AUS MEINEN SCHUBLADEN 09.19

Haus Feininger (Detail), Meisterhäuser Dessau © 2014 k.enderlein FOTOGRAFIE

Nun neigt sich das 100ste Jubiläumsjahr des BAUHAUS dem Ende. Ich bin ganz froh. Unzählige Veranstaltungen, massenweise Werbung, kommerzielle Produkte – alle unter dem Deckmäntelchen, mit der bedeutsamen und folgenreichsten kulturellen Erscheinung des 20. Jahrhunderts (1919-1933) auf irgendeine Weise verbandelt zu sein, nervten mich auf die Dauer dann doch. Anfangs schreckte ich erfreut auf, las oder sah ich irgend etwas aus dem Zusammenhang dieser Kunstschule, doch zu oft waren es dann profane Zusammenhänge, mit denen die Protagonisten zahlreicher Kultur- und Kommerzinstitutionen auf sich aufmerksam machen wollten. So stumpfte mein tradiertes Interesse am BAUHAUS in diesem Jahr allmählich ab. Nächstes Jahr will ich wieder hinsehen und hinhören, wenn der Name BAUHAUS auftaucht. Ich werde auch die neuen Museen in Weimar und Dessau besuchen. Doch für dieses Jahr ist mein Bedarf gründlich gedeckt.

Bauhausgebäude Dessau, Flur im Erdgeschoss © 2014 k.enderlein FOTOGRAFIE

Das BAUHAUS, seine Lehrmethoden und seine Produkte, bleiben nun einmal zeitlos. Die Arbeiten zahlreicher Bauhaus-Künstler werden heute noch bewundert und schmücken Galerien und Museen auf der ganzen Welt. Die Bauhaus-Architekten und -Designer schufen Produkte, die nicht nur schön, sondern auch haltbar, nützlich und erschwinglich waren. Heute werden diese noch häufig kopiert – selten erreicht – und teuer vermarktet. BAUHAUS ist trotzdem zu einer, wenn auch geschützten, Marke geworden, die die Ästhetik ihrer Produkte nachhaltig bewahrt.

Als stark linienorientiert denkender und arbeitender Fotograf kann ich gar nicht umhin, bei den Bildern, die zunächst in meinem Kopf entstehen, immer eine „BAUAHUS-Schere“ anzusetzen. Gewiss, rund kann auch schön sein, ist manchmal unumgänglich, durchaus aber auch teurer. Aber so, wie unsere runde Erde wunderschön auf zahllose Seiten eines Atlas rechteckigen Formates passt, lese ich die Welt für meine Bilder – bestenfalls passt alles in ein Quadrat oder ein Rechteck.

So danke ich meinen zahlreichen Vorbildern, meinen Meistern im Geiste: Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Hannes Meier, Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Oskar Schlemmer, Gerhard Marcks, László Moholy-Nagy und deren Studierenden Josef Albers, Marcel Breuer, Herbert Bayer, Gunta Stölzl, Anni Albers und Joost Schmidt.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH 100 Jahre BAUHAUS 2019


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