DAS REMBRANDT-EXPERIMENT

Das Museum Kunstpalast in Düsseldorf präsentiert in Kooperation mit der Kunstakademie Düsseldorf die Arbeiten sechs Studierender, die in einen epochen- und gattungsübergreifenden Dialog mit Rembrandts Kunst getreten sind. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Juni 2018 im Sammlungsflügel des Kulturzentrum Ehrenhof zu sehen.

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Nils-Simon Fischer (*1990) vor seiner Arbeit zwischen Rembrandts „Christus am Kreuz zwischen den beiden Dieben, Die Drei Kreuze, 1653“ (links) und „Der hl. Hieronymus in einer Dunklen Kammer, 1642“. Die linke Radierung markiert in den 1650er-Jahren einen Höhepunkt im grafischen Schaffen Rembrandts. Dabei entwickelte und schärfte der Künstler seine Bildidee von Plattenzustand zu Plattenzustand. Mit seinen tief in den Radiergrund eingegrabenen Schraffen zeigt er uns im vorliegenden IV. Zustand ein Werk von bedrückender Düsternis. Nils-Simon Fischer abstrahiert die dramatische Komposition des Niederländers und fokussiert sich auf die geometrischen Formen.

Bis zum Ausstellungsbeginn blieb der Inhalt der in Kooperation mit der Kunstakademie
Düsseldorf entwickelten Ausstellung „Das Rembrandt-Experiment“ für alle Beteiligten ungewiss. Zu Beginn des „Experiments“ stand die Einladung an die Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf, sich mit 100 ausgewählten Radierungen Rembrandt van Rijns (1606–1669) auseinanderzusetzen und zu eigener künstlerischer Arbeit inspirieren zu lassen. Ziel war die gemeinsame Ausstellung mit einem der größten Künstl
er der Geschichte.
Neben seinen Gemälden genießen auch Rembrandts Radierungen höchste Wertschätzung. Die für die Ausstellung ausgewählten Radierungen Rembrandts zeigen Porträts, Landschaften und religiöse Themen. Sie gehören zu der vom Gründungsdirektor der Kunstakademie, Lambert Krahe (1712–1790), zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses aufgebauten, im Museum Kunstpalast wissenschaftlich betreuten Lehrsammlung. Das in dieser historischen Sammlung enthaltene grafische Konvolut von Rembrandt enthält etwa 250 Blätter.
„Ich habe der Ausstellung mit großer Spannung entgegen geschaut, nicht wissend, ob dieses Experiment gelingt!“ betont Felix Krämer, Generaldirektor Museum Kunstpalast. „Dass die im 18. Jahrhundert für die Lehrsammlung der Akademie erworbenen Blätter Rembrandts nun wieder als Inspirationsquelle für junge Künstler dienen, zeigt das große Potential, das eine historische Sammlung auch für die Kunst der Gegenwart haben kann.“
Insgesamt nahmen 48 Studierende aus unterschiedlichen Klassen der Kunstakademie Düsseldorf die Herausforderung an und bewarben sich mit ihren von Rembrandt beeinflussten Werken für die gemeinsame Ausstellung mit dem niederländischen Altmeister. Eine fünfköpfige Jury – besetzt mit Stefan Kürten und Gregor Schneider, beide Professoren der Kunstakademie Düsseldorf, Michael Kortländer, Ausstellungsleiter von DIE GROSSE Kunstausstellung NRW, sowie Felix Krämer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, und Sonja Brink, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Graphischen Sammlung, Museum Kunstpalast – hat die Arbeiten von sechs Studierenden für die Ausstellung ausgewählt.

 

Nils-Simon Fischer (*1990), Takeshi Kitajima (*1984), Lisa Klinger (*1988), Lukas Köver (*1988), Paul Schwaderer (*1984) und Denise Werth (*1988) stellen ihre Arbeiten in den epochen- und gattungsübergreifenden Dialog mit Rembrandts Kunst. Die Studierenden haben in verschiedenen Techniken gearbeitet: Schrift auf Leinwand, Bleistift oder Tusche auf Papier, Drucke von auf Handy-Displays geritzten Porträts, Inkjetprints und Video, aber auch eine Arbeit aus MDF und geformtem Plexiglas thematisieren ähnlich wie die Radierungen Rembrandts das menschliche Antlitz, Landschaftsmotive oder religiöse Themen.
Prof. Karl-Heinz Petzinka, Rektor der Kunstakademie, war von der Idee dieses Experiments von Beginn an begeistert. „Die vom Museum Kunstpalast gebotene Einladung, die in der gemeinsamen Werkschau der ausgewählten Studierenden mit dem alten Meister gipfelt, ist nicht nur eine besondere Herausforderung. Sie setzt sicherlich für die Teilnehmer eine besondere Marke für deren weitere künstlerischen Entwicklung.“
Für Sonja Brink, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Graphischen Sammlung im Museum Kunstpalast und zuständige Kuratorin des Rembrandt-Ausstellungsteils, ist die mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen erweiterte Präsentation ein gelungener Brückenschlag in die Vergangenheit. Als ein Ergebnis ihrer systematischen Grundlagenarbeit kann Sonja Brink auf ein Werk Rembrandts aufmerksam machen, das die Bedeutung der von ihr betreuten Radierungen des niederländischen Meisters auch aus kunsthistorischer Sicht belegt. „Ich freue mich sehr“, teilt die Wissenschaftlerin mit, „auf ein Blatt mit dem Porträt eines Mannes hinweisen zu können, das auf Pergament gedruckt weltweit nur in der Düsseldorfer Sammlung zu finden ist.“
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© 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE, Denise Werth (*1988)/Klasse Katharina Fritsch, 7. Semester, Baum im Gebirge, 2018, MDF und geformtes Acrylglas – Ausschnitt
Seit Jahrhunderten lassen sich KünstlerInnen von Arbeiten ihrer großen Vorbilder inspirieren. Mit dem REMBRANDT-EXPERIMENT sind die Ausstellungsmacher und Studierenden aber noch einen Schritt weiter gegangen: Der Meister Rembrandt van Rijn, einer der bedeutendsten und bekanntesten niederländischen Künstler des Barocks, war für die jungen Studierenden nicht nur Inspiration, sondern auch Objekt analytischer Betrachtung seiner Werke. So arbeiteten die StudentInnen nicht nur nach einzelnen Werken des Meisters, sondern auch in Anlehnung an seinen künstlerischen Anspruch besonderer Darstellungsvarianten. Text: Museum Kunstpalast + ke

Alle Fotos der Ausstellungspräsentation finden Sie in den Schubladen meines Archives unter:   PhotoAlbum BEGEGNUNGEN


weitere Informationen unter  Museum Kunstpalast

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