KUNST|GESELLSCHAFT

B E G E G N U N G E N mit KUNST|SCHAFFENDEN

Fotografien von k.enderlein 2013-2018

In den kurzweiligen Begegnungen sucht Enderlein zunächst nach dem Bild.

Diese Bild soll seinen Assoziationen entsprechen, die er auf dem Weg zum Treffen im Kopf hat. Er geht sozusagen nie zu einer Begegnung, ohne seine „Hausaufgaben“ gemacht zu haben. Der Raum, in dem er die Protagonisten trifft, ist zunächst das formale Umfeld.

Manchmal sind es Bilder, Plastiken, Fotografien oder andere Gegenstände, die im Bezug zu dem jeweiligen KUNST|SCHAFFENDEN stehen. Diese möchte er dann in die Bildkomposition einbeziehen.

Enderlein betont, er entscheide aber auch ausschließlich nach formalästhetischen Gesichtpunkten, in welchem Umfeld die Fotografie entstehen soll. So will er das konventionelle und oft triviale Bild vermeiden: „Künstler vor seinem Werk“.

Er sucht eher nach dem Künstler mit seinem Werk für seine Bilder.

Der dreidimensionale Raum muss auf die zwei Dimensionen der Fotografie übersetzt werden. Das finale Bild in seinem Kopf entsteht auf diese Weise dann immer erst ganz kurz vor dem fotografischen Prozess.

Wenn er eine Überlagerung zwischen geistigem Anspruch und visueller Realität wahrnimmt, wird es spannend – „aufregend“, wie Enderlein zugibt.

Dann passiert in seiner Kamera meistens eine Belichtung.

Enderlein vermeidet die unmittelbare Ansprache bei den Protagonisten.

Er arbeitet lieber aus der zweiten Reihe und wartet auf den unerwarteten Moment.

Zu seinen KollegInnen im Umfeld arbeitet er lieber gegen die Laufrichtung.

Enderlein sagt, er suche oft den „Gegenschuss“.

Ohne auf die KUNST|SCHAFFENDEN einzuwirken, lässt Enderlein sie aktiv agieren.

Das führt schon mal zu Irritationen auf beiden Seiten der Kamera.

Doch häufig entsteht aus diesen Unsicherheiten das etwas andere Foto, das Enderleins Arbeit so außergewöhnlich macht.

Ganz selten inszeniert Enderlein seine Modelle. Doch wenn er das tut, positioniert er die Protagonisten meistens statuengleich im Raum. Und auf allen Bildern sehen wir Menschen in Räumen, in großzügigem Umfeld. Somit also doch eine Art Inszenierung, eine Komposition. Auf diese Art erzählen Enderleins Bilder oft mehr, als das Konterfei des KUNST|SCHAFFENDEN alleine verraten könnte.

Jetzt hat Enderlein über achtzig Motive aus den „Schubladen“ seines Archivs heraus gesucht und jeweils vier auf Doppelseiten seiner Publikation zusammen und gegenüber gestellt.

Neben Wim Wenders, Imi Knoebel, Christo, Peter Lindberg, Axel Hütte, Benjamin Katz, Hermann Focke, Anthony Cragg und vielen anderen berühmten KUNST|SCHAFFENDEN finden sich auch weniger bekannte KünstlerInnen in Enderleins Sammlung, denen er zwischen 2013 und 2018 in zahlreichen Museen, Galerien und anderen Schauräumen mit seiner Kamera begegnet ist.

dkb, im Oktober 2018

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