Ausstellung mit Bildern der MAGNUM-Fotografin Nanna Heitmann im LWL-Museum Henrichshütte – noch bis Mitte Oktober 2024

Der NEWSROOM des LWL-Museum bietet folgenden Text zur Ausstellung: „Fast täglich sehen wir seit 2022 Bilder von Zerstörungen und Angriffen durch die russische Armee, aber Bilder aus Russland selbst sind weitaus seltener. Dafür gibt es viele Gründe, unter anderem die Schwierigkeit, in einem repressiven Umfeld zu arbeiten. Heitmann porträtiert ein Land, geprägt von einem viertel Jahrhundert unter Putins Herrschaft, in dem das Regime alles getan hat, um den Krieg zu verbergen“, erklärt Andreas Suermann, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe. Und LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger ergänzt: „Nanna Heitmann gibt Einblicke in verborgene Welten. Ihre Bilder lenken den Blick auf die Menschen im Krieg. Sie zeigen Verlust, nationalistische Begeisterung, Spaltung, Wahn, Stolz und Trauer.“

Am 24. Februar 2022 fotografierte Nanna Heitmann die ersten russischen Panzer in der Ukraine. Ihr Foto auf dem Titel des „Time Magazine“ wurde weltberühmt. Seitdem dokumentiert Heitmann den Kontrast zwischen dem realen Geschehen im Krieg und dessen verzerrter Wahrnehmung in der russischen Gesellschaft. Die Ausstellung „Krieg und Frieden“ im historischen Gebläsehaus der Henrichshütte zeigt knapp 50 großformatige Arbeiten, entstanden in den Jahren 2018 bis 2023, größtenteils in Russland und teilweise in der Ukraine.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien zweier Reisen Heitmanns: einer im Jahr 2018 durch Sibirien und einer späteren Reise, schon in Zeiten des Krieges, in entlegene Winkel Russlands. „Zusammen gesehen lassen sie uns dieses Land ganz und gar entdecken – seine Schönheit, seine Gefahren, seinen Schmerz und seine Lügen“, schreibt Roger Cohen, Kolumnist der New York Times, in einem Text zur Ausstellung. Weiter heißt es dort: „Heitmanns Fotografien stellen die Kernfrage: Wo lauerte in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit von vor sechs Jahren die Saat für die militaristische Hysterie, die so vielen jungen Ukrainern und Russen das Leben gekostet hat?“

Nanna Heitmann, geboren 1994 in Ulm, lebt in Moskau. 2019 wurde sie für den MAGNUM-Award nominiert und ist seit 2023 Mitglied der renommierten Foto-Agentur. Mit ihrer Arbeit zu Russlands Krieg für die New York Times wurde Heitmann Mitte Mai als eine von zwei Finalistinnen für den Pulitzer-Preis nominiert. Im Februar 2022 war sie für ein Langzeitprojekt über Menschen und ihre Lebensweisen in Russland unterwegs in der Ost-Ukraine, als die Panzer kamen. „Viele Russinnen und Russen leben seither in einer alternativen Realität. In ihr kämpft die russische Armee in der Ukraine gegen den ‚kollektiven faschistischen Westen'“, so Heitmann.
Alle Informationen über die Ausstellung in Hattingen finden Sie auf der Zuhauseseite des Museums hier.
Mehr Fotografien von Hanna Heitmann finden Sie auf ihrer Zuhause-Seite.
Alle Bilder meiner Ausstellungsvorbesichtigung finden Sie in den SCHUBLADEN meines Archivs an dieser Stelle.