NEUE NATIONALGALERIE – MAURIZIO CATTELAN

„Ich gebe zu, dass mir mitunter der Gedanke gefällt, der Stein in jemandes Schuh zu sein.“

Der Text in dem kostenlosen Begleitheft zur Ausstellung beschreibt das Konzept der Ausstellung des italienischen Künstlers in der Neuen Nationalgalerie zu Berlin und erkärt den Hintergrund seines Zitates:

Diese Bemerkung beschreibt treffend eine künstlerische Praxis, die beharrlich vermeintliche Gewissheiten infrage stellt, ohne eindeutige Antworten zu geben. Cattelans Werk verbindet Humor mit präziser Beobachtung und macht die Spannungen und Widersprüche sichtbar, die unsere Gegenwart prägen.

Seit mehr als drei Jahrzehnten entwickelt Maurizio Cattelan (geb. 1960 in Padua, Italien) ein Werk aus Skulpturen, Installationen und konzeptuellen Interventionen, das sich mit Autorität, kollektivem Gedächtnis und gesellschaftlichen Machtstrukturen auseinandersetzt. Obwohl seine Arbeiten meist skulptural sind, versteht Cattelan sie vor allem als Bilder. Ihre unmittelbare Bildhaftigkeit verleiht ihnen eine außergewöhnliche Präsenz und macht sie weit über den Ausstellungsraum hinaus wiedererkennbar.

„Der Skandal ist ein Zufall, ein Nebeneffekt. Ich arbeite mit Bildern und versuche, die Schizophrenie der Wirklichkeit widerzuspiegeln. Der Skandal entsteht durch andere, wenn sie versuchen, ihre eigene Interpretation als die einzig mögliche Wahrheit durchzusetzen.“

Ohne eine akademisch künstlerische Ausbildung begann Cattelan Ende der 1980er-Jahre als Künstler zu arbeiten. Rasch entwickelte er sich zu einer der prägenden Stimmen der internationalen Gegenwartskunst. Seine Arbeiten wurden weltweit in bedeutenden Museen und Ausstellungen gezeigt, darunter auf mehreren Biennalen von Venedig sowie in großen Einzelausstellungen im Solomon R. Guggenheim Museum in New York (Al/, 2011) und in der Monnaie de Paris (Not Afraid of Love, 2016). Nach seiner viel beachteten Retrospektive All erklärte Cattelan 2011 zunächst seinen Rückzug aus der Kunstwelt, kehrte jedoch wenige Jahre später mit neuen Arbeiten und Ausstellungen zurück.

Cattelans Werke bewegen sich zwischen Ironie und Ernst, Vertrautheit und Entfremdung und fordern dazu auf, das eigene Verhältnis zu Institutionen, öffentlichen Narrativen und gesellschaftlichen Wertesystemen zu hinterfragen.

Diese Ausstellung markiert Cattelans Rückkehr nach Berlin – zwanzig Jahre nachdem er 2006 die 4. Berlin Biennale mitkuratiert hat. In einer Stadt, die bis heute von Debatten über Geschichte, Erinnerung und öffentliche Verantwortung geprägt ist, treten seine Arbeiten in einen Dialog mit Themen, die sein Werk seit langem bestimmen: Wie erinnern Gesellschaften an ihre Vergangenheit? Welche Formen kann Autorität annehmen? Und wie werden kollektive Erzählungen bewahrt, angefochten oder verändert?

MAURIZIO CATTELAN. NIGHT wird kuratiert von Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie, mit Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, in enger Zusammenarbeit mit Maurizio Cattelan.

Mein Bildbericht des Besuchs der Neuen Nationalgalerie:


Meine Faszination für die lineare und geradwinklige Architektur des Museumraums von Ludwig Mies van der Rohe aus den 60er-Jahren darf sich durchaus an meinen Bilmotiven „aus der Hüfte“ ablesen lassen:


In den Kabinetten des Untergeschosses des Museums findet man weitere Präsentationen, Auszüge aus der Sammlung, andere diverse Kunststückchen und den Skulpturengarten:


Alle Bilder meines Besuchs der neuen Nationalgalerie finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs.

Die Zuhause-Seite des Museums bietet zahllose weiterführende Informationen an.

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