TOMAS RIEHLE. FOTOGRAFIE

Das Museum Insel Hombroich bei Neuss ehrt den im letzten Jahr verstorbenen Fotografen Tomas Riehle (*1949 †2017) mit einer umfangreichen Überblickausstellung aus seinem Lebenswerk.

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Da ist Fotografie drin: Siza Pavillon Raketenstation Hombroich © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

Ein Besuch auf der Museumsinsel Hombroich bei Neuss lohnt sich immer – nicht nur für Kunst- und Kulturinteressierte. Doch dieser Tage gibt es neben den momentan üppig blühenden Kirschbäumen auf satt grünen Wiesen noch ein besonderes Seherlebnis auf dem Areal mit einer Gesamtfläche von über sechzig Hektar: in einer der „begehbaren Skulpturen“, nämlich dem Siza Pavillon, präsentiert die Stiftung Insel Hombroich einen Großteil des Lebenswerkes des Fotoästheten Tomas Riehle. Seine Fotografien der begehbaren Skulpturen Erwin Heerichs haben das Bild Hombroichs in aller Welt mitgeprägt. Riehle starb im Juni 2017. Die Stiftung Insel Hombroich widmet ihm nun eine Ausstellung, die fotografische Interpretationen bebauten und unbebauten Raums in ganz unterschiedlichen Werkreihen aus über vierzig jahren zeigt.

Vom 15. April bis 1. Juli 2018 sind Fotografien zu sehen aus so unterschiedlichen Werkgruppen wie Lichtraum Akademie (1975), Riehles Abschlussarbeit als Meisterschüler in der Bildhauerklasse Erwin Heerichs, Landwaage (1979), einer besonders eindrücklichen Übersetzung unbegrenzten Raums in der Fläche, oder seinem großen Projekt Rheinbrücken (1994-2002), das Brückenbauten von der Quelle des Rheins bis zu seiner Mündung in ihrer sich wandelnden Umgebung zeigt. Handschriftlich annotierte Arbeitsabzüge einer Fotoreihe zum Mies van der Rohe-Bau Haus Lange in Krefeld (1977) führen Riehles Weg der schöpferischen Präzision zur Bildfindung vor Augen.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Katsuhito Nishikawa.

Als ich Tomas Riehle Mitte der neunziger Jahre kennen lernte, verband uns auch eine gemeinsame Leidenschaft für Formalästhetik in der Fotografie. Seine Bildmotive zeichnen sich aus durch einen fast überzogenen Anspruch an geometrische Präzision. Die Flächen und Formen, die sich in seinen Bildern abzeichnen, lassen das dreidimensionale Objekt fast in den Hintergrund geraten. Seine linienorientierte Bildauffassung von Architektur lässt die Arbeiten aussehen wie akkurate Designstudien.

Trotz meiner Vorkenntnis eines Großteils seiner Werke beschloss ich erst beim Besuch der Ausstellung das von mir so oft zitierte „Becher-Licht“ für schattenfreie Architekturaufnahmen zukünftig in „Riehle-Licht“ umzubenennen. Gerne denke ich – spätestens bei entsprechenden Lichtverhältnissen – an die wenigen aber um so intensiveren Begegnungen mit diesem herausragenden Fotografen. Und dabei macht mich sein zu früher Tod sehr traurig.

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Tomas Riehle.Fotografie im Siza Pavillon Raketenstation Hombroich, v.l.n.r: Geschäftsführer Frank Boehm, Prof. Oliver Kruse, Vorsitzender der Stiftung und Kurator Katsuhito Nishikawa, Foto: © 2018 k.enderlein FOTOGRAFIE

weitere Informationen finden Sie unter   Museum Insel Hombroich   und unter   Tomas Riehle

Alle meine Motive zur Ausstellungspräsentation finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archives unter   PhotoAlbum BEGEGNUNGEN

Meinen Nachruf zum Tode von Tomas Riehle finden Sie unter   Tomas Riehle – Nachruf


 

 

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