzen jun. im unteren Bild (Mitte)

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Konzentrierter Besucher unter einer Serie des Kriegsfotografen Christoph Bangert im Haus der Universität

 

17.02.2018  A u s  d e n  S c h a u r ä u m e n:

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Reimund Jonen, am Ofen links, zeigt in THE BOX auf der Duisburger Straße aktuelle Fotografien von Robert Pufleb aus dem Nordosten Europas.

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Rik Neu_West sitz vor einer seiner entwickelten fotografischen Abstraktionen (rechts) in der Atleliergemeinschaft Ackerstraße 29a/Hinterhof.

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Reienweise androgyne Selbstportraits – Michael Jonas inszeniert sich vor seinen Inszenierungen – ebenfalls auf der Ackerstraße 29a.

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Carsten Sander zwischen seinen religiösen Räumen in der Galerie Sander | Sohn auf dem Fürstenwall 86.

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„Home sweet home“, 160 x 213 cm, rechts, von Ralf Brueck im home sweet home von Kunst & Denker auf der Florastraße.

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Unter dem Titel „Zeitgenössische Landschaftsarchitektur“ zeigt das Museum für Gartenkunst im Schloßpark Benrath die farbenfrohen Fotografien von Nikolai Benner und Mark Pflüger.

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Im Haus der Architekten im Medienhafen hängen die Architektur-Fotografien des Architekur-Fotografen Marcus Schwier – das passt.

alle Fotos: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Alle Fotos meiner Bildberichte zum Foto-Festival in Düsseldorf finden Sie unter dem Link   PhotoAlbum Duesseldorf Photofestival 2018