Ich war im Barberini in Potsdam zur Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“
Ich war zum ersten Mal im Museum Barberini in Potsdam und hatte die Gelegenheit, die Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ zu entdecken. Bei den Recherchen zu meinem aktuellen Buch-Projekt „Licht und Farbe in der Normandie“ gehörte der Besuch der Ausstellung zum angenehmen Pflichtprogramm. Die Ausstellung mit ihren über 100 Werken nahm mich mit in die faszinierende Welt des Neoimpressionismus und hinterließ bei mir neben einem bleibenden Eindruck eine Vielzahl an Inspirationen.
Höchst spannend fand ich die Verbindung zwischen Kunst und Politik. Viele Künstler des Neoimpressionismus beschäftigten sich mit sozialen Ungleichheiten und den Lebensbedingungen der Arbeiter und Bauern. Historiker:innen bezeichnen die Maler aus dieser Epoche durchaus auch als Anarchisten. Die Darstellungen von Maximilian Luce zeigten die harte körperliche Arbeit und die schwierigen Lebensumstände der Menschen auf eindrucksvolle Weise. Als ehemaliger Arbeiterfotograf verstehe ich meine Affinität für derartige Motive. Ich fand es bemerkenswert, dass die Künstler ihre besondere Farbtechnik nicht nur für schöne Landschaften nutzten, sondern damit auch gesellschaftliche Missstände sichtbar machten. Dadurch wurde meine Einstellung bestätigt, dass Kunst nicht ausschließlich der Ästhetik dient, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Botschaft vermitteln kann.
Ein Höchstmaß an Ästhetik erfuhr ich bei den Gemälden aus dem Kapitel „Im Licht des Südens“. Die Landschaften der Côte d’Azur strahlten eine besondere Wärme und Leichtigkeit aus. Das Zusammenspiel der Farben ließ das Wasser glitzern und die Landschaften beinahe paradiesisch erscheinen. Beim Betrachten dieser Werke konnte ich nachvollziehen, wie schwierig es in der Malerei darzustellen war, das Sonnenlicht auf dem Meer in bewegende Reflexionen zu übertragen. Den Malern war das gelungen.
Mein Besuch der Ausstellung „Symphonie der Farben“ war eine bereichernde Erfahrung. Vor allem die besondere Wirkung der Farben und die Verbindung zwischen künstlerischem Ausdruck und gesellschaftlichen Themen sind mir in Erinnerung geblieben.
Ich denke noch einmal an die leuchtenden Landschaften des Südens zurück. Einige dieser Bilder hatten eine solche Atmosphäre, dass ich am liebsten direkt in sie eingetaucht wäre. Malerei kann Stimmungen vermitteln, zum Nachdenken anregen und die eigene Vorstellungskraft beflügeln. So ging ich mit umfangreichen Impulsen für mein aktuelles fotografisches Impressionisten-Projekt nach Hause.
Der Bildbericht meines beeindruckenden Besuchs im Barberini:
Alle Motive meines Besuchs im Barberini finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.
Weiterführende Informationen zum Museum in Potsdam finden Sie auf dessen Zuhause-Seite.











