KUNSTMUSEUM MÜLHEIM AN DER RUHR

Seit 1994 residiert das Kunstmuseum im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Hauptpost im Zentrum Mülheims in unmittelbarer Nachbarschaft des Medienhauses. Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Ich brauche weder ein Faible für Gemälde von Franz Marc, August Macke, Erich Heckel und Alexej Jawlensky, noch eine Leidenschaft für Fotografien von Albert Renger-Patzsch, Hugo Schmölz und Evelyn Serwotke. Mich muss auch nicht das einhundert jährige Jubiläum der Stadthalle Mülheim interessieren. Ich brauche nicht einmal eine Begeisterungsfähigkeit für großartige Architektur aus dem Jahr 1897, mit einer prachtvollen Fassade mit Stilelementen der Spätgotik und Renaissance, hinter der sich die Verwaltungsräume der Postbeamten, die Telegrafie- und Fernsprechstelle sowie eine Dienstwohnung für den Amtsvorsteher befanden. Ich brauche lediglich eine Portion Neugier, warum die vorgenannten Künstler, FotografInnen und Gebäude unmittelbar im Zusammenhang stehen. Um diese Neugier umfänglich zu befriedigen, reicht ein Besuch im KUNSTMUSEM MÜLHEIM:

In den großzügigen Museumsräumen der ehemaligen Hauptpost finden in den nächsten Monaten zwei hoch informative Präsentationen statt: IM GARTEN DER KUNST – MARC, MACKE, HECKEL, JAWLENSKY, die Sammlung Karl und Maria Ziegler (Teil 2) und 100 JAHRE STADTHALLE MÜLHEIM. MODERNE IM WANDEL, Fotografien von Albert Renger-Patzsch, Hugo Schmölz, Evelyn Serwotke.

Dr. Stefanie Zanon, Museumsleitumg, präsentiert die aktuellen Ausstellungen, Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Im 1. Obergeschoss des Kunstmuseums entsteht durch eigens angebrachte Tapeten, arrangierte Fotografien und historische Möbel eine stimmige Ausstellungskulisse, in der die musealen Bilder ihre private Herkunft lebendig vor Augen führen. Das leuchtende Kolorit der Bilder erinnert daran, wie sich der liebevoll gestaltete Garten im Wohnbereich farbenprächtig fortsetzte. „Im Garten der Kunst“ schlägt eine gedankliche Brücke zwischen Kunst- und Naturerleben und eröffnet einen sinnlichen Zugang – sowohl zur Sammlung selbst als auch zur persönlichen Motivation des Sammelns.

Ausstellungsansicht im 1. OG des Museums, Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Dr. Michael Kuhlemann, Kurator der Stiftung Ziegler, erläutert die Exponate der Sammlung Ziegler zur Ausstellung Im Garten der Kunst, Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Dr. Jörg Schmitz, Leiter Camera Obscura, zeichnet verantwortlich für die Präsentation der Fotografien „100 Jahre STADTHALLE MÜLHEIM“, Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Die Wirkung der Stadthalle Mülheim ist von starken Kontrasten geprägt: Außen dominiert baulich der Renaissance-Stil, der der Stadt Mülheim den Titel „Ruhrvenedig“ beschert. Im Gegensatz zur Fassade überraschte das Innere mit radikaler Moderne. Der Architekt Emil Fahrenkamp nutzte knallige Farben, edlen Marmor und den avantgardistischen Art-DécoStil zur Gestaltung der Innenräume. Sein spektakuläres Design setzte neue Maßstäbe und prägte die Gestaltung nachfolgender Baustile in Mülheim wie beispielsweise an den Säulen im Foyer der damaligen Hauptpost (jetzt Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr) zu sehen ist. Einige der dort verwendeten Elemente realisierte Emil Fahrenkamp gemeinsam mit dem Schweizer Künstler Paul Speck, ab 1924 Leiter der baukeramischen Abteilung der Großherzoglichen Majolika-Manufaktur Karlsruhe.

Namhafte FotografInnen haben die Errichtung des Baus, die Umbauten sowie die Innenräume in verschiedenen Zeiten und Bauphasen dokumentiert und inszeniert. Die Ausstellung zeigt Fotografien von Albert Renger-Patzsch, Hugo Schmölz, Evelyn Serwotke, die im Auftrag der Stadt aufgenommen wurden.

Michael Birr, Geschäftsführer Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST), Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Die Ausstellung wird von Dr. Jörg Schmitz (Leiter der Camera Obscura, Mülheim an der Ruhr) kuratiert und ist eine Kooperation zwischen der Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST) und dem Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. Die Ausstellung wird im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr, im Grafikraum (1. Obergeschoss) präsentiert.


Ausstellungsansicht zum Zeitpunkt der Vorbesichtigung mit JournalistInnen, Foto: © 2026 Karsten Enderlein

Nach dem Besuch der Ausstellungen in Mülheim ist meine Neugier umfänglich befriedigt. Interessant ist es, wie häufig komplexe Verhältnisse im Zusammenhang stehen – in unserer Kultur im Allgemeinen und in der Kunst im Besonderen. Ich kann Beziehungen in den unterschiedlichsten Genres entdecken, Wechselbeziehungen, Berührungspunkte, Ähnlichkeiten, Übereinstimmungen. Die Neugier darauf, wie alles irgendwie zusammenhängen kann, bringt mich in meiner Arbeit als Fotokünstler/Fotograf immer wieder ein Stück voran, und es hilft, meine Ideen fotografisch zu verwirklichen.

Die Institution Museum ist nicht nur dafür geschaffen, unsere Faibles und Leidenschaften zu bedienen und vorhandene Expertisen zu verdichten, sondern auch, uns allgemein anzuschlauen, kulturelle Eigenschaften besser zu begreifen. Das KUNSTMUSEUM MÜLHEIM leistet zu dieser Erkenntnis einen attraktiven Beitrag.

Text: Karsten Enderlein und Pressestelle KUNSTMUSEUM MÜLHEIM a.d.Ruhr

Die Eröffnung der Ausstellungen findet am 7. Februar 2026 um 17 Uhr statt.

Umfängliche Informationen zu den Ausstellungen finden Sie auf der Zuhause-Seite des KUNSTMUSEUM MÜLHEIM a.d. Ruhr.

Alle Fotografien der Ausstellungsvorbesichtigung sind hier in den SCHUBLADEN meines Archivs zu sehen.

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