KUNST IN DER DDR

UTOPIE UND UNTERGANG – Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf

KUNSTPALAST DÜSSELDORF – „Kunst in der DDR“, v.l.n.r.: Kurator Steffen Krautzig, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Generaldirektor Felix Krämer © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Als Museum mit Bildungsauftrag hat der Kunstpalast die Pflicht, Impulse für das Nachdenken über unsere gesamtdeutsche Kunstgeschichte zu geben, um damit eine Diskussion über die vielfach unbekannte junge Vergangenheit im Kunstbetrieb der DDR zu erwirken.“ So interpretiert Felix Krämer, Generaldirektor Museum Kunstpalast, die aktuelle Ausstellung „UTOPIE UND UNTERGANG – Kunst in der DDR“, die noch bis zum 5. Januar 2020 in Düsseldorf zu sehen ist.

Diesen Anspruch mag auch das Bundespräsidialamt in Berlin überzeugt haben, weshalb die Ausstellung unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Eröffnungsansprache im Robert-Schumann-Saal anlässlich der Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR“, Foto: © Foto: Anne Orthen

„30 Jahre nach der Friedlichen Revolution mit dem Fall der Mauer und der Grenzen innerhalb Deutschlands wird die Ausstellung einen wesentlichen Beitrag leisten zu einem vertieften Verständnis zwischen Ost und West.“, so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Grußwort für den Ausstellungskatalog. „Es gilt einen neuen, gerechten Blick auf die Kunst der DDR zu werfen, es gilt auch einen selbstkritischen Blick auf die westdeutsche Aufnahme dieser Kunst zu werfen. Für beides sollten wir Betrachter zuallererst eine große Neugier mitbringen. Dann werden uns neue und überraschende Kenntnisse geschenkt werden.“

Einen Überraschungseffekt, eine bisher nicht gekannte Sehweise der DDR-Kunst für sich entdecken können, erhoffen sich auch der Kurator Steffen Krautzig und Generaldirektor Felix Kämer nicht nur bei den nach 1989 geborenen BesucherInnen, sondern auch bei den MitarbeiterInnen von Kultur- und Bildungsinstitutionen, die die gezeigten mehr als 130 Werke für eine kunstgeschichtliche gesamtdeutsche Betrachtungweise nutzen können.

Wir sehen in der Ausstellung im Kunstpalast Arbeiten von den Nachkriegsjahren bis zum Mauerfall von Gerhard Altenbourg (1926–1989), Carlfriedrich Claus (1930–1998), Hermann Glöckner (1889–1987), Angela Hampel (*1956), Bernhard Heisig (1925–2011), Wilhelm Lachnit (1899–1962), Wolfgang Mattheuer (1927–2004), Michael Morgner (*1942), A.R. Penck (1939–2017), Cornelia Schleime (*1953), Willi Sitte (1921–2013), Werner Tübke (1929–2004) und Elisabeth Voigt (1893–1977).

Die drei noch lebenden vertretenen KünstelerInnen leben und arbeiten noch heute in den neuen Ländern.

KUNSTPALAST DÜSSELDORF – „Kunst in der DDR“, Die Künstlerin Cornelia Schleime © 2019 k.enderlein FOTOGRAFIE

„Sie nahmen mir die Freiheit zur Kunst, deshalb habe ich mich völlig entblößt. Ich machte mich nackt, weil man mich auch nackt machte. Die DDR ließ nichts von mir übrig.“ so die Künstlerin in einem Gespräch 2016 mit Oliver Koerner von Gustdorf. (Hier das ganze Interview.)

„In der Ausstellung wird sichtbar, dass Kategorisierungen wie systemkonforme ,Staatskunst‘ und nonkonforme Untergrundkunst zu kurz greifen.“, hebt der Kurator Steffen Krautzig hervor. „Mit dem Untergang der DDR verloren die damals entstandenen Kunstwerke ihre politischen Funktionen – auch die Werke, die sich bewusst von politischen Vereinnahmungen abgrenzten. Schon immer haben sich in der Kunstgeschichte Funktionen und Bedeutungen gewandelt. Wir wollen mit unserer Schau – ohne Entstehungszusammenhänge und kulturpolitische Hintergründe zu verschweigen – die Kunstwerke in den Mittelpunkt rücken und ihre Bedeutung für unsere Gegenwart vorstellen.“

Alle Fotos der Ausstellungsvorbesichtigung im Kunstpalast finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs im Album BEGEGNUNGEN.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie auf der Zuhause-Seite des KUNSTPALAST.


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