Ein Sommerwochenende in Düsseldorf mit zwei Präsentationseröffnungen

„Poem“ von Imi Knoebel an der Wand im Literaturhaus Heinrich Heine in Düsseldorf

Andreas Gurskys großformatige Fotografie einer Seite aus Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ist abgehängt, jetzt prangt ein nicht leserlicher Text von Imi Knoebel aus lasergeschnittenen Stahlbuchstaben an der Wand. Das Objekt lässt durch seine Abstraktion den Lesenden eigenen Freiraum für Phantasie und konstruktive Ideen. Der Ort ist weniger den altbierverzehrenden Altstadtbesuchern in Düsseldorf bekannt, als viel mehr Literaturinteressierten: der Veranstaltungs- und Präsentationsraum im Hinterstübchen des Heinrich Heine Literaturhauses in der Bolkerstraße 53. Seit genau zwanzig Jahren wird dieser Ort mit Begegnungen und Lesungen von Selinde Böhm und Rudolf Müller geführt und beseelt. Zum Jubiläum ist ab sofort die Leihgabe von Imi Knoebel öffentlich – ein Literaturhaus brächte den möglichen Kaufpreis heutzutage wohl kaum auf. Die 28 „Hieroglyphen“ aus Stahl nennt der Autor passenderweise „Poem“. Ich denke Heinrich Heine hätte es gefallen.



Rajiv Strauß (mit Mikro) dankt der Künstlerin Ursula Schulz-Dornburg (rechts vorne im Anschnitt) für die finanzielle Unterstützung des Projekts. Links und Rechts neben Strauß: v.l.n.r.: Jana-Catharina Israel, Stephan Machác und Kim-Camille Kreuz

Dialog und Fotografie – Ein Kunstprojekt mit Kindern und Jugendlichen geflüchteter Familien

Dialog und Fotografie ist ein Ausstellungs- und Workshopprojekt an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, visueller Bildung und sozialer Teilhabe. Im Zentrum stehen Kinder und Jugendliche aus geflüchteten Familien, die in einem dialogisch angelegten Prozess eigene Bildwelten entwickeln. Unter der Anleitung der Künstler*innen Berit Schneidereit, Franciis Frings, Jessica Tille und Thomas Koester erschlossen sich die Teilnehmenden in den Workshops ein breites Spektrum fotografischer Verfahren – über Cyanotypie und Dunkelkammerprozesse bis hin zu verschiedenen Bildpraktiken. So entstanden vielschichtige Arbeiten, die individuelle Perspektiven sichtbar machen und zugleich kollektive Erfahrungsräume eröffnen. Die Ausstellung im KIT führt die Entstehungsprozesse und Ergebnisse der Workshops zusammen und macht das Potenzial fotografischer Praxis als künstlerisches und dialogisches Medium erfahrbar. Ausgewählte Ergebnisse der Workshops wurden auf T-Shirts übertragen, die beim Opening von den Teilnehmenden in einer gemeinsamen Präsentation getragen wurden und während der Ausstellung im KIT erhältlich sind. Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen dem IJS e.V. zugute.

Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem IJS e.V., dem Kunstpalast Düsseldorf, dem KIT und dem Kulturamt. Initiiert wurde Dialog und Fotografie durch eine Spende der Künstlerin Ursula Schulz-Dornburg und wird von der Koordinierungsstelle Fotografie des Kulturamtes konzipiert und organisiert. (Pressetext des Kulturamts der Landeshauptstadt Düsseldorf)

Mit Armando Veselov I Tellinas Ali I Aisha Mokk I Aisha Mohamud I Juliette Achampong I Omar I Ibrahim Abdullahi I Mohamed Omar Mohamed I Mutaleb Mahmood I Goulbin Ali I Suhejli Gici I Azra Veselova I Esho Treasure Oshidero I Faithia Ilesanmi I Sahar Abdullahi I Yaran Bagizadeh I Miguel Daniel I Eliana Daniel I Persis Yeboah I Anosh Hassani I Hercules Abu Bakir I Karen I Adepoju I Prince Harry Eghosa I Jaqueline Owusu I Destiny Emoghene

Ein sehr schönes Projekt, was Beachtung finden sollte. Es regt einmal mehr zum Nachdenken an über die aktuellen Ereignisse, die die Welt momentan bestimmen. Deshalb möchte ich einen Besuch im kühlen, klimatisierten KIT an der Rheinuferpromenade nicht nur wegen der momentanen hoch-sommerlichen Temperaturen wärmstens empfehlen.

Ursula Schulz-Dornburg (Mitte) lässt sich die Präsentation erläutern.

Alle Bilder der Ausstellungseröffnungen finden SIe in den SCHUBLADEN meines Archivs.

Weitere Informationen zu den Präsentationen sind auf den jeweiligen Zuhause-Seiten der Institutionen zu finden: HEINE HAUS Literaturhaus + KunstImTunnel

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